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Der Einfluß André Gides im Werk Jean-Paul Sartres von 1939 bis 1949

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Katharina Hüttmann

Sartre war sehr darauf bedacht, Gide gegenüber unabhängig zu erscheinen. In seinem Werk gibt es aber zahlreiche offensichtliche Verbindungslinien zu Gide. Um eine Eigenständigkeit zu betonen, die ihm niemand je abgesprochen hätte, hat Sartre gerade die Punkte besonders hervorgehoben, in denen er sich von Gide abgrenzen mußte. Auf diese Weise gelang es ihm, davon abzulenken, daß er eigentlich in vielen Bereichen an Gide anknüpfte und über Themen nachdachte, die auch diesen immer wieder beschäftigt hatten («disponibilité», «acte gratuit», «engagement»). Die Arbeit befragt vier Werke bzw. Werkkomplexe auf die Auseinandersetzung Sartres mit Gide: die Carnets de la drôle de guerre, L’Être et le Néant, die Veröffentlichungen um die «Littérature engagée» und Les Chemins de la liberté. An ihrem Ende steht die Feststellung, daß es Sartre in vielen Bereichen gut getan hätte, die Beeinflussung durch Gide stärker zu reflektieren und zu thematisieren.
Aus dem Inhalt: Hohe Präsenz Gides in Sartres Kriegstagebüchern (Kap. I) – Nachweisbare Auseinandersetzung auch in L’Être et le Néant (Kap. II) und den Schriften zur «Littérature engagée» (Kap. III) – Les Chemins de la liberté als abgebrochener Weg von der «disponibilité» zum «engagement» (Kap. IV).