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Elemente mündlichen Erzählens in der «Heiðarvíga saga»

Ein Beitrag zur Analyse mündlicher Traditionskerne und Erzählstrukturen in der frühen literarischen Prosaüberlieferung

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Anja Mai

Die altisländische Heiðarvíga saga gilt bislang als die älteste bewahrte Isländersaga und ist deshalb ein wichtiges Zeugnis für Übergangsphänomene zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der europäischen Literatur des Mittelalters. An Hand einer erzähltheoretischen und textlinguistischen Analyse werden mögliche Indizien für die Existenz eines mündlichen Traditionskerns kritisch untersucht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Sammlung und Auswertung der metakommunikativen Referenzen, von denen besonders die strukturierenden Referenzen einen engen Bezug zwischen narrativer Struktur und möglicher Mündlichkeit wiederzugeben scheinen.
Zusätzlich werden Ergebnisse anderer verwandter Forschungsrichtungen – wie die der Erzählforschung, der Oral Tradition und der Oral History – herangezogen. Die Studie wendet sich somit nicht nur an Altskandinavisten, sondern bewußt auch an Wissenschaftler anderer Disziplinen, die sich mit diesem Übergangsbereich befassen.
Aus dem Inhalt: Die Rolle der Isländersaga im Übergangsbereich zwischen Oralität und Schriftlichkeit – Forschungsansätze: Oral history, Oral tradition und Altphilologie – Zum Verhältnis von Fiktionalität zu überliefertem Traditionskern – Textbildungsverfahren der frühen Isländersaga – Erzähltheoretische und textlinguistische Analyse der Heiðarvíga saga – Wege und Methoden zur Analyse mündlicher Traditionskerne – Metakommunikative Referenzen als Schlüssel zur narrativen Struktur – Advice and action – Schema als Arbeitsmethode früher Verfasser – Formelhaftigkeit in den atemporalen Partien.