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Senatspräsident Freymuth

Richter, Sozialdemokrat und Pazifist in der Weimarer Republik. Eine politische Biographie.

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Otmar Jung

Obwohl Freymuth ein hohes Amt innehatte und auch als Fachautor anerkannt war, interessiert in dem vorliegenden Band vor allem die «Dimension der Grenzüberschreitung»: der Oberlandesgerichtsrat, der 1918 in den Arbeiter- und Soldatenrat Hamm geht; der aktive Richter als Vorkämpfer für den verurteilten Fechenbach; der Leiter der «Republikanischen Beschwerdestelle» - einer Art privaten Verfassungsschutzes; der Pazifist, der in der leidenschaftlichen Auseinandersetzung um die Stellung der Friedensbewegung zur Sozialdemokratie 1930 die Deutsche Friedensgesellschaft spaltet; der liberale Burschenschafter, der zunehmend ins Visier der Antisemiten gerät; der politische Flüchtling, der im Pariser Exil Selbstmord begeht.
Dabei wird zugleich ein wichtiger Teil des inoffiziellen politischen Lebens der Weimarer Republik lebendig.
Aus dem Inhalt: Oberlandesgerichtsrat Freymuth: Ein musterhafter Richter im kaiserlichen Deutschland - Der Bruch: Krieg-Revolution-Parlament - Kampfjahre: Der politische Richter - Freymuth als Vorkämpfer für Fechenbach und für Wandt - Für die Verständigung mit Frankreich und mit Polen - Um die Ausnahmegewalt der Reichsverfassung - Wider den Mißbrauch mit Ermächtigungsgesetzen und Verordnungsrecht - Gegen die Seuche der Landesverratsverfahren - Die Krise 1925/26 - The great old man - Spaltung und Rekonstruktion des organisierten Pazifismus - Exil und Tod.