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Beziehungserfahrung und Bildungstheorie

Die klassische Bildungstheorie im Lichte der Briefe Caroline und Wilhelm von Humboldts

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Peter Weisz

Der Gegenstandsbereich dieser Untersuchung ist der Briefwechsel zwischen Wilhelm von Humboldt und Caroline von Dacheröden bzw. Humboldt in den Jahren 1787 bis 1797. Dies sind jene Jahre, in welchen auch die wesentlichen Arbeiten Humboldts zu einer Theorie der Bildung verfasst wurden. Durch Erarbeitung der charakteristischen Selbstaussagen gelingt es erstmals, die Entstehung der Gedanken Humboldts zum Thema Bildung auf der Grundlage von Beziehungserfahrungen anhand der Quellen nachzuvollziehen. Dadurch wird aufgezeigt, dass Bildung im Sinne Humboldts als Selbstbildung weder monologisch noch dialektisch zu verstehen ist. Die systematische Mitte seiner Denkbewegung kann vielmehr in einer dialogischen Mitte gefunden werden, die in der liebenden Begegnung als Movens der freien Wechselwirkung von Ich und Welt in mannigfaltigen Situationen die Freisetzung zum individuellen Selbstsein ermöglicht.
Aus dem Inhalt: Der konstitutive Zusammenhang von Beziehungserfahrung und Bildungstheorie bei Wilhelm von Humboldt – Caroline und Wilhelm von Humboldt in Selbstbild und Fremdbild – Die Eröffnung der Themen Tugendbund, Genuss, Vollkommenheit, Bildung und Brief – Die Entwicklung der Themen Kraft und Schönheit, Erkenntnis und Liebe, Neues Dasein und Bildung und höchster Zweck – Bedeutungsfelder von Bildung um 1790 - als Folgerung eine neue Lesart von Bildung – Neuere Literatur im Lichte der bisherigen Ergebnisse – Gebrochene Teleologie am Beispiel des Bildungsromans und die Offenheit von Bildungsprozessen.