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Religionsfreiheit und Apostasie in islamisch geprägten Staaten

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Katharina Knüppel

Die Untersuchung behandelt ein Reizthema im Dialog zwischen den internationalen Menschenrechten und dem traditionellen islamischen Rechtskreis. Apostasie als Bestandteil der Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, das die klassische islamische Rechtslehre im Hinblick auf einen Religionswechsel vom Islam nicht anerkennt. Vielmehr ordnet sie den Abfall vom Islam als bestrafungswürdigen Tatbestand ein. Das Problem ist keineswegs theoretischer Natur, sondern wirkt sich bis in die Gegenwart auf die (Rechts-)Wirklichkeit in einzelnen islamischen Staaten aus. Anliegen der Studie ist nicht nur die Vermittlung eines in die komplexen Zusammenhänge eingebetteten Gesamtverständnisses der Materie unter Einbeziehung von innermuslimisch vertretenen Haltungen, sondern sie erarbeitet zugleich eine Perspektive, die ein Festhalten an der Universalität der Menschenrechte ermöglicht und den muslimischen Anspruch auf kulturelle Identität berücksichtigt.
Aus dem Inhalt: UN-Menschenrechte als Prüfmaßstab für Apostasie – Religionsfreiheit in der internationalen Völkerrechtslehre und ihre konkrete Verankerung in den UN-Menschenrechtsinstrumenten – Schutz religiöser Minderheiten – Grundlagen islamischen Rechtsdenkens und Religionsfreiheit im Lichte islamischer Menschenrechtskonzepte – Theoretische Grundlagen und Rechtswirklichkeit der Apostasiedoktrin in einzelnen islamischen Staaten – Religiöse Minderheiten im islamischen Rechtskreis – Innermuslimische Reformansätze.