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Reflexe kultureller Modernisierung

Ernst Kreneks Radikalismus der Mitte und der Einfluss von Karl Kraus 1928-1938

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Meret Forster

Im Mittelpunkt dieser Studie steht ein literarischer und musikalischer Werkausschnitt von Ernst Krenek, der bisher weder bei Musik- noch bei Literaturwissenschaftlern großes Interesse gefunden hat. Als Komponist, Literat und Journalist war Krenek im Spannungsfeld zwischen Nazi-Deutschland und der Ersten Republik Österreich, Kritischer Theorie und enkulturiertem Traditionalismus in Wien um eine individuelle geistige und ästhetische Position bemüht, die im Zeichen ambivalenter Modernität stand. Er ist daher eine Schlüsselfigur zum differenzierten Verständnis von Reflexen kultureller Modernisierung, zumal er seine Aufmerksamkeit zwar auf Phänomene moderner Zerstreuungskultur richtete, aber dennoch eine Überzeitlichkeitsästhetik in Anlehnung an Karl Kraus postulierte. Seine Tätigkeit ist auch Spiegel realgeschichtlicher Umwälzungen und vermag Bedingungen und Zwänge der Möglichkeit einer journalistischen, literarischen und musikalischen Existenz am Rande nationalsozialistischer Herrschaft abzubilden.
Aus dem Inhalt: Literarische und musikalische Karl Kraus-Rezeption 1928-1938 – Feuilletons für die Wiener Zeitung und die Frankfurter Zeitung23 - Eine Wiener Musikzeitschrift – Kehraus um St. Stefan - Satire mit Musik – Vertonung von Kraus-Texten.