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Faszination Komposition

Grundelemente der Komposition im bildnerischen Bereich – Ein Werkbuch – 2., unveränderte Auflage

von Béatrice Cron (Autor:in) Karen Betty Tobias (Autor:in)
Lehrbuch 192 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhalt
  • Vorwort: Bildnerisches Denken lehren und lernen
  • Einleitung: Zur Intention des Buches und über seine Autorinnen
  • 0 Das leere Blatt
  • 1 Entstehung einer Fläche
  • 2 Format
  • 3 Proportion und Rotation
  • 4 Größe und Proportion
  • 5 Grundformen und ihre Ausdehnung im Bildraum
  • 5.1 Grundformen und ihre Dynamisierung
  • 5.2 Übung zu den Grundformen
  • 6 Oberflächenstruktur, Textur und Kontur
  • 7 Flächendialog
  • 7.1 Zwei Flächen im Gespräch
  • 7.2 Heranzoomen
  • 7.3 Flächendialog mit Polaritäten
  • 7.4 Beziehungsforschung
  • 7.5 Metamorphosenreihe von zwei Flächen oder: Wie die Flächen laufen lernten
  • 7.6 Flächendialog wird zur Bildsprache
  • 8 Raum
  • 8.1 Vorder-, Mittel-, Hintergrund
  • 8.2 Das vielfältge Zusammenspiel der Elemente
  • 9 Flächenkomposition
  • 9.1 Grundelemente im malerischen Prozess
  • 9.2 Methoden des Flächenaufbaus
  • 9.2.1 Komposition durch Flächenaufbau – analytische Methode
  • 9.2.2 Komposition durch Flächengliederung – synthetische Methode
  • 9.2.3 Flächengliederung mit bestimmten Vorgaben
  • 9.2.4 Spiel mit der Festlegung von Kompositionsaufbau und Mitte
  • 9.3 Flächengliederung und Hintergrund
  • 9.4 Flächengliederung und Hintergrund mit Linien im Vordergrund
  • 9.5 Intervall
  • 9.6 Flächenkomposition in verschiedenen Grau-Schwarz-Weiß-Stufen mit Linie
  • 10 Linie und Fläche
  • 10.1 Charakterisierung einer Fläche durch die Linie
  • 10.2 Linie als Ausgangspunkt einer Gestaltung
  • 10.3 Linie + Fläche + Raum
  • 11 Geste
  • 12 Negativ-Positiv-Gestaltung
  • 13 Experimentieren mit komplexen Vorgaben
  • 13.1 Ausgangspunkt: eine vorgegebene Fläche
  • 13.2 Ausgangspunkt: ein vorgegebener Bildausschnitt
  • 13.3 Variationen mit Dekomposition einer Bildvorlage und neuer Gestaltung
  • 13.4 Arbeiten mit Fotokopien
  • 14 Arbeitshaltung und individuelle Arbeitsweise
  • Schlusswort
  • Danksagung
  • Literaturverzeichnis

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Bildnerisches Denken lehren und lernen

von Jochen Krautz

 

Ist es demnach für den Maler von äußerster Wichtigkeit, sich die volle Kenntnis der künstlerischen Mittel mit ihren Wirkungsmöglichkeiten anzueignen, so mag dies auch für den kunstsinningen Beschauer von Interesse sein.

Adolf Hölzel

Der vorliegende Band bildnerischer Elementarübungen steht in einer langen Tradition der Moderne, die angesichts der empfundenen Krisenhaftigkeit der naturalistischen Kunst im Übergang zum 20. Jahrhundert begann, die bildnerischen Mittel zu elementarisieren, zu systematisieren und auf dieser Grundlage zu didaktisieren. Wesentliche Impulse hierzu gingen von Adolf Hölzel aus, wurden aber v.a. von seinen Schülern sowie weiteren Künstlern, die später am Bauhaus tätig waren, wie Kandinsky, Klee und Itten, ausgearbeitet und in verschieden akzentuierte Lehrsysteme übersetzt (vgl. Wick 1994). Nach 1945 setzte sich dieser Impuls v.a. im Lehrkonzept der Hochschule für Gestaltung Ulm fort, die versuchte, Gestaltungslehre zu „verwissenschaftlichen“ (vgl. Plaum 2009; Wick 2009). Während die Bildende Kunst schon früh Abstand von solchen Gestaltungssystematiken nahm und sie heute weitgehend aus der künstlerischen Lehre ausgeschieden hat, setzte sich diese Tradition in der Grundlehre angewandter Gestaltungsbereiche wie Design, Medien, Architektur recht ungebrochen fort – freilich ohne die gewisse weltanschauliche Dogmatik der frühen, oft spirituell unterfütterten Gestaltungslehren fortzuschreiben. Die schulische Kunstdidaktik griff diese Impulse im Sinne einer „Erziehung zum Bildnerischen Denken“ (Pfennig 1964) auf, trug damit aber zugleich zur später zurecht kritisierten Verabsolutierung dieses Ansatzes bei.

Aktualität und Potenzial

Insofern mag man fragen, worin Aktualität und Potenzial eines solchen Buches liegen. Braucht es ein weiteres Buch über Gestaltungslehre? Ist nicht alles gesagt und gezeigt seit der frühen Moderne? Ist die zur Schematisierung tendierende Problematik solcher Lehren des bildnerischen Gestaltens nicht hinlänglich diskutiert? Ist die Kunst selbst nicht längst andere Wege gegangen?

Das berüchtigte Diktum von Joseph Beuys, der vom „Scheißbegriff des Bildnerischen“ sprach und hier eine „isolierte Ratlosigkeit“ am Werke sah (Beuys 1969, S. 39), wandte sich bei näherer Betrachtung durchaus nachvollziehbar gegen eben jene im damaligen Kunstunterricht verbreitete formalisierte Einübung bestimmter Gestaltungsregeln, die die Inhalts- und Darstellungsdimension weitgehend ausblendete.

Zusammenfassung

Dieses Buch führt mit erprobten Methoden und praktischen Übungen in die Welt der Gestaltungs- und Kompositionslehre ein.
Der schöpferische Weg, der im malerischen Prozess auf dem Wechselspiel von verschiedenen kognitiven und emotionalen Vorgängen fußt, wird zum Gegenstand der Beobachtung und der Reflexion. So kann ein differenziertes Verstehen im malerischen Tun erreicht werden.
Anhand von Themenschwerpunkten wie Fläche, Linie und Hell-Dunkel hilft dieses systematisch aufgebaute, praktische Übungsbuch, handwerkliche Fähigkeiten zu erweitern und Bilder bewusst zu gestalten. Die Übungen dienen jedoch nicht nur als Leitfaden, sondern schulen auf besondere Weise Aufmerksamkeit und Gestaltungskräfte des Schaffenden im bildnerischen Prozess.

Details

Seiten
192
ISBN (PDF)
9783653036947
ISBN (ePUB)
9783653997354
ISBN (PDF)
9783653065305
ISBN (ePUB)
9783653960860
ISBN (Paperback)
9783631673140
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2014 (Mai)
Schlagworte
Kompositionslehre Gestaltungslehre bewusstes Gestalten
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 192 S.

Biographische Angaben

Béatrice Cron (Autor:in) Karen Betty Tobias (Autor:in)

Béatrice Cron (www.béatrice-cron.de). Geb. 1961 in Basel; Lebt und arbeitet in Alfter bei Bonn 1983–1987 Studium der Malerei bei Beppe Assenza und Paul Pollock. Seit 1988 Tätigkeit als freischaffende Künstlerin. 1991 –1998 Dozentin für Malerei in der freien Kunstschule «Centro de Arte», São Paulo. 1999–2008 Kunstlehrerin an der Rudolf Steiner Schule, Hagen. 2008 Dozentin an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter. 2010 «Artist in esidence» in Ruskin Mill, Nailsworth, UK 2011. Professorin für Malerei im Kontext von Therapie und Pädagogik im Institut für Schulpädagogik und Lehrerbildung an der Alanus Hochschule. Seit 1987 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Karen Betty Tobias. (www.wunderwesen.de). Lebt und arbeitet in Köln; aufgewachsen zwischen Rhein – Maas – Themse – Ostsee. Nach dem Abschluss der Fachoberschule für Gestaltung in Wuppertal begann Karen Betty Tobias ihre berufliche Laufbahn in der Werbung. In einem internationalen Musikverlag hat sie die weltweiten Veröffentlichungen für Künstler und Musik-Bands koordiniert und anschließend viele Jahre als Producerin Fernsehsendungen mit Puppen produziert. Parallel erhielt Tobias ihre künstlerische Ausbildung in Barcelona, Kassel, Krefeld und Trier. Sie umfasst ein Spektrum vom Textilen bis zur Bildhauerei, vom plastischen Arbeiten mit Keramik bis zur Zeichnung. Seit den 1990er Jahren ist sie als bildende Künstlerin in Köln selbständig. Regelmäßig werden ihre Arbeiten in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Inspirationen bezog sie durch ihre künstlerischen Welterkundungen, die sie nach Südkorea, Kirgistan, Laos, Bali, Tunesien und Nordamerika führten. Mit Studium und Abschluss als anthroposophische Kunsttherapeutin an der Alanus Hochschule, Alfter, erweiterte Tobias ihr Arbeitsfeld. Sie konzipiert und leitet Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und führt das «Atelier im Rosa Haus mit den Grünen Fensterläden» in Köln.

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Titel: Faszination Komposition