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Gewalt von Jugendlichen als Symptom gesellschaftlicher Krisen

Literarische Gewaltdarstellungen in Elfriede Jelineks "Die Ausgesperrten</I> und in ausgewählten Jugendromanen der neunziger Jahre

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Heidi Strobel

Der Eindruck des verstärkten Hervortretens gewaltorientierter subkultureller Jugendgruppen irritiert die Hoffnung auf eine fortschreitende, globale Zivilgesellschaft. Die Erscheinung der Halbstarkenkrawalle in den fünfziger Jahren und die der fremdenfeindlichen Jugendgewalt in den neunziger Jahren sind in Jelineks Roman Die Ausgesperrten und in mehreren exemplarisch ausgewählten Jugendromanen narrativ gestaltet. Ziel dieser Untersuchung ist, in der Verschränkung von literaturwissenschaftlichen mit sozialwissenschaftlichen Beschreibungsversuchen, Einsichten in die Entstehung von jugendlicher Gewalt zu gewinnen. Die in den Romanen reflektierte Gewalt und deren Verbindung mit gesellschaftlichen Krisenerscheinungen, in der Untersuchung im Sinne des Soziologen Ulrich Beck als Modernisierungsschübe begriffen, macht die destruktiven Potentiale der zunehmenden Dynamik des expandierenden Modernisierungsprozesses deutlich.
Aus dem Inhalt: Das Genre des Adoleszenzromans als literarischer Bezugsrahmen für die Analyse der Ursachen, Bedingungen und Motive von jugendlicher Gewalt in den Romanen: Die Ausgesperrten (1980) von Elfriede Jelinek; Haß im Herzen (1992) von Margret Steenfatt; Stein in meiner Faust (1993) von Gunter Preuß; Schwarzer, Wolf, Skin (1993) von Marie Hagemann; Lena & Co. (1994) von Margret Steenfatt; Wer sich nicht wehrt (1994) von Michael Wildenhain.