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Musikwissenschaft und populäre Musik

Versuch einer Bestandsaufname

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Helmut Rösing, Albrecht Schneider and Martin Pfleiderer

Traditionsgemäß weiß sich musikwissenschaftliche Forschung in Deutschland der schriftlich festgehaltenen Musik verpflichtet. Die Auseinandersetzung mit jenen Musikrichtungen, die im 20. Jahrhundert für Millionen von Menschen immer größere Bedeutung bekommen haben – Unterhaltungs- und Tanzmusik, Rock, Pop und Jazz – wurde zwar schon von Guido Adler in seinem programmatischen Entwurf einer historischen und systematischen Musikwissenschaft eingefordert, aber nur zögerlich eingelöst. Das allerdings darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine ernst zu nehmende Popularmusikforschung in Deutschland seit mittlerweile gut 40 Jahren existiert. So auch in Hamburg, wo im Rahmen musikpsychologischer, -soziologischer und -ethnologischer Arbeit die verschiedenen Formen der populären Musik wie selbstverständlich in die jeweiligen Forschungsprogramme mit einbezogen worden sind. Der Band umfasst 18 Originalbeiträge von Persönlichkeiten, die dem Hamburger Musikwissenschaftlichen Institut und der Systematischen Musikwissenschaft nahe stehen. In vier Themenblöcken werden forschungsgeschichtliche Aspekte diskutiert, Musikanalysen vorgestellt, spezielle Hamburger Musikszenen beleuchtet und Fragen der Bewertung von populärer Musik angesprochen.
Aus dem Inhalt: Helmut Rösing: «Popularmusikforschung» in Deutschland - von den Anfängen bis zu den 1990er Jahren – Martin Pfleiderer: Thinking in Jazz. Entwicklung und neuere Aufsätze der Jazzforschung – Peter Wicke: Popmusik in der Theorie. Aspekte einer problematischen Beziehung – Paul Riggenbach: Empirie-Domino. Empirische Popularmusikforschung in der BRD: ein Vergleich – Dietrich Helms: Musikwissenschaftliche Analyse populärer Musik? – Albrecht Schneider: Klanganalyse als Methodik der Popularmusikforschung – Werner Jauk: Pop: Mediatisierung und der dissidente Körper – Andre Matthias: Braveheart. Eine filmmusikalische Analyse – Britta Sweers: Die Fusion von traditioneller Musik, Folk und Rock - Berührungspunkte zwischen Popularmusikforschung und Ethnomusikologie – Susanne Binas: Pieces of Paradise - Technologische und kulturelle Aspekte der Transformation lokaler Musikpraktiken im globalen Kulturprozeß – Rainer Dollase/Katharina Woitowitz/Ariel Bieler/Arnd Ridder/Ina Köhnemann: Konformität und Nonkonformität musikalischer Präferenzen als Ausdruck sozialer Distinktion in multikulturellen Schulklassen zwischen dem 11. und 18. Lebensjahr – Werner Hoffmann: Broadcastinghouse / Musikhalle - Hamburg 36, der Anglo-German Swing Club - eine programmatische Skizze – Nikola Vatterodt/Philipp Brieler: Musical in Hamburg – Roger Behrens: Blumfeld mit Kante. Postrock und Diskurspop in der so genannten Hamburger Schule – Ursel Schlicht: «Ein Lebensgefühl, mal anstrengend, mal wunderbar». Jazz und Gender - Zur aktuellen Situation von (Jazz-)Musikerinnen in Hamburg – Dietmar Schlumbohm: Was ist Musik im digitalen Zeitalter noch wert? Veränderungen der Nutzung, des Umgangs und des Wertes von Musik durch digitale Medien – Günther Jacob: Archäologie des Hipnessverfalls – Martin Büsser: Avantgardistische Aspekte der Popkultur.