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Friedrich Nietzsches Strategien der «Noth-Wendigkeit»

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Elke Wachendorff

Die Philosophie Friedrich Nietzsches entzündet sich an der Frage nach dem Sinn des Leidens. In einer nie zuvor dagewesenen radikalen Kritik der Fragestellung selbst im Hinblick auf ihre impliziten - illegitimen - Voraussetzungen sowie der im Laufe der abendländischen Kultur entworfenen Antworten auf sie entdeckt Nietzsche deren lebensstrategische Bedeutung sowie deren repressiven affektökonomischen Charakter. In der dramatischen Handlung des attischen Tragödienspiels hingegen erkennt Nietzsche einen anderen, vergessenen Modus schöpferischer Transfiguration von Noterfahrung. Von dort vermag Nietzsche die Möglichkeit eines alternativen neuen Lebensmodus, einer Affekt-«Oekonomie grossen Stils» zu entwerfen und damit verborgene, gelähmte, ja: enteignete kreative Kräfte neuerlich freizusetzen. Im Ausklingen der Moderne und Auftakt des dritten Jahrtausends christlicher Zeitrechnung erscheint dieser Entwurf «hoher Heilkunst» bedenkenswerter denn je.
Aus dem Inhalt: Nietzsche contra Schopenhauer, Dühring, Wagner und Metaphysik - Das Neue Denken der «Noth-Wendigkeit» - «Noth-Wendigkeit» versus Nützlichkeit, Identifikation versus Identifizierung, Mitfreude versus Mitleid - Lebensstrategien «hoher» und «niederer Heilkunst» - Die «Oekonomie grossen Stils» und der «Verschenkung» - Die «Aesthetische Thätigkeit» «sokratische» und «dionysisch-tragische» Kunst.