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Dostojewskij in der deutschen und italienischen Literatur. Eine komparative Studie (1881-1927)

Stefania Torri

Das Werk beleuchtet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang mit der literarischen Rezeption Dostojewskijs im deutschen und italienischen Kulturraum: Zunächst wird Dostojewskij sowohl in Deutschland als auch in Italien als irritierendes Phänomen wahrgenommen. Während sich die Diskussion in Deutschland dann auf die Person des Autors und auf seine Figuren konzentriert, die als Spiegelbilder seines Selbst gedeutet wurden, werden in der italienischen Wissenschaft vor allem die Darstellung der authentischen Empfingungen und die Ausdruckskraft der Alltagssprache gegen Rhetorik und akademischen Formalismus betrachtet. Zur Zeit des ersten Weltkriegs verstärken sich die Diskussionen über den Nationalcharakter und in der folgenden Zwischenkriegszeit spiegeln sich in der deutschen Dostojewskij-Rezeption Hoffnung auf Erneuerung, in der italienischen hingegen stehen die künstlerischen Verfahrensweisen Dostojewskijs im Vordergrund.

0. Deutschland und Italien im Spiegel der Dostojewskij-Rezeption -  Zur Problematik - Zum Stand der Forschung - Dostojewskij in Deutschland und Italien: Grunde fur eine Gegenuberstellung - Deutschland und Italien im Spiegel der Dostojewskij-Rezeption: Zwei unterschiedliche literarische Identitaten? - Die Auseinandersetzung mit Russland - Dostojewskijs Einzug in die deutsche und italienische Literatur: Die Ubersetzungen - 1. Dostojewskij in Deutschland (1888-1914): Die Entdeckung einer neuen Welt - Die neue Welt Dostojewskijs - Ein Uberblick uber die allgemeinen Portraits Dostojewskijs - Die russischen Eigenschaften des Autors Dostojewskij - Die Darstellung der Dostojewskij-Biographie - Der Russe und das kranke Opfer - Der extrem altruistische Autor - Der Autor, der fur seine Ideale kampft - Der geniale Schriftsteller - Die Biografie bei psychologisch-orientierten Beitragen: Das Beispiel Thimoteus Segaloffs - Der Russe ehrt seine Heimat und sein Volk - Selbstsichere, ehrliche Deutsche versus unsichere, lugenhafte Russen - Russische Nachgiebigkeit -Leiden, Mit-Leiden, Lust zum Leiden - Der Russe schafft ein neues, authentischeres Christentum - Die Gefahr des Neuen - Die Russen verbreiten eine junge, genuin nationalistische Literatur - Aspekte der Werkrezeption - Zwischen Krankheit und Hellsicht: Die Figuren Dostojewskijs bei Brandes - Brandes: Raskolnikov als Sprachrohr moralischer Widerspruche und genialer Verbrecher - Meyer: Der Heilungsprozess der Romanhelden Dostojewskijs - Die Moment-Psychologie - Die Pathologisierung der Figuren Dostojewskijs am Beispiel Segaloff - Die weibliche Welt im Werk Dostojewskijs (Teil I) - Brandes: Dostojewskij, ein Erneuerer der dialogischen Kunst - Ernst: Der versteckte Autor - Dostojewskij Dichter unter der Oberflache - Der Humor bei Dostojewskij - Anmerkungen uber die Autonomie der literarischen Figur - 2. Dostojewskij in Italien: Die Entdeckung eines neuen Schriftstellers - Ein neuer Vertreter in der alten literarischen Tradition - Ein erstes Portrait Dostojewskijs: Zwischen Abscheu und Mitleid - Die franzosische Lesart und ihre Auswirkungen in Italien - Allgemeine Portraits - De Gubernatis: Die Ehrlichkeit des russischen Volkes - De Gubernatis: Dostojewskij als Poet des Herzens -De Gubernatis: Die literarische Mission des Schriftstellers - Die russische Sprache als Modell - De Gubernatis und Ciampoli: Der Lobpreis des Todes - Ciampolis Begegnung mit Dostojewskij und seiner Welt - Ciampoli: Dostojewskij als Wegbereiter der kriminalistischen Psychologie - Die Echtheit der russischen Literatur bei Ciampoli und Capuana - Carletti: Die fehlende Hoffnung im Leiden bei Dostojewskij - Eine naturalistische Lesart - Dostojewskij und die Liebe (Teil I) - Dostojewskij in den literarischen Zeitschriften - Die Zeitschrift „La Voce“ und die Anknupfung an die alte literarische Tradition - Emilio Cecchi: Dostojewskijs Werke –keine „articolare forma di arte, sibbene la forma umana universale di contemplazione della realta” - Borgese: Psychologie der literarischen Figur - Dostojewskij, im Verhaltnis zu der „emorialistica“ gesehen - 3. Dostojewskij in Deutschland und in Italien im Rahmen der Debatte über den Nationalcharakter - Die Politischen Schriften Dostojewskijs als Ausloser nationalistischer Theorien - Meyers Kritik an Dostojewskijs Ideen uber Deutschland - Dostojewskij und Dante - Siegfried Krakauer: Nietzsche und Dostojewskij - Hermann Bahr: Der russische Christ als wahrer Christ - Gertrud Baumer und die Idee eines europaischen Geistes - Dostojewskij und der deutsche Geist bei E. Lucka - Gerhard Gesemann: Die Hegemonie Russlands und Europas - Toffanin: Der slawische und der lateinische Geist - Lo Gatto: Das religiose Gefuhl der Russen im Gegensatz zu Mereschkowskijs Theorie der weiblichen russischen Christlichkeit - Zamughin: Die slawische Idee - Galletti und die Verteidigung der westlichen Rationalitat - Anile: Gegen den Sozialismus - Lo Gatto: Dostojewskij und der Westen - Cazzamini Muzzi und die russische Gefahr - 4. Dostojewskij in Deutschland: Chaos, Irrationales und Unkonventionelles - Hermann Hesse: Dostojewskij und der Zerfall Europas - Uber den „Jungling“ und weitere typische russische Eigenschaften - Das Bild der Russen in den Zeilen Dostojewskijs aus der Sicht zweier Schriftstellerinnen -Die Rezeption des „dioten“ - Zweig und Bruckner: Dostojewskij anders dargestellt - Zweig: Dostojewskij als Grenzuberschreiter - Zweig: Die unkonventionellen literarischen Figuren Dostojewskijs - Bruckner: Dostojewskij als literarische Ausenseiter - Meier-Graefe: Uber die Suggestionseffekte von Dostojewskij - Rosa Luxemburg: Dostojewskij als Erzieher der bosen burgerlichen Gesellschaft - Schweisheimer: Rationalitat versus Irrationalitat - W. Hueck: Das Irrationale als neue philosophische Moglichkeit - Das Weibliche bei Dostojewskij (Teil II) - 5. Dostojewskij in Italien: Ästhetik und Leiden - Eine wichtige Gegenstimme - Galati: Dostojewskij als Autor allumfassenden Leides - Borgese: Eine Art Regenerationspsychiatrie - Borgese: Die Karamazow als Beispiel fur den Aufbau eines Romans - Guido Marussig und die Ruckkehr zu Dostojewskij - Gramsci: Dostojewskij als Sprachrohr der neuen Rolle des Intellektuellen - Anile und die Bedeutung des Leidens fur Dostojewskij - Gasparini: Aspekte der Personlichkeit Dostojewskijs - Die Rolle des Lesers und der Zeit - Handlungsfuhrung - Die poetische Begabung als rationaler Prozess - Die Problematik des Doppelgangers - Die Dialogfuhrung im Werk Dostojewskijs - Die neue Dimension der Kunst Dostojewskijs - Das Christentum als literarische Funktion - Eigenart der Figuren Dostojewskijs - Dostojewskij und die Liebe (Teil II) - 6. Schlusskapitel: Dostojewskij in Deutschland und in Italien: Gemeinsamkeiten und Unterschiede