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Recht auf Rausch und Selbstverlust durch Sucht

Vom Umgang mit Drogen in der liberalen Gesellschaft

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Matthias Kaufmann

Der Umgang mit psychoaktiven Substanzen ist für viele, wenn nicht die meisten Menschen unterschiedlicher Kulturen eine selbstverständliche Gepflogenheit, die man mitunter vehement verteidigt. Zugleich werden wir seit Jahren mit den gravierenden Problemen der Sucht konfrontiert. In dem Band befassen sich Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen mit historischen, theoretischen und klinischen Aspekten des Drogengebrauchs, mit seiner ethischen, rechtlichen und sozialen Bewertung und mit den Möglichkeiten, der Sucht zu entkommen. Von wesentlicher Bedeutung ist die Frage nach der möglichen Rolle von Drogen für ein geglücktes menschliches Leben und nach der Bedrohung, die dem guten Leben durch die Sucht widerfährt.
Aus dem Inhalt: Matthias Kaufmann: Rausch und Sucht als Gegenstand philosophischer Reflexion – Claudia Wiesemann: Zur Geschichte des Suchtbegriffs - Auf den Spuren eines medizinischen Chamäleons – Felix Tretter: Aspekte einer Philosophie der Sucht. Wissenschaftstheoretische Probleme des Rausches und der Sucht – Kai-D. Bussmann: Freiheit - Gesellschaftliche Entwicklung - Disziplinierung und Rausch – Norbert Scherbaum: Die ärztliche Heroinverschreibung. Empirische Daten und medizin-ethische Diskussion – Jan C. Joerden: Verschreiben statt Verbieten? Zur Ethik der staatlichen Anti-Drogen-Politik – Alexander Aichele: Wahnsinn und Wahrheit. Rausch als privilegierter Seinszugang bei Platon und Georges Bataille – Jürgen Helm: Rausch, Religion und Rebellion. Die soziale Konstruktion des Psychedelismus – Hans-Jürgen Luderer: Seelenfrieden auf Rezept. Zur ärztlichen Verschreibung von Benzodiazepinen – Walter Zitterbarth: Kann es schlecht für mich sein, mir eine Freude zu machen? Drogenkonsum als riskantes Verhalten in der Risikogesellschaft – Alfred Springer: Gestrandet in Pepperland – Hinderk M. Emrich: Zur philosophischen Anthropologie des Süchtigseins – Harald Köhl: Sucht und Selbstverantwortung. Philosophische Ansätze zu einer Suchtethik – Anton Leist: Was könnte gut an Drogen sein? – Joachim Hruschka: Die Unterscheidung von Pflicht und Obliegenheit, angewendet auf die Selbstberauschung – Jean-Christophe Merle: Mit Rausch verbundene Kriminalität und das Verbot der Rauschmittel – Joachim Renzikowski: Rauschdelikt und Schuldbegriff – Felix M. Böcker: Zwischen vitaler Bedrohung und psychosozialer Rehabilitation: Alkoholkranke in der klinischen Versorgung – Lukas K. Sosoe: Wege aus dem Rausch, Wege aus der Sucht.