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Das System der Kapitalaufbringung und Kapitalerhaltung der Aktiengesellschaft und Gesellschaft mit beschränkter Haftung im russischen und deutschen Recht

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Thomas Fischer

Das russische wie auch das deutsche Kapitalgesellschaftsrecht verlangt zur Gründung von Kapitalgesellschaften die Aufbringung eines bestimmten Mindestkapitals. Dadurch soll einerseits die Solidität der Gesellschaftsgründung gewährleistet, andererseits ein gewisser Gläubigerschutz sichergestellt werden. Damit die im staatlichen Register eingetragene Satzungskapitalziffer nicht nur ein «leeres Versprechen» bleibt, sieht das Recht der Kapitalgesellschaften ein System von Regelungen vor, um die Aufbringung und den Erhalt des Mindestkapitals zu gewährleisten. Das Ziel der Arbeit ist es, die Kapitalaufbringungs- und Kapitalerhaltungsregeln bei der AG und GmbH im russischen Recht mit dem in sich geschlossenen und komplexen System des Gläubigerschutzes im deutschen Kapitalgesellschaftsrecht zu vergleichen. Während das deutsche Recht bei der Kapitalaufbringung ein auf Publizität und Registerkontrolle basierendes präventives Schutzsystem wählt, verzichtet das russische Recht auf eine Werthaltigkeitsprüfung durch die Registrierungsbehörde. Die Gründung einer AG ist zunächst sogar ohne jegliche Einlageleistung möglich. Das russische Recht kennt kein ausdrückliches Verbot der Einlagenrückgewähr. Die Regeln über die zwingende Kapitalherabsetzung und Liquidation der Gesellschaft sichern jedoch eine Übereinstimmung von Vermögen und Kapitalkennziffer. Im Zentrum der Kapitalerhaltung im deutschen Recht stehen die Regeln über das Verbot der Vermögensrückgewähr, die durch das komplexe System des Eigenkapitalersatzrechts abgesichert werden.
Aus dem Inhalt: Rechtsgrundlagen des Kapitalgesellschaftsrechts in Russland und Deutschland – Die zentrale Bedeutung des Eigenkapitals im russischen und deutschen Kapitalgesellschaftsrecht – Kapitalaufbringung – Kapitalerhaltung.