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In der Provinz des Lehrers

Rollenbilder und Selbstentwürfe in Leben und Werk von Elias Canetti

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Bertram Kazmirowski

Die Arbeit deutet die zu Elias Canettis Lebzeiten erschienenen drei autobiographischen Bücher als Texte, in denen sich das erzählende Ich während der ersten 30 Lebensjahre aus einer Schülerrolle heraus in Auseinandersetzung mit Lehrerfiguren zum Dichter entwickelt. Der aus dem Nachlass edierte vierte Erinnerungsband zeigt jedoch, dass Canetti sich im Exil in England vom Schüler, der Dichter werden will, zum Meister, der seinen Schülerinnen das Schreiben lehrt, gewandelt hatte. In der Provinz des Lehrers ergründet diese vielfältigen Inszenierungen des Rollenspiels zwischen Schüler- und Lehrerfiguren. Unter Nutzung von bislang unveröffentlichten Quellen zeichnet das Buch auch die enge Beziehung von Canetti zu einem seiner Züricher Lehrer, Friedrich Witz, nach. Außerdem werden Bezüge von Canettis Lehrerporträts zum Werk des Physiognomikers Rudolf Kassner freigelegt.
Aus dem Inhalt: Der Lehrer als anthropologischer Typus – Der Lehrer als Machthaber in der Literatur um 1900 – Elias Canetti als Schüler in Zürich und Frankfurt am Main – Canetti und Friedrich Witz – Canetti als Schüler von Karl Kraus und Dr. Sonne – Canetti als Sokrates – Canetti als Lehrer und Machthaber – Canettis physiognomische Lehrerporträts in der Nachfolge Rudolf Kassners.