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Der Begriff der Menschenwürde

Definition, Belastbarkeit und Grenzen

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Michael Fischer

Die Frage, wie Recht und Kultur zu begründen sind, bündelt sich im Begriff «Menschenwürde». Er zwingt den Einzelnen zum Blick über sich hinaus in die Welt des Verbindlichen und Universellen. Doch kann ein Begriff verhindern, dass sich gesellschaftliche Konflikte mörderisch zuspitzen? Die Geschichte des 20./21. Jahrhunderts zeigt ein schreckliches Bild. Dennoch: Im Begriff der Menschenwürde lag ein gewaltiges Potential, eine wesentliche Kulturleistung, die die Weltgesellschaft auf die Menschenrechte hin fokussierte. Aber die Verheißungen des aktuellen wissenschaftlichen Fortschritts lassen die «naturgegebenen» Definitionen und Grenzen des Menschen unscharf werden. Ist der genetische Code erst einmal völlig dechiffriert, lässt sich der Text des Lebens neu schreiben. Der «posthumane» Mensch lenkt dann seine eigene Evolution als Schöpfer und Rohstoff zugleich und setzt damit die bisherigen Wertmaßstäbe außer Kraft.
Aus dem Inhalt: Hans Walter Vavrovsky: Helmut Schreiner zum Gedenken (1942-2001) – Ludwig Adamovich: Ethik in der Judikatur des Verfassungsgerichtshofes – Wolfram Karl: Die Rolle der Menschenwürde in der EU-Verfassungsdebatte – Günther Kreuzbauer: Argumentationsanalytische Betrachtungen zum Begriff der Menschenwürde – Otto Lagodny: Menschenwürde im Strafrecht - am Beispiel der grundrechtlichen Legitimation staatlichen Strafens – Ota Weinberger: Einheit oder Pluralität der Moral? – Silvia Augeneder: Der Status der Menschenwürde im 20. Jahrhundert und heute am Beispiel Österreichs – Willi Donner: Widerstandsrecht, Tyrannenmord, Kant – Klaus Firlei: Das Soziale und die Menschenwürde – Raimund Jakob: Gott in die Verfassung? – Reinhold Knoll: Die Enzykliken - eine sonderbare politische Botschaft – Helmut Kohlenberger: Religion, Terror, Menschenwürde. Assoziationen – Michaela Strasser: Zivilgesellschaft: Ein Ort verantworteter oder verordneter Freiheit? – Reinhold Fartacek: Selbstgefährdung und Destruktion – Gerhard W. Hacker/Robert Harsieber: Grenzfragen der Medizin und Biotechnologie – Gerhard Luf: Menschenwürde in der Biomedizin – Johannes W. Pichler: Die Menschenwürde des homo patiens. Eine rechtssoziologische und rechtspolitische, zugleich persönliche Bilanz eines Patientenrechtlers – Kurt S. Zänker: Verliert die naturwissenschaftlich orientierte Medizin ihren ethischen Kontext? – Michael Fischer: Der Mensch als Konstruktion. Über einige Paradoxa unserer Gegenwartskultur – Manfred Jochum: Der ungefesselte Prometheus. Ethische Grenzen des technisch Machbaren und die mediale Verantwortung – Reinhard Kacianka: Würde, Wert und nichts als Wörter. Gedanken-Stakkato zur Menschenwürde im Medial Turn – Viktor Mayer-Schönberger: A little knowledge is a dangerous thing.