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«Die Welt durch sich hindurch lassen»

Hubert Fichtes Werk als Medium ästhetischer Erkenntnis - Unter besonderer Berücksichtigung seiner literaturgeschichtlichen Kontexte

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Michael Rieger

Die literaturgeschichtliche Kontextualisierung von Hubert Fichtes Werk macht die einzelnen Entwicklungsschritte sichtbar, mit denen sich Fichtes Konzept der poetischen Anthropologie herausgebildet hat. Fichtes fragmentarisches, schwer überschaubares Werk kann auf diese Weise strukturiert werden. Direkte Textvergleiche machen deutlich, wie sehr der Autor vom Nouveau Roman und Alain Robbe-Grillet beeinflusst war, zeigen aber auch klar die Grenzen dieser Nähe. Fichtes Hinwendung zur Dokumentarliteratur, Berührungspunkte zu Peter Weiss und Blaise Cendrars, die Erweiterung der formalen Mittel um das Interview und die Montage werden untersucht. Aus dieser Disposition heraus entwickelt sich Fichtes Erforschung des afrobrasilianischen Synkretismus, die ihn zu entscheidenden sprachkritischen Überlegungen führt und Aspekte der writing culture-Debatte vorwegnimmt. Schließlich zeigt ein direkter Vergleich von Fichtes Geschichte der Empfindlichkeit mit Giacomo Casanovas Geschichte meines Lebens unvermutete literaturgeschichtliche Korrespondenzen. Hubert Fichte – der Casanova des 20. Jahrhunderts?
Aus dem Inhalt: Hubert Fichte und der Nouveau Roman – Fichte im Kontext des Dokumentarismus – Die ethnologische Ausweitung des Werks – Blaise Cendrars und Brasilien – Die Geschichte meines Lebens und die Geschichte der Empfindlichkeit: Giacomo Casanova und Hubert Fichte im strukturellen und motivischen Vergleich.