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Theodor Ballauff – «Revolutionär pädagogischer Denkungsart»

Ein Porträt

Rudolf M. Kühn

Der Mensch ist dem Kosmos seine Katastrophe. – Diese Einsicht ist für Theodor Ballauff Anlass zu einem tieferen Nachdenken über die Bildung des Menschen. Ballauffs Pädagogik müssen wir als radikale Kritik an der Bildungslehre der Neuzeit lesen. Sie erwächst aus der Voreingenommenheit des Menschen, sich selbst als Seiendes vorauszusetzen und zu suchen. In einer geschichtlichen Besinnung – geschichtliche Empirie –, die zurück reicht bis zu Parmenides und Platon, gelangt er zur Gegenthese: Der Mensch hat nicht ein Selbst zu suchen wie ein Seiendes, sondern er ist er selbst, wenn er sich dem «Denken» und der «Wahrheit» zugehören läßt. – Mit dieser Antithese begründet Ballauff eine prinzipiell andere pädagogische Systematik. Ihre leitende Idee ist die Idee der Menschlichkeit in selbstloser Verantwortung der Wahrheit. Seine Gegenthese revolutioniert die überkommenen Bildungstheorien und geläufigen didaktischen und schultheoretischen Konzeptionen mit ihren praktischen Konsequenzen und suspendiert die – heute so häufig verzerrten – Bildnisse des Lehrers.
Aus dem Inhalt: Die bildungstheoretische Begründung der Pädagogik – Bildung als Wende zur Menschlichkeit – Die Infragestellung der traditionellen PersönlichkeitsbildungSkeptische Didaktik - eine provokante Theorie? – Die Schule im Auftrag der Bildung - die Schultheorie Theodor Ballauffs – Sprecher der Wahrheit - Theodor Ballauffs wieder gefundener Lehrer.