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Kafkas Berichterstatter

Anthropologische Reflexionen zwischen Irritation und Reaktion, Wirklichkeit und Perspektive

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Michael Rettinger

Die Berichterstatter Kafkas sind einzelgängerische Sonderlinge, die aus zeitlicher Distanz heraus ihr Leben reflektieren. Der anthropologische Ansatz legitimiert sich aus dieser reflexiven, ganz apraktischen Haltung der Protagonisten, die nach einer bewegten Biographie nur noch resümieren, nicht aber mehr handeln. Ein schrittweises, nahe am Text arbeitendes Lesen der Kafkaschen Texte verweist auf ein Beziehungsgeflecht, in das alles Erleben und Begreifen eingebunden ist: Jede Irritation erzwingt eine Reaktion, jede neu eingenommene Perspektive läßt Wirklichkeit anders begreifen. Begrenzt auf ihr subjektives Erfahren, leben die Kafkaschen Helden in lebensdienlichen Entwürfen, die den – universal auf Kafka angewendeten – Begriff des Scheiterns relativieren.
Aus dem Inhalt: Kafkas Ich-Erzähler – Anthropologische Reflexionen – Irritation und Reaktion – Wirklichkeit und Perspektive – Existenzvollzug und Entwurf versus Scheitern als Vor-Urteil – Entwurf als Hoffnung und Glaube – Lebensdienlichkeit: der Mensch als «Lückenfüller».