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Polygraphie im deutschen Strafverfahren

Die Zulässigkeit psychophysiologischer Glaubwürdigkeitsbeurteilung mit Hilfe polygraphischer Aufzeichnungen (Lügendetektion) im deutschen Strafverfahren und der Einfluss der Entscheidungen des BGH vom 17. Dezember 1998

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Mark Schüssler

Bisher war die Durchführung polygraphischer Untersuchungen im Strafverfahren unzulässig. In der Entscheidung aus dem Jahr 1998 hat der BGH die Unzulässigkeit nunmehr lediglich auf ihre geringe Zuverlässigkeit gestützt. Dies eröffnet dem missverständlich als «Lügendetektor» bezeichneten Gerät völlig neue Perspektiven. Die Arbeit gibt zunächst eine Darstellung der Funktionsweise und der Historie der Polygraphie. Nach einem Blick in andere Rechtsordnungen schließt sich ein Abriss der bisherigen Diskussion an. Bei genauerer Betrachtung der Zuverlässigkeit solcher Untersuchungen, insbesondere im Vergleich zu anderen psychologischen Untersuchungsmethoden oder auch der richterlichen Glaubwürdigkeitsbeurteilung zeigt sich, dass der BGH hierbei überzogene Maßstäbe angelegt zu haben scheint.
Der Autor: Mark Schüssler wurde 1970 in Weinheim geboren. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und Finanzassistent studierte er von 1993 bis 1998 in Bremen, Lausanne und Heidelberg Rechtswissenschaften. Auf das erste juristische Staatsexamen folgte das Referendariat am OLG Karlsruhe. Daraufhin begann er mit der vorliegenden Dissertation und arbeitet seit 2001 als Rechtsanwalt.