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Heinrich Raspe – Landgraf von Thüringen und römischer König (1227-1247)

Fürsten, König und Reich in spätstaufischer Zeit

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Matthias Werner

Die elf Beiträge des Bandes, der auf eine Tagung zum 750. Todestag Heinrich Raspes im September 1997 auf der Wartburg zurückgeht, zeigen die politischen Rahmenbedingungen und die theoretischen und herrschaftlichen Grundlagen des kurzlebigen Königtums des thüringischen Landgrafen Heinrich Raspe auf, der auf päpstliches Betreiben am 22. Mai 1246 gegen die Staufer Friedrich II. und Konrad IV. zum König und künftigen Kaiser gewählt worden war und nach kurzer Herrschaft am 16. Februar 1247 auf der Wartburg starb. Der Band nimmt mit der Frage nach der Persönlichkeit, den Handlungsspielräumen und den reichsfürstlichen Reichs- und Herrschaftsvorstellungen Heinrich Raspes eine Neubewertung seines in der älteren, von nationalstaatlichen Kriterien geprägten Forschung durchweg negativ beurteilten Königtums vor und stellt sein Wirken als Territorialherr, Reichsfürst und von den päpstlichen Parteigängern in Deutschland gegen die Staufer gewählter König in den größeren Kontext des Verhältnisses von Fürsten, König und Reich in spätstaufischer Zeit. Von dieser Fragestellung her gelangen die Beiträge zu grundsätzlicheren Einsichten zur Reichsverfassung und zum Reichsbewußtsein in Deutschland in der tiefgreifenden Umbruchsphase um die Mitte des 13. Jahrhunderts.
Aus dem Inhalt: Egon Boshof: Reich und Reichsfürsten in Herrschaftsverständnis und Politik Kaiser Friedrich II. nach 1230 – Helmut G. Walther: Das Reich in der politischen Theorie der Legistik und im Umkreis der päpstlichen Kurie – Wilhelm Janssen: Niederrhein und Reich am Ausgang der Stauferzeit – Heinz Dopsch: Heinrich Raspe und die Reichsfürsten im Südosten – Thomas Zotz: Schwaben und das Königtum Heinrich Raspes – Matthias Werner: Reichsfürst zwischen Mainz und Meißen. Heinrich Raspe als Landgraf von Thüringen und Herr von Hessen (1227-1247) – Ulrich Reuling (†): Von Lyon nach Veitshöchheim: Die Wahl Heinrich Raspes zum rex Romanorum im Jahre 1246 – Giulia Barone: Die «welfische» Partei in Oberitalien und die Gegner Friedrichs II. in Deutschland – Robert Gramsch: Deutschordensdiplomaten in den Verhandlungen zwischen Innozenz IV. und Heinrich Raspe 1244-1246 – Franz-Reiner Erkens: Heinrich Raspe, die Fürsten und das Reich. Ansichten und Einsichten.