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«So lauert die Sünde vor der Tür» (Gen 4,17)

Nachdenken über das Phänomen der Fehlbarkeit

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Anja Middelbeck-Varwick

Das Sündenverständnis der christlichen Tradition will sich offenbar nur schwer in die gegenwärtigen Weisen der Welt- und Selbstdeutung einbringen lassen. Zwar wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Versuche unternommen, Reformulierungen für das tradierte Verständnis von Sünde zu finden. Und doch bleiben zunächst viele Fragen: Was meint die Heilige Schrift, wenn sie von Sünde spricht? Wie kann individuelles Sündigsein gedacht und erkannt werden? Was ist der Gehalt des «Erbsündentheorems», was bedeutet Rechtfertigung? Wie ist von Verantwortlichkeit und wie von Schuld zu reden? Diese Publikation will dem aufgezeigten Fragekomplex nachdenken. Sie geht zurück auf eine Ringvorlesung des Seminars für Katholische Theologie, die im Jahr 2008/2009 an der Freien Universität Berlin stattfand.
Inhalt: Anja Middelbeck-Varwick: «Die Menschen lügen alle.» (Ps 116,11). Einführendes zum Nachdenken über die Sünde – Detlef Dieckmann: «Meine Schuld ist zu groß». Der alttestamentliche Schuldbegriff am Beispiel von Gen 4,13 – Peter von der Osten-Sacken: Paulus und die Universalität der Sünde. Eckdaten einer kleinen Theologie des Schenkens – Johannes Niehoff-Panagiotidis: Jenseits des Heiligen Augustinus. Vom Sündenverständnis der Ostkirche – Athina Lexutt: Pecca fortiter - Luther über Sünde, Tod und Teufel und wie ihnen zu begegnen ist – Michael Bongardt: «Freiheit in der Unfreiheit Dienst» - Zu Sören Kierkegaards Verständnis von Sünde und Erlösung – Markus Thurau: Röm 5,12-21 innerhalb der neutestamentlichen Exegese der Katholischen Tübinger Schule. Konturen einer Auslegungsgeschichte – Anja Middelbeck-Varwick: Die konstruierte Weiblichkeit der Sünde? Zur Relevanz einer gendertheologischen Revision der Harmatiologie – Helena Reschucha: Vom Verlust der Sünde? Das Gute und das Böse in Alain Badious Ethik der Wahrheiten.