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Exil als Heterotopie

Kubanische Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts

Freddy A. Rodríguez

Das Exil als Heterotopie beschreibt das Leben der Exilanten im 20. Jahrhundert auf der Kreuzung von Zeit und Raum. Die Verortung des Exils in der Heimat oder in der Fremde beeinflusst die Dimensionen des Raumes und der Zeit, die das Exilleben zwischen hier und dort, Vergangenheit und Zukunft kennzeichnen. Den Verlust des vertrauten Lebensumfeldes versuchen die Exilanten zu kompensieren, indem sie sich andere Orte mit anderen Zeitabläufen innerhalb des realen Raumes und Zeitgeschehens schaffen. Sie erschaffen sich Exilheterotopien im Sinne Foucaults (1993). Am Beispiel Kubas werden hier die beiden zentralen Dimensionen des Exilphänomens als nomadischer Raumbegriff und als metaphorischer Zeitbegriff in ihrer Bildhaftigkeit im Kontext der kubanischen Kunst der 1990er Jahre deutlich. Motive wie die Insel, das Boot, das Meer, der Reisekoffer oder die Körperdarstellungen erscheinen dabei als Orte der Repräsentation für die bildliche Darstellung von Exilheterotopien.
Aus dem Inhalt: Zur Semantik des Exils – Das Exil und die Diaspora als Heterotopie – Exil und Diaspora im kubanischen Kontext: ein historischer Überblick – Exil als Heterotopie: auf der Suche nach Orten in Bildern – Die ausufernde Insularität: die Kartografie der kubanischen Insula als Paradigma einer Exilheterotopie – Das Boot als heterotopischer Ort der Flucht: Momentaufnahmen einer Reise – Das Meer: Transit-Raum und Friedhof – Der Koffer: symbolisches Objekt bei der Repräsentation von Exilheterotopien – Der Körper: die symbolische Verortung der Exilheterotopie.