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Die Täterfreundlichkeit des Bundesgerichtshofs beim Rücktritt von versuchten Tötungsdelikten

§ 24 StGB in der Kasuistik des BGH

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Anna Elena Janke

Ratio legis, Fehlschlag, Beendigung, Freiwilligkeit, «Denkzettel» – es gibt kaum ein zum Rücktritt vom Versuch gehörendes Thema, das nicht heftig umstritten war und ist. Die Lektüre der Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zum Rücktritt von versuchten Tötungsdelikten zeigt: die höchstrichterliche Rechtsprechung tendiert dazu, Tatbestandsvoraussetzungen des § 24 StGB so auszulegen, dass dem Rücktrittsprivileg ein weiter Anwendungsspielraum eröffnet wird. Eine solche «Täterfreundlichkeit» widerspricht sowohl den bestrafungsfreudigen Entwicklungen in der Legislative als auch dem herrschenden kriminalpolitischen Klima, das immer frühere und drastischere Sanktionen fordert. In dieser Arbeit werden rechts- und sozialwissenschaftliche Erklärungen für die spezielle Großzügigkeit des BGH gesucht.
Aus dem Inhalt: Ratio legis des § 24 StGB – Fehlschlag – Beendeter und unbeendeter Versuch – Freiwilliger Rücktritt – Rücktrittsbemühungen – Kasuistik des BGH zum Rücktritt von versuchten Tötungsdelikten – «Gebrauchtwagen-Fall» – «Flachmann-Fall» – «Krankenhaus-Fall»– «Lilo-Fall» – «Telefon-Fall» – «Denkzettel-Fall» – «Gashahn-Fall» – Imagepflege – Account-Theorie – Attributionsforschung – Kriminalpolitik – Opferschutz – Bestrafung mitverwirklichter Durchgangsdelikte – Verhandlungsvorbereitung.