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Wilhelm Kisch – Leben und Wirken (1874-1952)

Von der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg bis zur nationalsozialistischen Akademie für Deutsches Recht

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Susanne Adlberger

Wilhelm Kisch war ein angesehener Rechtswissenschaftler auf den Gebieten Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Gewerblicher Rechtsschutz und Versicherungsrecht während vier Epochen deutscher Zeitgeschichte. Die Untersuchung zeichnet vornehmlich auf der Grundlage uneditierten Quellenmaterials sein Leben und Wirken als unpolitischer, nationalgesinnter Professor von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik, dem Dritten Reich bis in die Nachkriegszeit nach. Kisch galt als überaus begabter Pädagoge. Er prägte maßgeblich die Entwicklung des Juristischen Seminars an der Universität München sowie der noch heute bestehenden Vereinigung Deutscher Zivilprozessrechtslehrer. Der Schwerpunkt der Studie liegt auf der Untersuchung seines zwischen Anpassung und Ablehnung liegenden Engagements im Nationalsozialismus insbesondere seiner Tätigkeit als Vizepräsident der von Hans Frank gegründeten Akademie für Deutsches Recht und als Schlüsselfigur ihrer Kooperation mit der Universität München in den Anfangsjahren des Dritten Reichs. Trotz seiner freiwilligen Pensionierung und seines frühen Rücktritts als Vizepräsident gelang ihm in der Folgezeit keine deutliche Distanzierung vom Nationalsozialismus.
Aus dem Inhalt: Berufliches Werden und Wirken im Reichsland Elsaß-Lothringen 1874-1916 – Katholischer Grenzländer an der protestantisch geprägten Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg – München - Karriere im Kaiserreich und in der Weimarer Republik 1916-1933 – Erfolgreiche Krisenjahre – Rechtswissenschaftler im Nationalsozialismus 1933-1945 – Zwischen Anpassung und Ablehnung – Vizepräsident der Akademie für Deutsches Recht und Schlüsselfigur ihrer Verbindung zur Universität – Letzte Jahre in der Nachkriegszeit 1945-1952.