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Franz Kafkas Erzählungen

Rationalismus und Determinismus- Zur Parodie des christlich-religiösen Mythos

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Gernot Wimmer

In hermeneutischer Herangehensweise werden in diesem Band die Bedeutungsmuster in Kafkas Erzählungen freigelegt und deren Zusammenhänge hergestellt, was zu erstaunlichen Ergebnissen führt. Nach Kafka ist der Sündenfall selbst auf das ausweglos determinierte irdische Dasein zurückzuführen, was eine Umkehrung biblischer Glaubenswerte nach sich zieht: Nicht der Mensch hat sich einst an der göttlichen Ordnung versündigt, sondern der Schöpfer an seinen Kreaturen selbst. Entbehren die Sündenfall-Konfigurationen in den Romanen allegorischer Qualität, so liegen in den Erzählungen Die Verwandlung und Ein Bericht für eine Akademie ebensolche Abbilder vor, was die bedingende göttliche Amoral inhaltlich nachvollziehbar macht: So wird der Sündenfall zur deterministischen Sündenfalle.
Aus dem Inhalt: Betrachtung; impressionistische Landschaften der Selbstentfremdung und zwischenmenschlichen Isoliertheit – Das Urteil; Vater-Sohn-Konflikt im symbolisch-metaphysischen Bedeutungsrahmen – Die Verwandlung; zwischen symbolisch-metaphysischem Vater-Sohn-Konflikt und narrativ-realistischer göttlicher Gerichtsbarkeit – In der Strafkolonie; kollektive Rebellion die göttliche Gerichtsbarkeit betreffend – Ein Landarzt; zwischen phantastisch-realistischer Fremd-, symbolischer Kollektiv- und individual-allegorischer Selbstdiagnose – Der Kübelreiter; partiell-perfektionistische Individual-Existenz mit selbstzerstörerischen Zügen im allegorisch-metaphysischen Bedeutungsrahmen – Ein Hungerkünstler; destruktiv-kompensatorische Individual-Existenz als Ergebnis metaphysischer Daseinsordnung.