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Johann Amos Comenius – Vordenker eines kreativen Friedens

Deutsch-tschechisches Kolloquium anlässlich des 75. Geburtstages von Heinrich Beck (Universität Bamberg, 13.-16. April 2004) unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Haus des Deutschen

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Erwin Schadel

Dieser Band dokumentiert ein deutsch-tschechisches Kolloquium, welches im April 2004 an der Universität Bamberg durchgeführt wurde. Im interdisziplinären Diskurs arbeiten 24 Referentinnen und Referenten (12 aus Tschechien und 12 aus Deutschland) heraus, dass dem ganzheitlichen Denken des Johann Amos Comenius (1592-1670) höchste Aktualität für die derzeitige Globalisierungs-Thematik zuzusprechen ist: Die von Comenius konzipierte Allreform, die politische, philosophische und religiöse Komponenten einschließt, enthält wirksame Potentiale für einen «kreativen Frieden» der Völker und Kulturen. Mit diesem Begriff ist eine Ordnung gemeint, welche nicht von «außen» oder «oben» aufgeprägt wird, sondern sich vielmehr von «innen» her begründet, indem sie der Grunddisposition des menschlichen Seins entspricht. Das genannte Kolloquium versteht sich als weitere Konkretion des international weit verzweigten Forschungsprojektes Kreativer Friede durch Begegnung der Weltkulturen. Initiator dieses Projektes und Nestor des interkulturellen Philosophierens ist der Philosoph Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Beck, welcher anlässlich seines 75. Geburtstages durch das Bamberger Kolloquium geehrt wurde.
Aus dem Inhalt: Arnulf Rieber: Die Versöhnung der Religionen nach Cusanus’ «De pace fidei» – Hans-Rüdiger Schwab: Der Friedensgedanke bei Erasmus von Rotterdam – Siegfried Wollgast: Friedensideen im deutschen utopischen Denken während des Dreißigjährigen Krieges – Tomáš Nejeschleba: Die philosophischen Werke des Johannes Jessenius als Quelle einiger Gedanken des Comenius? – Alena Nastoupilová: Zum Friedenskonzept in der Theologie der Brüderunität – Walter Eykmann: Friedenspädagogische Aspekte im Reformprojekt des Comenius – Hans-Joachim Müller: Comenius’ Modell der Urteilsfindung in seiner Kontroverse mit dem Kapuzinermönch Valerian Magni – Jiří Beneš: Comenius’ frühe Schrift «Cesta pokoje» (Weg des Friedens) – Martin Steiner: Komenskýs Verhältnis zu den christlichen Konfessionen seiner Zeit – Regine Froschauer: Systematisch-integrale Implikationen in Comenius’ antisozinianischer Kontroverse – Petr Zemek: Christlicher Glaube als wesentliches Moment in Comenius’ Reformprojekt – Jan Blahoslav Lášek: Theologische Voraussetzungen für den Frieden in Comenius’ «Consultatio catholica» – Daniel Neval: Wie das Gold durchs Feuer geläutert wird. Comenius’ Verständnis der Geschichte der Brüderunität – Jürgen Beer: Comenius’ «Prodromus Pansophiae» als Einladung zum interkulturellen Dialog – Karel Floss: «Panorthosie» als Konzept zukünftiger Sicherung des Weltfriedens – Jan Kumpera: Comenius’ Friedenspläne - Utopie oder Zukunftsvision? – Pavel Floss: Die geistige Hinterlassenschaft des Johann Amos Comenius für das Dritte Jahrtausend – Matthias Scherbaum: Irenistische Implikationen in Comenius’ Metaphysik-Verständnis – Jozef Matula: Immanente Ordnung und universaler Friede bei Johann Amos Comenius – Věra Schifferová: Comenius’ Philosophie der Gewaltlosigkeit in ganzheitlicher Perspektive – Erwin Schadel: Musen, Chariten, Orpheus und Pythagoras. Die Präsenz antiker Mythologie und Musikphilosophie in Comenius’ pansophischem Friedenskonzept – Uwe Voigt: «Nicht durch Spekulieren und Betrachten, sondern durch Handeln und Herstellen…». Pragmatisches Friedensdenken bei Comenius – Johannes Rehm: Weltethos als Programm interreligiösen Lernens - Anregungen durch Comenius – Heinrich Beck: Der 11. Sepember 2001 als Chance - Comenius aktuell.