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«Man erspare es mir, mein Juristenherz auszuschütten»

Dr. iur. Kurt Tucholsky (1890-1935)- Sein juristischer Werdegang und seine Auseinandersetzung mit der Weimarer Strafrechtsreformdebatte am Beispiel der Rechtsprechung durch Laienrichter

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Thorsten Miederhoff

Als fachkundiger Journalist und Schriftsteller übte Kurt Tucholsky scharfe Kritik an der Justiz der Weimarer Republik, äußerte sich aber auch zu grundsätzlichen Fragen des Strafrechts, des Strafprozessrechts und der Gerichtsverfassung. Trotz dieses Umstands haben sich die Juristen bislang kaum mit Tucholsky befasst: «Nicht einmal Tucholskys Jurastudium ist genau erforscht» (Michael Hepp). Die Untersuchung möchte zur Überwindung dieses Desinteresses beitragen. Steht im ersten Teil der juristische Werdegang Tucholskys im Mittelpunkt, so behandelt der zweite Teil ausgewählte Aspekte seiner Rechts- und Justizpublizistik. Aufschlussreich sind Tucholskys Beiträge zur Laienbeteiligung nicht zuletzt deshalb, weil sie neben Grundzügen seines strafrechtlichen Denkens seine bis in die Studienzeit zurückreichende Beschäftigung mit der Freirechtsschule erkennen lassen.
Aus dem Inhalt: Rechtsstudium in Berlin und Genf – Promotion an der Salana – Aberkennung der Doktorwürde nach der Ausbürgerung 1933? – Streit um die Laienbeteiligung – Der «Fall Harden» – «Volksgericht? Eine Farce» – «der Arbeiter fehlt fast immer» – Kritik an Fragestellung und Rechtsbelehrung – «Lex Emminger» – «Was heute im Beratungszimmer vor sich geht, weiß kein Mensch» – Das alte Schwurgericht als «Gnadeninstanz» – Rechtsprechung contra legem und die Freirechtsbewegung – «Merkblatt für Geschworene».