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Chemieunterricht in der NS-Zeit

Eva-Maria Stoya

Die Chemie gewann im Dritten Reich aufgrund ihrer wehrwirtschaftlichen Bedeutung ungeheuer an Prestige. In welcher Form aber nahm der von Natur aus weniger ideologisch beeinflußbare Chemieunterricht auf die Schüler Einfluß? Anhand amtlicher Richtlinien und Lehrpläne, der Erkenntnisse aus unveröffentlichten Archivmaterialien, v. a. auch der kritischen Textanalyse von Schulbüchern wird mit diesem Buch ein dichtes Bild der Geschichte des Chemieunterrichtes im Dritten Reich nachgezeichnet; mit dem Ergebnis: Die Schwerpunkte des Chemieunterrichtes werden durch den Grundgedanken der Ganzheitlichkeit, Wehr- und Wirtschaftschemie, Chemiegeschichte und Nachwuchsrekrutierung dominiert. Es wird deutlich gezeigt, wie politische Werte bzw. Parteiinstanzen die Bildungsinhalte des Chemieunterrichtes bestimmten.
Für am Einfluß des Nationalsozialismus auf den naturwissenschaftlichen Schulunterricht Interessierte ist dieses Buch eine hervorragende Informationsquelle. Ein ausführlicher Anhang ermöglicht zudem raschen Zugriff auf Informationen zu Schulbüchern, Stundenplänen und Personen der NS-Zeit.
Aus dem Inhalt: Gewichtsverschiebungen ab 1933 im Vergleich zur Weimarer Republik – Verordnungen, Lehrpläne und Staatliche Institutionen mit Bedeutung für den Chemieunterricht – Schwerpunkte des Chemieunterrichtes (zum Beispiel Wehrchemie, Wirtschaftschemie durch Vierjahresplan und Erzeugungsschlacht-Einfluß, Chemiegeschichte) – Analyse der nach der NS-Schulreform 1939/40 «vorläufig zugelassenen» fünf Chemie-Schulbuchreihen (Mädchen/Jungen) der Höheren Schule – Analyse der nach der NS-Schulreform 1941 «vorläufig zugelassenen» acht Chemie-Schulbuchvereine (Mädchen/Jungen) der Mittelschule – Unterrichtsgestaltungsmittel – Vergleich mit den naturwissenschaftlichen Nachbardisziplinen (Physik-, Geographie- und Biologieunterricht).