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Null und Atlantis. Metaphorische Konzeptualisierung des Weißrussischen

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Marina Scharlaj

Das Weißrussische befindet sich in einer paradoxen Situation: Als Staats- und Titularsprache ist es zugleich die Minderheitensprache im eigenen Land. Seine gegenwärtige Lage wird in der einschlägigen Literatur in Schwundmetaphern beschrieben oder gar in der Nullkoordinate lokalisiert. Bedeutet der Nicht-Ort als Ort des Verschwindens eine tatsächliche sprachliche und als Folge auch kulturelle Leere oder gibt es auch alternative Deutungen für fremdbesetzte und verlorene Zeichen-Räume? Die Antwort auf diese Frage fällt positiv aus, wenn man apologetische Muster des Sprachdiskurses bis hin zur Neubewertung des Weißrussischen als "modische" Elitensprache in Betracht zieht. Beide - selbstentwertende und affirmative - Arten der Metaphorisierung werden in der Monographie diskutiert. Als Grundlage dienen der Autorin literarische und publizistische Texte, Beispiele aus der Internetkommunikation sowie Text-Bild-Kommunikate. Die untersuchten Akte der metaphorischen Konzeptualisierung sind typologisch nach ihren Bildvernetzungen aufgearbeitet und methodisch in ein holistisches Beschreibungsmodell eingebettet.

TEIL I: THEORETISCHE REFLEXIONEN - 1. Sprachbegriffe und zentrale Sprachtheorien - 2. Kulturbegriffe und (Sprach-)Kulturtheorien - 3. Metapher als Hyperparadigma der Sprachkultur - 4. Diskursbegriff und Diskurstheorien - 5. Thesen und Prolegomena - TEIL II: HISTORISCHE HINTERGRÜNDE - 1. Diskursrelevante Momentaufnahmen und Prozesse 2. Korrelative Analyse des diskursiven Kontextes (Paradigmentransfer) - TEIL III: EXEMPLARISCHE ANALYSEN -  1. Sichtbarkeiten - 2. Sagbarkeiten - 3. Vernetzbarkeiten und Aussichten.