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Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

von Ingo Fiedler (Autor:in)
Habilitationsschrift XXXII, 562 Seiten

Zusammenfassung

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Tabellenverzeichnis
  • Vorwort
  • 1 Einleitung
  • 2 Definitionen von Glücksspiel
  • 2.1 Definition des deutschen Gesetzgebers und ihre Rechtsfolgen
  • 2.2 Glücksspieldefinition dieser Arbeit
  • 3 Der Markt für Glücksspiele
  • 3.1 Besonderheiten von Onlineglücksspielen
  • 3.1.1 Charakteristische Unterschiede zu Offlinespielen
  • 3.1.2 Affiliates und andere Zulieferer
  • 3.1.3 Die Zahlungsströme bei Onlineglücksspielen
  • 3.2 Bruttospielertrag: Die bedeutendste Kenngröße
  • 3.3 Teilnahmeprävalenz an Glücksspielen
  • 3.4 Lotterien
  • 3.4.1 Offlinelotterien
  • 3.4.2 Onlinelotterien
  • 3.4.3 Gesamtüberblick Lotterien
  • 3.5 Casino- und Automatenspiele
  • 3.5.1 Tischspiele in Spielbanken
  • 3.5.2 Automatenspiele
  • 3.5.2.1 Unterschiede zwischen gewerblichem und staatlichem Automatenspiel
  • 3.5.2.2 Das gewerbliche Automatenspiel
  • 3.5.2.3 Das staatliche Automatenspiel in Spielbanken
  • 3.5.2.4 Der gesamte Markt für Automatenspiele
  • 3.5.3 Onlinecasinos
  • 3.5.4 Gesamtmarkt Casino- und Automatenspiele
  • 3.6 Sport- und Pferdewetten
  • 3.6.1 Sport- und Pferdewetten offline
  • 3.6.2 Onlinesportwetten
  • 3.6.3 Der Gesamtmarkt für Wetten
  • 3.7 Onlinepoker
  • 3.8 TV-Gewinnspiele
  • 3.9 Bingo
  • 3.10 Geschicklichkeitsspiele mit Geldeinsatz
  • 3.11 Gesamtüberblick über den deutschen Glücksspielmarkt
  • 3.12 Substitutions- und Komplementäreffekte zwischen einzelnen Glücksspielen
  • 3.13 Zusammenfassung und Ausblick des Kapitels
  • 4 Pathologisches Glücksspielen als Grund für Markteingriffe
  • 4.1 Definition
  • 4.2 Der Entwicklungsprozess einer Glücksspielsucht
  • 4.3 Einflussfaktoren auf die Entstehung von Glücksspielsucht
  • 4.3.1 Individuelle Prädisposition
  • 4.3.1.1 Demographische Variablen
  • 4.3.1.1.1 Alter
  • 4.3.1.1.2 Geschlecht
  • 4.3.1.1.3 Ehestatus
  • 4.3.1.1.4 Familie, Eltern und Kindheit
  • 4.3.1.1.5 Wohnsitz in einer Stadt
  • 4.3.1.2 Genetische Prädisposition
  • 4.3.1.3 Verhaltensbezogene Faktoren
  • 4.3.1.3.1 Impulsivität
  • 4.3.1.3.2 Spielmotivation
  • 4.3.1.3.3 Funktionsstörungen des Gemütszustandes
  • 4.3.1.3.4 Soziale Einbindung während des Spielens
  • 4.3.1.3.5 Komorbiditäten
  • 4.3.1.4 Kognitive Verzerrungen
  • 4.3.2 Sozioökonomischer Status und gesellschaftlicher Rahmen
  • 4.3.3 Strukturelle Charakteristika von Glücksspielen
  • 4.4 Screeninginstrumente
  • 4.4.1 Instrumente auf Basis des aktuellen Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-V)
  • 4.4.2 Der South Oaks Gambling Screen (SOGS)
  • 4.4.3 Gamblers Anonymous 20 Questions (GA-20)
  • 4.4.4 Canadian Problem Gambling Index (CPGI)
  • 4.4.5 Herausforderungen bei der Bestimmung der Prävalenz von Glücksspielsucht
  • 4.4.5.1 Zeithorizont: 12-Monats- oder Lebenszeitprävalenz?
  • 4.4.5.2 Repräsentativität des Samples
  • 4.4.5.3 Identifizierung falsch Positiver und falsch Negativer
  • 4.4.5.4 Interpretationsspielraum der Fragen
  • 4.5 Prävalenz von Glücksspielsucht
  • 4.5.1 Weltweite Prävalenzraten von pathologischem Glücksspiel
  • 4.5.2 Prävalenzraten bei einzelnen Glücksspielen
  • 4.5.3 Prävalenzraten einzelner Suchtkriterien
  • 4.6 Genesung bei pathologischem Glücksspiel
  • 4.7 Zusammenfassung und Ausblick des Kapitels
  • 5 Methodik: Soziale Kosten, sozialer Nutzen und Wohlfahrt
  • 5.1 Kosten, Nutzen, Wohlfahrt und deren Zusammenhang
  • 5.2 Gesundheitsökonomische Fragestellungen und Analysemethoden
  • 5.3 Die Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse
  • 5.4 Herausforderungen der Kosten-Nutzen-Analyse von Glücksspielen
  • 5.5 Die Besonderheit monetärer Umverteilungseffekte
  • 5.6 Operationalisierung in Geldeinheiten
  • 5.7 Die Bedeutung der Rationalitätshypothese
  • 5.8 Saldierung: Die Berechnung von Wohlfahrtseffekten anhand einer Beispielrechnung
  • 5.9 Stand der Literatur zu den sozialen Kosten von Glücksspielen
  • 5.10 Zusammenfassung und Ausblick des Kapitels
  • 6 Soziale Kosten und sozialer Nutzen von Glücksspielen
  • 6.1 Umrechnung von dem Inzidenzansatz auf den Prävalenzansatz
  • 6.2 Private Kosten aus dem Angebot von Glücksspielen
  • 6.2.1 Monetäre Spielverluste
  • 6.2.2 Einkommensverluste
  • 6.2.3 Wohnungsverlust
  • 6.2.4 Strafen aufgrund von Beschaffungskriminalität
  • 6.2.5 Verursachte Substanzabhängigkeiten
  • 6.2.6 Veränderungen der Gehirn-, Entscheidungs- und Persönlichkeitsstruktur
  • 6.2.7 Kosten des Cue Managements
  • 6.2.8 Reduzierte Lebensqualität
  • 6.2.9 Opportunitätskosten
  • 6.2.10 Gesamtüberblick private Kosten
  • 6.3 Externe Kosten aus dem Angebot von Glücksspielen
  • 6.3.1 Pekuniäre Externalitäten
  • 6.3.1.1 Nicht bezahlte Schulden und Darlehen und Schuldensanierung durch Dritte
  • 6.3.1.2 Erhöhte Sozialtransfers
  • 6.3.1.3 Glücksspielinduzierte Beschaffungskriminalität
  • 6.3.1.4 Begleitkriminalität: Manipulation von Spielabläufen
  • 6.3.1.5 Kosten für Vermieter bei Wohnungsverlust
  • 6.3.1.6 Verdrängung anderer Branchen durch die Glücksspielindustrie
  • 6.3.1.7 Gesamtüberblick pekuniäre Externalitäten
  • 6.3.2 Technologische Externalitäten
  • 6.3.2.1 Behandlungskosten
  • 6.3.2.1.1 Behandlungskosten für Glücksspielsucht
  • 6.3.2.1.2 Behandlungskosten für verursachte psychische Krankheiten
  • 6.3.2.1.3 Behandlungskosten für verursachte Substanzabhängigkeiten
  • 6.3.2.1.4 Messung durch Behandlungskosten für Krankenkassen
  • 6.3.2.2 Verwaltungskosten von Sozialtransfers
  • 6.3.2.3 Produktivitätsverluste von Beschäftigten durch Arbeitslosigkeit, Fehlzeiten und fehlende Konzentration
  • 6.3.2.4 Produktivitätsverluste außerhalb des Arbeitsmarktes
  • 6.3.2.5 Produktivitätsverluste durch Suizid
  • 6.3.2.6 Reduziertes Sozialkapital
  • 6.3.2.7 Folgekosten aus glücksspielinduzierter Beschaffungskriminalität
  • 6.3.2.8 Begleitkriminalität: organisierte Kriminalität, Geldwäsche und Sportwettbetrug
  • 6.3.2.9 Maßnahmen zum Eintreiben von Schulden aus der Glücksspielsucht
  • 6.3.2.10 Kosten aus Schuldnerberatung und der Abwicklung von Privatinsolvenzen
  • 6.3.2.11 Regressivität durch Umverteilung
  • 6.3.2.12 Kosten durch Lobbyarbeit und Korruption
  • 6.3.2.13 Kosten von Gesetzgebung, Regulierung, Aufsicht und Verwaltung
  • 6.3.2.14 Infrastrukturkosten
  • 6.3.2.15 Kosten der Spielsuchtprävention
  • 6.3.2.16 Kosten der Glücksspielforschung
  • 6.3.2.17 Ausbildungs- und Opportunitätskosten von Beschäftigten
  • 6.3.2.18 Zerrüttung von Familienverhältnissen und ihre Folgen
  • 6.3.2.19 Erhöhtes Suchtrisiko (stoffgebunden und -ungebunden) von Kindern von Glücksspielsüchtigen
  • 6.3.2.20 Folgekosten von Suizid
  • 6.3.2.21 Degentrifizierung und Reduzierung von Immobilienwerten
  • 6.3.2.22 Gesamtüberblick technologische Externalitäten
  • 6.4 Einnahmen aus Glücksspielen: Gewinne, Steuern, Zulieferer und Arbeitsplätze
  • 6.4.1 Staatseinnahmen
  • 6.4.2 Arbeitsplätze
  • 6.4.3 Zulieferer und verbundene Industrien
  • 6.4.4 Profite der Anbieter
  • 6.5 Privater Nutzen: Spielfreude
  • 6.6 Positive Externalitäten
  • 6.6.1 Erhöhte Lebensqualität des Umfelds von nicht-problematischen Spielern
  • 6.6.2 Kanalisierung von illegalem Glücksspiel
  • 6.6.3 Technologie
  • 6.6.4 Gentrifizierung und Ausweitung der Infrastruktur
  • 6.6.5 Informationsnutzen durch Wettbörsen als Prediction Markets
  • 6.7 Gesamtüberblick: Kosten und Nutzen von Glücksspielen
  • 7 Teilrationalität und die Relevanz privater Kosten
  • 7.1 Das Modell der rationalen Sucht
  • 7.2 Informationsunsicherheit und Pfadabhängigkeiten: Suboptimale Entscheidungen trotz Rationalität
  • 7.3 Glücksspielentscheidungen als Ausnahme vom Rationalmodell?
  • 7.3.1 Die Internalisierungshypothese als mathematische Bedingung
  • 7.3.2 Theoretische Varianten irrationaler Glücksspielteilnahme
  • 7.3.2.1 Irrationalitätsform 1: Verstärkte Diskontierung zukünftiger Ereignisse während des Glücksspiels
  • 7.3.2.2 Irrationalitätsform 2: Zu kurzer Horizont und Unterschätzung der Spielhäufigkeit
  • 7.3.2.3 Irrationalitätsform 3: Überschätzung des Nutzens und Unterschätzung der Kosten von Glücksspielen
  • 7.3.3 Evidenz irrationaler Glücksspielteilnahme
  • 7.3.3.1 Der psychobiologische Ansatz
  • 7.3.3.2 Impulsivität, hyperbolische Diskontierung und Delay Discounting
  • 7.3.3.3 Kontrollillusion
  • 7.3.3.4 Fehlende Einsicht in die Unabhängigkeit von Zufallsereignissen
  • 7.3.3.4.1 Aberglaube und Kausalitätsillusion
  • 7.3.3.4.2 Repräsentativitätsheuristik
  • 7.3.3.4.3 Streuung von Zufallsereignissen und fehlendes Verständnis des Gesetzes der großen Zahl
  • 7.3.3.4.4 Verfügbarkeitsillusion und Fast-Gewinne
  • 7.3.3.5 Kontrollverlust und Chasing
  • 7.3.3.6 Beeinträchtigte kognitive Funktionen
  • 7.3.4 Bedeutung der Evidenz irrationaler Spielteilnahme für die Wohlfahrtswirkung von Glücksspielen
  • 7.4 Picoeconomics, Neuroökonomik und Mehrsystementscheidungen
  • 7.5 Zusammenfassung und Ausblick des Kapitels
  • 8 Die Saldierung von sozialen Kosten und sozialem Nutzen von Glücksspielen
  • 8.1 Die Bedeutung des Analyseszenarios
  • 8.2 Identifikation monetärer Umverteilung: Glücksspieleinnahmen und Glücksspielausgaben
  • 8.3 Komorbiditäten und die Attribution von Kosten
  • 8.4 Der Umsatzanteil mit Spielsüchtigen
  • 8.5 Die Wohlfahrtsbilanz von Glücksspielen bei rationalen Spielern
  • 8.6 Die Wohlfahrtsbilanz von Glücksspielen bei teilrationalen Spielern
  • 8.7 Wer trägt die Kosten und wer den Nutzen?
  • 8.8 Kritik an der Berechnung der sozialen Kosten und des Wohlfahrtseffektes von Glücksspielen
  • 8.9 Ergänzende quantitative Methoden zur Evaluierung von Glücksspielen
  • 8.10 Zusammenfassung und Ausblick des Kapitels
  • 9 Qualitative Beurteilungskriterien für Glücksspiele
  • 9.1 Charakteristika des Spieldesigns
  • 9.1.1 Auszahlungsstruktur: Erwartungswert und Streuung
  • 9.1.1.1 Erwartungswert (Ausschüttungsquote)
  • 9.1.1.2 Streuung der Spielergebnisse
  • 9.1.1.3 Jackpots
  • 9.1.1.4 Kleingewinne
  • 9.1.1.5 Fast-Gewinne
  • 9.1.2 Einbezug des Spielers
  • 9.1.2.1 Kontroll- und Einflussmöglichkeiten des Spielers
  • 9.1.2.2 Einsatzhöhe
  • 9.1.2.3 Multiplikatoren
  • 9.1.3 Geschwindigkeit des Spielablaufs
  • 9.1.4 Zahlungscharakteristika
  • 9.1.5 Transparenz und Aufklärung
  • 9.1.6 Designelemente
  • 9.2 Kontextfaktoren
  • 9.2.1 Verfügbarkeit
  • 9.2.1.1 Entfernung zur Spielstätte
  • 9.2.1.2 Öffnungszeiten
  • 9.2.1.3 Mitgliederbeschränkungen und Kleidungsvorschriften
  • 9.2.1.4 Örtlichkeit
  • 9.2.1.5 Geldautomaten
  • 9.2.2 Alkohol und Tabak
  • 9.2.3 Werbung
  • 9.3 Die Besonderheit von Glücksspielen im Internet
  • 9.4 Ein Kriterienkatalog zur Bewertung von Glücksspielen
  • 9.5 Zusammenfassung und Ausblick des Kapitels
  • 10 Die quantitative und qualitative Bewertung einzelner Glücksspielsegmente
  • 10.1 Anteil der Spielsüchtigen einzelner Spielformen
  • 10.2 Lotterien
  • 10.3 Casino- und Automatenspiele
  • 10.3.1 Tischspiele in Spielbanken
  • 10.3.2 Automatenspiele
  • 10.3.3 Onlinecasinos
  • 10.4 Sport- und Pferdewetten
  • 10.5 Onlinepoker
  • 10.6 Zusammenfassung und Ausblick des Kapitels
  • 11 Rechtspolitische Vorschläge zur Regulierung von Glücksspielen
  • 11.1 Ziele regulatorischer Markteingriffe
  • 11.2 Anpassung der gesetzlichen Glücksspieldefinition
  • 11.3 Kohärenzgebot: Markteingriffe in Relation zum Gefährdungspotential
  • 11.4 Suchtprävention und rationale Entscheidungen
  • 11.4.1 Verhältnispräventive Maßnahmen
  • 11.4.1.1 Verfügbarkeitsbeschränkung im Allgemeinen
  • 11.4.1.2 Verfügbarkeitsbeschränkung durch Lenkungsabgaben
  • 11.4.1.3 Verfügbarkeitsbeschränkung durch Werbebeschränkungen
  • 11.4.1.4 Weitere Parameter der Verhältnisprävention
  • 11.4.1.4.1 Limitierung von Höchsteinsätzen
  • 11.4.1.4.2 Geldautomaten in der Nähe von Glücksspielen: Restriktion oder Verbot
  • 11.4.1.4.3 Alkoholverbot in Spielstätten
  • 11.4.1.4.4 Rauchverbot in Spielstätten
  • 11.4.1.4.5 Durchsetzung des Jugendschutzes
  • 11.4.2 Verhaltenspräventive Maßnahmen
  • 11.4.2.1 Reduzierung des Schadensausmaßes durch Suchtberatungsund Suchtbehandlungsstellen
  • 11.4.2.2 Transparenz
  • 11.4.2.3 Informationen und Warnhinweise
  • 11.4.3 Ineffektive Maßnahmen der Suchtprävention
  • 11.4.3.1 Aufklärung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Schulprojekten
  • 11.4.3.2 Geringe Verfügbarkeitsbeschränkung
  • 11.4.3.3 Schulung von Verkaufspersonal zur Erkennung von Problemspielern
  • 11.5 Sperrsysteme als gebündeltes Präventionsinstrument
  • 11.5.1 Zur Wirksamkeit von Sperrsystemen
  • 11.5.2 Verbesserungs- und Ergänzungsvorschläge für das Sperrsystem in Deutschland
  • 11.5.2.1 Ausdehnung des Geltungsbereichs auf weitere Glücksspiele
  • 11.5.2.2 Maßnahmen zur Erhöhung der Nutzungsrate des Systems: Selbstsperren
  • 11.5.2.3 Maßnahmen zur Erhöhung der Nutzungsrate des Systems: Fremdsperren
  • 11.5.2.4 Verzahnung mit Hilfsangeboten verstärken
  • 11.5.2.5 Einführung einer unabhängigen Sperrinstanz
  • 11.6 Selbstlimitierungssysteme als gebündeltes Päventionsinstrument
  • 11.6.1 Ausgestaltung als Opt-Out- und nicht als Opt-In-System
  • 11.6.2 Geltungsbereich: anbieterübergreifend
  • 11.6.3 Einstellungsdimensionen und Standardlimits
  • 11.6.3.1 Einzahlungshöhe und-frequenz
  • 11.6.3.2 Einsatzhöhe pro Teilnahme
  • 11.6.3.3 Anzahl an Teilnahmen
  • 11.6.3.4 Spielfrequenz
  • 11.6.3.5 Verlustbegrenzung
  • 11.6.3.6 Quotenlimitierung
  • 11.6.3.7 Standardlimits
  • 11.6.3.8 Folgen einer Limiterreichung
  • 11.6.3.9 Änderungen der Limitierung durch den Spieler
  • 11.6.4 Verzahnung mit Sperrsystemen
  • 11.6.5 Datenschutz
  • 11.7 Korrektur der Anbieteranreize zur Suchtförderung
  • 11.7.1 Sondersteuer aufUmsätze mit Spielsüchtigen
  • 11.7.2 Schadensersatzpflicht pflichtverletzender Anbieter gegenüber süchtigen Spielern
  • 11.8 Regulierungsempfehlungen einzelner Spielformen
  • 11.8.1 Automaten in Spielhallen, Gaststätten und Spielbanken
  • 11.8.1.1 Verbot oder starke Verfügbarkeitsbeschränkung
  • 11.8.1.2 Regelung von Produkteigenschaften
  • 11.8.1.2.1 Reduzierung der Spielgeschwindigkeit
  • 11.8.1.2.2 Erhöhte Auszahlungsquote?
  • 11.8.1.2.3 Geringerer Maximaleinsatz in Spielbanken
  • 11.8.1.3 Sperr- und Selbstlimitierungssystem
  • 11.8.1.4 Identifikationspflicht im gewerblichen Spiel
  • 11.8.2 Lotterien
  • 11.8.3 Sportwetten
  • 11.8.3.1 Zur Lizenzierung privater Anbieter
  • 11.8.3.2 Verfügbarkeitsbeschränkungen
  • 11.8.3.3 Regelung von Produkteigenschaften
  • 11.8.3.4 Sperr- und Selbstlimitierungssystem
  • 11.8.3.5 Verbotsmöglichkeit von Verbänden und Vereinen auf Sportwetten
  • 11.9 Zusammenfassung des Kapitels
  • 12 Schlussbetrachtung
  • Literaturverzeichnis

| xxi →

Abbildungsverzeichnis

2.1 Die deutsche Glücksspieldefinition

3.1 Die Marktstruktur von Glücksspielen nach Anbieter und nach Produkt

3.2 Lotterieausgaben im Jahr 2004 pro Jahr pro Kopf in €

3.3 Die Entwicklung der Bruttospielerträge auf dem deutschen Casino- und Automatenmarkt

3.4 Anteile am deutschen Wettmarkt nach Segment (inklusive Onlineanbieter)

3.5 Die Altersstruktur beim Onlinepoker (n=710)

3.6 Umsatzanteile der Wertschöpfungsstufen bei TV-Gewinnspielen

3.7 Genutzte Anwendungsformate von Call Media

4.1 Das Kontinuum zwischen harmlosem Freizeitspielen und pathologischem Spielen

4.2 Der typische Verlauf einer Spielerkarriere

4.3 Das Suchtdreieck

4.4 Der Pool an Spielsüchtigen

5.1 Der Zusammenhang zwischen sozialen Kosten, sozialem Nutzen und der Wohlfahrt in schematischer Darstellung

6.1 Die Auswirkungen von Cues auf den marginalen Nutzen eines Gutes c

6.2 Veränderung des Nutzenverlaufs durch Cues

6.3 Aufgliederung der Einnahmen aus Glücksspielen

6.4 Nutzen aus dem Glücksspiel (hier: Roulette auf „schwarz“ gesetzt)

6.5 Der Zusammenhang zwischen Spielfreude, Spielverlusten und Industrieeinnahmen bei Rationalität

6.6 Die Nachfrage von Freizeitspielern und gesunden Spielern im Marktdiagramm zur Veranschaulichung der Berechnung der Konsumentenrente

7.1 Kosten- und Nutzenverlauf bei Glücksspielern in Abhängigkeit des Consumption Capitals (schematische Darstellung)

7.2 Das Consumption Capital in Abhängigkeit von der Zeit (schematische Darstellung)

7.3 Die Kosten- und Nutzenfunktion des Glücksspiels im Zeitablauf

7.4 Hyperbolische und exponentielle Diskontierung im Vergleich ← xxi | xxii →

7.5 Die von Fast-Gewinnen ausgelöste Routine unterscheidet sich je nach Interpretation des Fast-Gewinns als Verlust (links) beziehungsweise Gewinn (rechts)

7.6 Picoeconomics

7.7 Reward Bundling

7.8 Nutzen Abstinenz vs. Konsum

9.1 Der Zusammenhang zwischen Suchtpotential und Ausschüttungsstruktur

9.2 Der Zusammenhang zwischen Verfügbarkeit und Suchtprävalenz

9.3 Die verschiedenen Dimensionen der Verfügbarkeit von Glücksspielen

9.4 Der Zusammenhang zwischen Casinonähe und Spielersperren

10.1 Der Wohlfahrtseffekt verschiedener Glücksspiele im mittleren Szenario

11.1 Die drei Stufen der Suchtprävention

11.2 Die drei Säulen der Verhältnisprävention

| xxiii →

Tabellenverzeichnis

3.1 Akzeptanz ausgewählter Zahlungsmethoden bei Onlineglücksspielanbietern

3.2 Marktanteile von Onlinezahlungsarten in verschiedenen Ländern

3.3 Spieleinsätze, Spielverluste und Gewinne der Anbieter im Zusammenhang

3.4 Teilnahmeprävalenz in % (Lebenszeit) einzelner Glücksspiele

3.5 Teilnahmeprävalenz in % (12-Monate) einzelner Glücksspiele

3.6 Koprävalenz Glücksspielteilnahme 2013

3.7 Spieleinsätze und Bruttospielerträge (BE) von deutschen Lotterien in Mio. Euro

3.8 Bruttospielerträge (BE) von Onlinelotterien in Deutschland

3.9 Bruttospielerträge (BE) von Lotterien in Deutschland in Mio. €, Ausgaben pro Volljährigem und Ausgaben pro Spieler

3.10 Bruttospielerträge von Tischspielen in Casinos

3.11 Unterschiede zwischen gewerblichen und staatlichen Spielautomaten

3.12 Bruttospielerträge des gewerblichen Automatenspiels mit Gewinnmöglichkeit

3.13 Häufigkeit von Spielhallenbesuchen und Anteile am Bruttospielertrag für 2008

3.14 Anzahl an Spielautomaten außerhalb von Casinos im internationalen Vergleich im Jahr 2008

3.15 Bruttospielerträge in Casinos

3.16 Umsätze gewerblicher und staatlicher Geldspielautomaten in Deutschland

3.17 Bruttospielerträge mit deutschen Spielern in Onlinecasinos

3.18 Bruttospielerträge auf dem deutschen Markt für Casinospiele on- und offline

3.19 Bruttospielerträge auf dem gesamten deutschen Casinomarkt, inkl. Automatenspiele

3.20 Einsätze und Bruttospielertrag von stationären Sportwettbüros

3.21 Einsätze und Bruttospielertrag des staatlichen Wettangebots in Mio. €

3.22 Einsätze und Bruttospielertrag von Pferdewetten

3.23 Sportwetteinsätze in Mio. Euro bei Oddset und bwin

3.24 Auszahlungsquoten bei verschiedenen Sportwettanbietern ← xxiii | xxiv →

3.25 Umsätze deutscher Onlinesportwetten

3.26 Bruttospielerträge in Mio. Euro und Marktanteile auf dem deutschen Wettmarkt (on- und offline)

3.27 Anbietereinnahmen von deutschen Onlinepokerspielern

3.28 Anzahl und Anteil an Pokerspielern in den deutschen Bundesländern in 2010

3.29 Umsätze mit deutschen Onlinebingospieler

3.30 Bruttospielerträge mit Bingo on- und offline sowie Ausgaben pro Spieler

3.31 Bruttospielerträge in Mio. Euro, Marktanteile und Spielerausgaben im deutschen Glücksspielmarkt nach Anbieterkreis und Regulierungsniveau im Jahr 2012

3.32 Bruttospielerträge in Mio. Euro, Marktanteile und Spielerausgaben im deutschen Glücksspielmarkt nach Produkt im Jahr 2012

3.33 Ergebnisse der OLS-Regressionen für Einflussvariablen auf die Größe des Onlinepokermarktes

3.34 Substitutions- und Komplementäreffekte zwischen einzelnen Glücksspielarten

4.1 Schematische Darstellung der Wirkung heterogener Spieler und Umweltzustände auf die Entwicklung von Süchten

4.2 Einstiegsalter von Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe

4.3 Suchtproblematik (Spiel- oder Substanzabhängigkeit) im familiären Umfeld von Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe

4.4 Demographische Variablen bei Glücksspielern

4.5 Prävalenz verschiedener Störungen bei Glücksspielabhängigen

4.6 Prävalenz von Glücksspielsucht bei Substanzabhängigen

4.7 Zusätzliche Einzeldiagnosen verschiedener Störungen bei Glücksspielabhängigen von ambulant oder stationär behandelten pathologischen Glücksspielern in Deutschland

4.8 Schulabschluss von in Behandlung befindlichen Spielsüchtigen

4.9 Screeninginstrumente für pathologisches Glücksspielen

4.10 Klassifikation von Problemspielern nach SOGS und DSM-IV

4.11 Prävalenzzahlen von Spielsucht im internationalen Vergleich

4.12 Spielsucht je nach Glücksspiel bei 12-Monatsprävalenz

4.13 Anteile an Hilfesuchenden nach Spielen in Deutschland und Neuseeland

4.14 Prävalenzraten einzelner DSM-IV Kriterien in den USA

5.1 Begriffsdefinitionen dieser Arbeit ← xxiv | xxv →

5.2 Verschiedene Studien zur Quantifizierung der sozialen Kosten von Glücksspielen

5.3 Betrachtete Effekte von Studien zur Auswirkung von Glücksspielen

6.1 Anzahl pathologischer und problematischer Spieler für die Berechnung von Szenarien der sozialen Kosten

6.2 Ausgaben für verschiedene Glücksspielprodukte in 2012

6.3 Anteil der Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe mit glücksspielsuchtinduziertem Arbeitsplatzverlust

6.4 Anzahl glücksspielbedingt arbeitsloser Spielsüchtiger

6.5 Private Kosten durch glücksspielsuchtinduzierten Arbeitsplatzverlust in Mio. Euro

6.6 Private Kosten durch Einbußen bei variabler Vergütung und nicht erfolgende Gehaltssteigerungen in Mio. Euro

6.7 Anteil der Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe mit glücksspielsuchtinduziertem Wohnungsverlust

6.8 Kosten glücksspielsuchtinduzierter Wohnungsverluste

6.9 Prävalenz von Beschaffungskriminalität und Verurteilungen

6.10 Annahmen zur Prävalenz von glücksspielsuchtinduzierter Beschaffungskriminalität in Deutschland und dadurch verursachte private Kosten

6.11 Private Kosten aus glücksspielsuchtinduzierter Beschaffungskriminalität

6.12 Anteil der Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe mit glücksspielsuchtinduzierten Persönlichkeitsveränderungen

6.13 Reduzierte Lebensqualität von Glücksspielsüchtigen

6.14 Private Kosten reduzierter Lebensqualität von Glücksspielsüchtigen

6.15 Verspielte Zeit und Opportunitätskosten der Spielteilnahme für die verschiedenen Glücksspielprodukte (für 2012)

6.16 Überblick Private Kosten von Glücksspielern

6.17 Schuldenaufnahme von Klienten in Schweizer Beratungs- und Behandlungsstellen

6.18 Schuldenaufnahme von pathologischen Spielern in Hong Kong

6.19 Spielschulden von Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe

6.20 Schuldenstand und Schuldenausfall pathologischer Spieler

6.21 Zusätzliche Sozialtransfers aufgrund von Spielsucht

6.22 Aussagelose Zurückführung von Betrugsfällen in Unternehmen auf Glücksspiele

6.23 Kosten glücksspielsuchtinduzierter Mietverluste ← xxv | xxvi →

6.24 Mittlere Fallkosten für Beratung und Behandlung von Glücksspielsucht (Schweiz)

6.25 Behandlungserfolg bei Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe

6.26 Glücksspielsuchtinduzierte zusätzliche Krankenkassenkosten

6.27 Produktivitätsverluste durch Wiederbesetzung von Stellen

6.28 Kosten der Fehltage von in Behandlung befindlichen Glücksspielsüchtigen

6.29 Kosten durch glücksspielsuchtinduzierte Fehltage auf der Arbeit

6.30 Kosten durch glücksspielsuchtinduziertes Spielen während der Arbeitszeit

6.31 Kosten durch glücksspielsuchtinduzierte verringerte Produktivität

6.32 Kosten durch glücksspielsuchtinduzierte verringerte Arbeitsproduktivität

6.33 Kosten verringerter Haushaltsproduktivität

6.34 Beschaffungskriminalität als Folge der Glücksspielsucht unter Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe

6.35 Kosten der Eintreibung glücksspielsuchtinduzierter Schulden

6.36 Anzahl und Kosten von Privatinsolvenzen und Schuldnerberatungen von Spielsüchtigen

6.37 Anteil der Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe mit glücksspielsuchtinduzierten Beziehungsverlust oder -problemen

6.38 Kosten durch Leid des Umfeldes von pathologischen Spielern

6.39 Kosten der Familienzerrüttung durch pathologisches Glücksspielen

6.40 Kosten eines erhöhten Suchtrisikos der Kinder von pathologischen Spielern

6.41 Anteil der Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe mit Suizidgedanken oder -versuchen

6.42 Beispielrechnung des Degentrifizierungseffekts durch Spielhallen und Sportwettbüros

6.43 Gesamtübersicht der technologischen Externalitäten

6.44 Staatseinnahmen mit Glücksspielen in Mio. Euro

6.45 Zweckgebundene Verwendung der Staatseinnahmen mit Glücksspielen in Mio. Euro

7.1 Anteil australischer Glücksspieler, die verschiedenen Fragen zur Interdependenz von Glücksspielereignissen bejahen

7.2 Anteil australischer Glücksspieler, die verschiedenen Fragen zum Kontrollverlust bejahen ← xxvi | xxvii →

8.1 Der Anteil der Glücksspieleinnahmen mit problematischen und pathologischen Spielern

8.2 Der Anteil der Glücksspieleinnahmen von durch problematische und pathologische Spieler

8.3 Spielhäufigkeit pro Monat der Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe

8.4 Verschiedene Umsatzfaktoren bei australischen Automatenspielern; berechnet auf Basis der Angaben von Productivity Commission, 2010, S. B13 ff

8.5 Umsatzanteil verschiedener Spielergruppen beim Automatenspiel in Casinos unter Zugrundelegung australischer Umsatzfaktoren

8.6 Umsatzanteil verschiedener Spielergruppen beim gewerblichen Automatenspiel unter Zugrundelegung australischer Umsatzfaktoren

8.7 Die Wohlfahrtsbilanz von Glücksspielen bei rationalen Spielern in Mio. Euro pro Jahr

8.8 Annahme Rationalitätsgrad verschiedener Spielergruppen

8.9 Negative Konsumentenrente in Mio. € pro Jahr

8.10 Die Wohlfahrtsbilanz von Glücksspielen bei teilrationalen Spielern in Mio. Euro pro Jahr

8.11 Träger und Grad der Diffusivität von Kosten und Nutzen aus dem Angebot von Glücksspielen

8.12 Verhältnis Bruttospielertrag zu Spielsüchtigen

8.13 Verhältnis Bruttospielertrag mit Freizeitspielern zu Spielsüchtigen

9.1 Kriterienkatalog zur qualitativen Bewertung von Glücksspielen

9.2 Merkmalskatalog von Meyer et al. [2010b] zur qualitativen Bewertung von Glücksspielen

10.1 Übersicht der quantitativen Beurteilungskriterien des Glücksspielmarktes

10.2 Problembehaftete Glücksspielvariante unter Klienten der österreichischen Spielsuchthilfe 2012 (Mehrfachnennungen möglich)

10.3 Aufteilung der Spielsüchtigen in Deutschland auf einzelne Spielformen

10.4 Kenngrößen des Lotteriemarktes

10.5 Quantitative Evaluierung von Lotterien

10.6 Qualitative Evaluierung von Lotterien

10.7 Kenngrößen Tischspiele in Spielbanken ← xxvii | xxviii →

10.8 Quantitative Evaluierung von Tischspielen in Spielbanken

10.9 Qualitative Evaluierung von Tischspielen in Spielbanken

10.10 Kenngrößen Automaten in Spielhallen und Gaststätten sowie in Spielbanken

10.11 Quantitative Evaluierung von Automaten in Spielhallen und Gaststätten

10.12 Quantitative Evaluierung von Automaten in Spielbanken

10.13 Qualitative Evaluierung von Automaten in Spielbanken

10.14 Kenngrößen Onlinecasinos

10.15 Quantitative Evaluierung von Onlinecasinos

10.16 Qualitative Evaluierung von Onlinecasinos

10.17 Kenngrößen Sport- und Pferdewetten

10.18 Quantitative Evaluierung von Sport- und Pferdewetten

10.19 Qualitative Evaluierung von Sport- und Pferdewetten

10.20 Kenngrößen Poker

10.21 Quantitative Evaluierung von Poker

10.22 Qualitative Evaluierung von Onlinepoker

11.1 Die Auswirkungen hypothetischer Regulierungsszenarien von Glücksspielen auf die Wohlfahrt

11.2 Preiselastizitäten bei verschiedenen Glücksspielprodukten

11.3 Behandlungserfolg bei Therapie von Glücksspielsucht

11.4 Die Regulierung von gewerblichen Spielautomaten im internationalen Vergleich

11.5 Die Auszahlungsstruktur von Lotto6aus49 im Jahr 1955 als Modellbeispiel für heute

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Vorwort

Glücksspiele sind ein facettenreiches Phänomen, das die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet. Entsprechend weit ist das Feld der Glücksspielforschung, das die unterschiedlichsten Disziplinen berührt. Die sich ab dem ausgehenden 15. Jahrhundert durch Anwendungsbezug auf Glücksspiele entwickelnde Wahrscheinlichkeitsrechnung hat viele Wissenschaftsfelder von Mathematik und Statistik bis zur Rechtswissenschaft bei der Berechnung der Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen beeinflusst. In der heutigen Zeit sind Glücksspiele ein Thema in der Psychologie, Soziologie, Anthropologie, Medizin, Epidemiologie und auch in den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

Das breite interdisziplinäre Interesse an Glücksspielen ist Fluch und Segen zugleich. Zum einen führt die Interdisziplinarität zu einer ganzheitlichen Betrachtung und zu einem besonders fruchtbaren Austausch der beteiligten Wissenschaftler. Zum anderen beschränken die Anreize des heutigen Wissenschaftssystems die notwendige Interdisziplinarität, da zum Beispiel Veröffentlichungen in einem anderen Fachgebiet oftmals außerhalb der disziplinären Bewertungsskala stehen und damit für den Karriereweg des einzelnen Wissenschaftlers nur schmückendes Beiwerk sind. Die disziplinären Strukturen und Anreize führen zu einer systematischen Untererforschung interdisziplinärer Themen und damit zu einer Forschungslücke im Bereich des Glücksspiels.

Die Forschungslücke im Glücksspielbereich ist bedenklich, da der Gesetzgeber für die Regelung des gesellschaftlich umstrittenen Glücksspielmarktes, bei dem die Spieler in Deutschland jährlich 10,6 Mrd. Euro an die Anbieter verlieren, auf objektive Informationen und Beratung angewiesen ist. Dies gilt beispielhaft und insbesondere für den Umgang mit der noch relativ neuen Welt der Onlineglücksspiele, welche weit mehr als nur ein neuer Vertriebsweg für althergebrachte Produkte ist, sondern die Spielformen, die Marketingmöglichkeiten und die Spielsituation – statt im Casino auf der Wohnzimmercouch, in der U-Bahn oder im Hörsaal – maßgeblich verändert. Casino-, Poker- und auch (zumindest bis zur Vergabe von Lizenzen) Sportwettangebote sind in Deutschland zwar verboten. Doch mangelt es an Rechtsdurchsetzung, so dass es sich um praktisch um völlig freie Märkte handelt, für die sogar im Fernsehen geworben wird. In erster Linie stellt sich die Frage nach einer effektiven Durchsetzung des geltenden Rechts, zum Beispiel durch Blockade der Zahlungsströme zwischen den Glücksspielanbietern und ihren Kunden. Falls sich herausstellt, dass trotz aller Versuche keine effektive Rechtsdurchsetzung möglich sein sollte, dann ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, wie eine Alternative in Form einer Regulierung der Marktsegmente aussehen kann.

Die starken Eingriffe in den Glücksspielmarkt sind in vielen Teilen fiskalisch motiviert, denn Glücksspiele spielen seit dem Bau der Chinesischen Mauer über die Gründung der Universität Harvard bis heute eine prominente Rolle in der Finanzierung der öffentlichen Haushalte. Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht liegen die ← xxix | xxx → Markteingriffe hingegen vor allem in den von Glücksspielen ausgehenden sozialen Kosten begründet. Diese liegen zu einem wesentlichen Teil in der von Glücksspielen ausgehenden Suchtgefahr begründet und den von ihr ausgehenden schädlichen Konsequenzen für die Betroffenen, ihr Umfeld und die gesamte Gesellschaft. Hinzu kommt der Schutz der Gesellschaft vor der Begleitkriminalität, wobei insbesondere Betrug, Geldwäsche und die Manipulation von Sportereignissen zu nennen sind. Auf der anderen Seite steht der Nutzen aus Glücksspielen: sie stiften dem Freizeitspieler Freude und führen bei den Anbietern zu Einnahmen, durch die Gewinne, Steuern und Arbeitsplätze finanziert werden. Jeglichen Aspekten der Regelung des Marktes für Glücksspiele liegt daher die Fragestellung nach dem gesamtgesellschaftlichen Effekt aus Kosten und Nutzen des Glücksspielangebotes zu Grunde. Kosten und Nutzen sind dabei weit zu verstehen und umfassen nicht nur monetäre Größen, sondern auch intangible Effekte wie die Spielfreude oder die Depression eines Spielsüchtigen.

Details

Seiten
XXXII, 562
ISBN (PDF)
9783653065480
ISBN (ePUB)
9783653960822
ISBN (MOBI)
9783653960815
ISBN (Hardcover)
9783631673171
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2016 (Februar)
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. XXXII, 562 S., 140 Tab., 33 Graf.

Biographische Angaben

Ingo Fiedler (Autor:in)

Ingo Fiedler hat BWL und VWL an der Universität Hamburg studiert. Seine Forschungsschwerpunkte sind Glücksspiele, Mikro- und Verhaltensökonomik, virtuelle Währungen und Wirtschaftskriminalität.

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Titel: Glücksspiele