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Die Petersburg-Panegyrik

Russische Stadtliteratur im 18. Jahrhundert

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Riccardo Nicolosi

«Petersburg-Panegyrik» bezeichnet die Tradition der epideiktischen Stadtdarstellung, die im 18. Jahrhundert einen wesentlichen Beitrag zur Herausbildung der kulturellen Semantik der neuen Zarenresidenz leistete. Diese Tradition, welche die noch «rhetorikfreie» Stadt in ein textuelles Gewebe aus Petrinischen Ideologemen, Stadtmythemen und der Topik des rhetorischen Städtelobes einflocht, bildet das Fundament des literarischen Petersburg-Mythos. Die Untersuchung dieses bislang wenig beachteten Stadtdiskurses, der in der Petrinischen Epoche entstand und seinen «manieristischen» Endpunkt in der Dichtung Semen Bobrovs erfuhr, hebt insbesondere drei Aspekte hervor: das mythopoetische Substrat, die kulturelle Dimension (im Sinne der Konstruktion kultureller Identität) und die rhetorisch-textuelle Faktur. Damit geht sie im Ansatz über das kultur-semiotische Konzept des «Petersburger Textes» (V. Toporov) hinaus.
Aus dem Inhalt: Zwischen Chaos und Kosmos: Das mythopoetische Substrat der Petersburg-Panegyrik – Das exzentrische Zentrum: Die Petersburg-Panegyrik und die Konstruktion der russischen kulturellen Identität im 18. Jahrhundert – Petropolis sub specie topica: Entstehung und Entwicklung der panegyrischen Petersburg-Topik – Die «postpanegyrische» Petersburg-Dichtung.