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Kulturelle Kommerzialisierung

Studien zur Geschichte des Verlages Velhagen & Klasing 1835–1870

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Martin Tabaczek

Während die Verlagsgeschichte des späten 18. und späten 19. Jahrhunderts als recht gut erforscht zu bezeichnen ist, kann man gleiches für die Mitte des 19. Jahrhunderts, als das Verlagswesen einen ungeheuren Aufschwung nahm, nicht behaupten. Diese Studie will herausarbeiten, wie es zu dieser Expansion kam und welche die dominierenden Faktoren waren. Am Beispiel eines gewöhnlichen Provinzverlages erkennt man, dass er seinen Erfolg den Anfängen der entstehenden Konsumgesellschaft in Deutschland verdankte, indem er zu sehr günstigen Preisen fremdsprachliche Literatur ( Musée français, Théâtre français) und Ratgeber, vor allem das berühmte Kochbuch von Henriette Davidis, anbot. Während die fremdsprachlichen Druckerzeugnisse für den expandierenden Schulbuchsektor wichtig waren, stellte das Kochbuch weit mehr als eine bloße Rezeptsammlung dar. Der Erfolg solcher Verlagsprodukte hatte ferner damit zu tun, dass der Verlag Velhagen & Klasing konsumorientierte Werbe- und Marketingstrategien verwendete.
Aus dem Inhalt: Zu einer neuen Herangehensweise an eine Verlagsgeschichte – Verlagsgründung um 1830: bescheidene Anfänge als «Gemischtwarenladen» – Durch Nachdruck frankophoner Texte erste Erfolge und Konturen einer Firmenidentität – Das schwierige Terrain muttersprachlicher Lehrwerke – Die Bürgerin als Konsumentin – das Kochbuch von H. Davidis als Ratgeber – Theologische und religiöse Literatur als Ware? – Das Daheim als Familienblatt für konservative Konsumenten.