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Die Distanzanrede im modernen Deutschen und Russischen

Eine kontrastiv-pragmatische Analyse empirischer Daten

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Sergej Afonin

Diese kontrastive Untersuchung hat das Ziel, Anredeverhältnisse im Deutschen und Russischen zu vergleichen. Die Daten für die empirische Analyse liefern Befragungen von Probanden in Deutschland und Russland, Dialoge mit Anredeäußerungen in deutschen und russischen Spielfilmen, gezielte Interviews und teilnehmende Beobachtungen von Anredesituationen. Die Distanzanrede wird als Sprachhandlungsmuster definiert, das der Kontaktanknüpfung, Respektwerterweisung und Distanzmarkierung dient. Die Anredesituation wird durch folgende Faktoren gekennzeichnet: Bekanntheitsgrad, Alter des Adressaten, sozialer Status, Charakter der Kommunikation und Geschlecht. In einem situationsbezogenen kontrastiven Vergleich werden Übereinstimmungen und Differenzen der Anrede an einen bekannten und einen unbekannten Adressaten sowie Regularitäten des Siezens und Duzens für beide Sprachen festgestellt. Dabei werden Mittel der Kontaktanknüpfung und Distanzmarkierung ermittelt und eine neue Klassifikation der Anredemuster vorgeschlagen.
Inhalt: Heutiger Stand der Anrede nach «Perestrojka» in Russland und Wiedervereinigung in Deutschland – Situationsbezogener kontrastiver Vergleich – Anrede als Sprechakt und Phänomen der Höflichkeit – Anrede an einen bekannten und unbekannten Adressaten – Faktoren der Anredesituation: Bekanntheitsgrad, Alter des Adressaten, sozialer Status, Charakter der Kommunikation, Geschlecht – Wie wird, zum Beispiel, ein jüngerer Chef in der privaten Kommunikation angesprochen? Oder eine gleichaltrige Kellnerin? – Prototypische und peripher verwendete Anredemuster – Adäquate Beziehungen der Distanzanrede für beide Sprachen – Regularitäten im Siezen und Duzen – Außersprachliche Faktoren und ihre Rolle für die Auswahl der Anrede als kulturspezifisches Phänomen.