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Vom Kampf der Geschlechter zur Utopie des Ausgleichs

Die Überzeitlichkeit der Mann-Frau-Beziehung bei Madeleine de Scudéry, Ninon de Lenclos, Crébillon fils, Laclos, Preziösensatirikern und Romankritikern

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Christine Schamel

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Formen und Sichtweisen der Liebe in der französischen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht dabei die Erotik der Frau. Sie wird von Madeleine de Scudéry und anderen Autorinnen als Weg zur Selbstfindung sowie einer neuen, freieren Lebensform charakterisiert. Dieser Inbegriff der parfaite amour überwindet die gesellschaftliche Ungleichheit und den Kampf der Geschlechter. Die hierdurch geschaffene weibliche Utopie provoziert den Protest der zeitgenössischen Kritiker, aber auch Mißverständnisse in der modernen Rezeption, die ihrerseits männlichen Denkschemata unterliegen. In dieser Dialektik von weiblicher und männlicher Gefühlswelt spiegelt sich die Aktualität und Überzeitlichkeit der untersuchten literarischen Werke.
Aus dem Inhalt: Liebe und Erotik in den Lettres de Ninon de Lenclos au Marquis de Sévigné - Ein überzeitliches Modell der Geschlechterbeziehung - «Herrschen, um nicht beherrscht zu werden»: Die Mann-Frau-Beziehung im Spiegel der reversiblen Machtverhältnisse (Code galant und männlicher Protest) - Die parfaite amour als Überwindung des Geschlechterkampfs bei Madeleine de Scudéry - Eine weibliche Utopie - Zurück zur Ungleichheit der Geschlechter: Der Scudéry-Roman im Spannungsfeld seiner Rezeption (Romankritik, Preziösensatire) - Die Dialektik von Geschlechterkampf und weiblicher Utopie im Kurtisanenmythos und den Liaisons dangereuses.