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Kunst der Ökonomie

Die Beobachtung der Wirtschaft in G. Kellers Roman "Der grüne Heinrich</I>

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Karolina Brock

Kunst und Ökonomie stellen auf den ersten Blick einen unauflöslichen Widerspruch dar. Entgegen dieser Sichtweise versucht dieser Beitrag zu zeigen, dass es in der Literaturgeschichte – zumindest punktuell – versöhnende Tendenzen zwischen Kunst und Wirtschaft gegeben hat. So bildet der in den Jahren 1854/55 entstandene Roman von Gottfried Keller Der grüne Heinrich ein Paradeexempel eines literarischen Textes, der sich – anders als in der Forschung bisher gerne angenommen – der Idee einer harmonischen Einheit von Kunst und Ökonomie verpflichtet sieht. Diese Arbeit gibt sich dabei mit einer Textuntersuchung nicht zufrieden. Um der Komplexität der Thematik gerecht zu werden, wird der Leser im ersten Schritt an die sozioökonomischen Theorien des 19. Jahrhunderts herangeführt, insbesondere an jene Theorien, welche das Wechselverhältnis von Kunst und Wirtschaft zum Thema haben. Dabei wird deutlich: Erst mit Hilfe solcher Ökonomen wie Gustav Schmoller, Karl Knies oder Albert E. F. Schäffle eröffnet sich im zweiten Schritt der Zugang zur Kunst der Ökonomie in Kellers Roman.
Aus dem Inhalt: Die Ökonomie der Form – Die Ökonomie und bürgerliche Gesellschaft nach 1848 - ein Definitionsversuch – Phantasie als Leistung: Der Künstler in der bürgerlichen Gesellschaft – Die Ökonomie der Zeichen: das Kunstwerk innerhalb des Wirtschaftssystems – Kunst oder Kunstindustrie? - Zwischenfazit – Die Form der Ökonomie: Der grüne Heinrich (erste Fassung) von Gottfried Keller – Kindheitsgeschichte – Kunstbilder – «Eine ordentliche hohe Schule»: die Ökonomie als Bildungsweg des Romanhelden – Soll und Haben des Grünen Heinrich - eine Bilanz nach Gottfried Keller.