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Im «Stummland»

Zum Exilwerk von Libuše Moníková, Jiří Gruša und Ota Filip

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Alfrun Kliems

Die Metapher «Stummland» von Jiří Gruša basiert auf der Übersetzung des Wortes «Německo», der tschechischen Bedeutung von «Deutschland». Im vorliegenden Buch werden die zwischen diesen zwei Kulturen situierten Exilwerke Libuše Moníkovás (1945-1998), Jiří Grušas (*1938) und Ota Filips (*1930) betrachtet – Autoren, die nach dem «Prager Frühling» die Tschechoslowakei verließen und im deutschen Exil mit dem Verfassen deutschsprachiger Prosa bzw. Lyrik begannen. Wie das Exil als ein in höchstem Maße unfreiwilliger Wechsel von einer kulturellen Umgebung in eine andere narrativiert wird, ist eine kardinale, immer wieder zur Sprache gebrachte Frage der Literaturwissenschaft. Unter dem Blickwinkel des Exildaseins werden mögliche Zugriffe auf den Identitätsbegriff problematisiert, um daran anknüpfend die als konstitutiv für den Identitätserhalt im Exil fungierenden Faktoren Heimat und Sprache zu beschreiben.
Aus dem Inhalt: Tschechisches Literaturexil 1968-1989 – Begrifflichkeit und Forschungsstand – Probleme von Identität, Heimat und Sprache im Exil – Libuše Moníková und die «kollektive Amnesie»: Erinnerungskultur und Geschichtsmythen als Strategien für die Selbstfindung zwischen drohendem Identitätsverlust und identifikatorischem Neuentwurf – Jiří Gruša und die «weibliche anima»: Paradigmenwechsel in der Lyrik am Beispiel von Heimat, Sprache und Tod – Gescheiterte Identitätsentwürfe: Ota Filips Auseinandersetzung mit Heimat und Exil – Die kathartische Funktion autobiographischen Schreibens.