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Reform der Schule und elterliche Mitwirkung

Die Ordnung einer sozialen Dienstleistung

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Susanne Soppart-Liese

Es gibt eine Vielzahl von Initiativen rund um die Schule sowie eine Debatte um 'Demokratisierung' und 'Autonomisierung' als Schlagworte auch von Schulreform. Spielen Eltern dabei übehaupt noch - oder wieder - eine Rolle? Eine Analyse erfolgt auf vier Ebenen: die rechtlichen Regulierungen des Schulmitwirkungsgesetzes erweisen sich als restriktiv und untauglich, und damit querstehend zu den partizipationsfreundlichen Bestimmungen des Grundgesetzes und der Landesverfassung; die organisationspolitische Beschreibung kollektiver Mitwirkungsakteure auf Landesebene und europäischer Ebene ergibt eine zersplitterte, ohnmächtige und defizitäre Szene von Elternverbänden; Reformvorschläge für die Schule bieten trotz postulatorischer Beteuerungen für Mitwirkung von Eltern lediglich deren faktischen Ausschluß an; quer dazu: soziologische und politologische Theorieproduktionen mit rationalen Argumenten für Mitwirkung aus Steuerungsgesichtspunkten moderner demokratischer Gesellschaften. Es wird der Vorschlag gemacht, Elternmitwirkung temporär als Netzwerk über Vertrag und Kooperation zu konzipieren. Modelle von Selbsthilfe und Ehrenamtlichkeit werden dabei abgelöst von sozialer Arbeit mit intermediären Funktionen: Interessenvertretung von Eltern, advokatorische Funktionen für Kinder und eine geregelte Leistungsanbietung.
Aus dem Inhalt: Organisierte Interessen im allgemeinbildenden Schulwesen - Rechtliche Regulierung von Elternmitwirkung - Befragung von Elternverbänden in Nordrhein-Westfalen - Europäische Elternverbände - Institutionalisierung von Elternmitwirkung als Beitrag zur 'Autonomisierung' von Schule - Elternmitwirkung als organisiertes Interesse - Staatliche Bildungspolitik als sozialpolitische Steuerungspolitik - Verbindung Elternsystem/Schulsystem - Schlußfolgerungen: Elternmitwirkung als Beitrag zur Entstaatlichung der Schule/Modell des Netwerkes als Vorschlag für eine Inkorporierung von Elterninteressen.