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Variatio delectat

Empirische Evidenzen und theoretische Passungen sprachlicher Variation- Herausgegeben von Peter Gilles, Joachim Scharloth und Evelyn Ziegler für Klaus J. Mattheier zum 65. Geburtstag

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Peter Gilles, Joachim Scharloth and Evelyn Ziegler

Kein anderes Konzept ist für die Soziolinguistik von fundamentalerer Bedeutung als das der Varietät. Die Disziplin entwickelte sich ausgehend von der Erkenntnis, dass im Sprachgebrauch sozialer Gruppen Bündel sprachlicher Merkmale signifikant kookkurieren. Seit ihren Anfängen wurden in der Soziolinguistik viele Versuche unternommen, sprachliche Variation theoretisch zu fassen. Dieser Band bündelt nun die gegenwärtig wichtigsten Ansätze zur Beschreibung und Erklärung sprachlicher Variation. Im Zentrum stehen der Begriff der «Varietät» und konkurrierende Konzepte zur Modellierung sprachlicher Variation wie «Stil» und «Kommunikative Praktik». Begriffsarbeit und wissenschaftstheoretische Reflexion werden ergänzt durch Fallstudien, die zeigen, welche Bedeutung die Beschäftigung mit sprachlicher Variation für das Verständnis von Sprachgeschichte, Sprachwandel, Standardisierung und Destandardisierung sowie sprachliche Interaktion hat.
Aus dem Inhalt: Peter Gilles/Joachim Scharloth/Evelyn Ziegler: Variatio delectat? – Dennis R. Preston: Variation in Language Regard – Klaus Gloy: Varietäten in normentheoretischer Perspektive – Vít Dovalil: Zum Begriff ‘Varietät’ und dessen Verflechtung mit ‘Norm’ und ‘Stil’ – Péter Maitz: Sprachvariation zwischen Alltagswahrnehmung und linguistischer Bewertung. Sprachtheoretische und wissenschaftsmethodologische Überlegungen zur Erforschung sprachlicher Variation – Alexandra N. Lenz: «Von Erp nach Wittlich und zurück» - Substandardsprachliche Strukturen des Mittelfränkischen – Joachim Herrgen: Varietät und Variation in optimalitätstheoretischer Sicht – Jürgen Erich Schmidt: Die modernen Regionalsprachen als Varietätenverbände – Helen Christen: Vertikale und horizontale Variation: Beobachtungen zum Schweizerdeutschen – Beate Henn-Memmesheimer: Sprachliche Innovationen als Ready-made: Zur Soziologie und Semantik sprachlicher Varianten – Jannis Androutsopoulos/Janet Spreckels: Varietät und Stil: Zwei Integrationsvorschläge – Johannes Schwitalla: Sprachvariation als Ressource für unterschiedliche Stimmen des Ichs – Stephanie Hackert: Creoles and the City: Testing Sociolinguistic Variables in a Creole Urban Environment – Angelika Linke: ‘Varietät’ vs. ‘Kommunikative Praktik’. Welcher Zugang nützt der Sprachgeschichte? – Roland Willemyns: Scripta manet? Was die Sprachgeschichte von der Varietätentheorie lernen kann – Stefaniya Ptashnyk: Variation und historische Sprachkontaktforschung am Beispiel der multilingualen Stadt Lemberg – Wim Vandenbussche: Standardisation through the Media. The Case of Dutch in Flanders.