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Masseverbindlichkeiten in der Eigenverwaltung

Eine dogmatische Einordnung der Eigenverwaltung anhand der Begründung und Durchsetzung von Masseverbindlichkeiten

von Georg Mitsching (Autor:in)
©2018 Dissertation 290 Seiten

Zusammenfassung

Die Eigenverwaltung stellt einen Modus des Insolvenzverfahrens dar, bei dem der Schuldner berechtigt ist, die Insolvenzmasse unter der Aufsicht eines Sachwalters selbständig zu verwalten. Dieses Buch untersucht die Dogmatik der Eigenverwaltung anhand der Begründung und Durchsetzung von Masseverbindlichkeiten. Dazu stellt der Autor zunächst die Eckpunkte der Eigenverwaltung dar, um anschließend die Funktionen des Schuldners, seiner geschäftsleitenden Organe und des Sachwalters einzuordnen. Auf dieser Grundlage werden im weiteren Verlauf des Buches zahlreiche praxisrelevante Rechtsfragen erörtert. Insbesondere geht der Autor auf das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 26.4.2018 – Az. IX ZR 238/17 – zur Haftung der geschäftsleitenden Organe des Schuldners ein.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Herausgeberangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Dedication
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Vorwort
  • A. Einführung
  • I. Relevanz des Themas
  • II. These der Arbeit
  • III. Gang der Untersuchung
  • B. Darstellung der Grundlagen
  • I. Grammatikalische und systematische Grundlagen
  • 1. Voraussetzungen der Eigenverwaltung
  • 2. Wirkungen der Eigenverwaltung
  • 3. Besonderheiten im Insolvenzeröffnungsverfahren
  • II. Historische Grundlagen
  • 1. Frühere Rechtsinstitute
  • 2. Einführung der InsO
  • 3. Einführung des ESUG
  • III. Teleologische Grundlagen
  • 1. Ziele und Mittel des Insolvenzverfahrens
  • 2. Nutzbarmachung der Vorteile
  • 3. Eindämmung der Nachteile
  • C. Betrachtung des eröffneten Insolvenzverfahrens
  • I. Anzuwendende Vorschriften
  • 1. Vorrang eigenverwaltungsspezifischer Vorschriften
  • a) Grammatikalische Argumente
  • b) Systematische Argumente
  • c) Historische Argumente
  • d) Teleologische Argumente
  • e) Ergebnis
  • 2. Ergänzende Anwendbarkeit allgemeiner Vorschriften
  • a) Grammatikalische Argumente
  • b) Systematische Argumente
  • c) Historische Argumente
  • d) Teleologische Argumente
  • e) Ergebnis
  • 3. Anpassung der allgemeinen Vorschriften
  • a) Grammatikalische Argumente
  • b) Systematische Argumente
  • c) Historische Argumente
  • d) Teleologische Argumente
  • e) Ergebnis
  • 4. Ergebnis
  • II. Rechtliche Stellung der Beteiligten
  • 1. Rechtliche Stellung des Insolvenzverwalters
  • a) Amts-Theorie
  • b) Vertreter-Theorie
  • c) Organ-Theorie
  • d) Diskussion
  • 2. Rechtliche Stellung des Schuldners
  • a) Grammatikalische Argumente
  • b) Systematische Argumente
  • c) Historische Argumente
  • d) Teleologische Argumente
  • e) Ergebnis
  • 3. Rechtliche Stellung des Sachwalters
  • a) Grammatikalische Argumente
  • b) Systematische Argumente
  • c) Historische Argumente
  • d) Teleologische Argumente
  • e) Ergebnis
  • 4. Rechtliche Stellung der geschäftsleitenden Organe des Schuldners
  • a) Grammatikalische Argumente
  • b) Systematische Argumente
  • aa) Verlagerung der Amtsträgerschaft
  • bb) Doppelte Amtsträgerschaft
  • cc) Gesellschaftsrechtliche Bindungen
  • c) Historische Argumente
  • d) Teleologische Argumente
  • e) Ergebnis
  • 5. Ergebnis
  • III. Begründung von Masseverbindlichkeiten
  • 1. Gebühren und Auslagen des Insolvenzgerichts
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Entstehung von Gerichtskosten
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeiten
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Entstehung von Gerichtskosten
  • (1) Grundsatz
  • (2) Gebühren für die Anordnung der Eigenverwaltung
  • (3) Gebühren für Beschwerden des Schuldners
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeiten
  • (1) Grundsatz
  • (2) Gebühren des Sanierungsexperten
  • (3) Gebühren für Beschwerden gegen die Anordnung der Eigenverwaltung
  • 2. Vergütung und Auslagen des Sachwalters
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Entstehung des Vergütungsanspruchs
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeit
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Entstehung des Vergütungsanspruchs
  • (1) Anspruchsberechtigung
  • α) Berechtigung des Sachwalters
  • β) Berechtigung des Schuldners
  • γ) Berechtigung der geschäftsleitenden Organe des Schuldners
  • δ) Ergebnis
  • (2) Zweistufige Ermittlung der Vergütung
  • (3) Berechnung der Regelvergütung
  • α) Grundsatz
  • β) Akzessorietät hinsichtlich Modifikationen
  • γ) Akzessorietät hinsichtlich Zu- und Abschlägen
  • (4) Anpassung der Regelvergütung
  • α) Zuschlag bei Zustimmungsvorbehalt
  • β) Zuschlag bei anderen nach außen gerichteten Pflichten
  • γ) Rückgriff auf Regelbeispiele für den Insolvenzverwalter
  • (5) Auslagen
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeit
  • 3. Vergütung und Auslagen der Mitglieder des Gläubigerausschusses
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Entstehung des Vergütungsanspruchs
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeit
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Entstehung des Vergütungsanspruchs
  • (1) Anspruchsberechtigung
  • (2) Ermittlung der Vergütung
  • (3) Auslagen
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeit
  • 4. Vergütung und Auslagen des gemeinsamen Vertreters der Anleihegläubiger
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Entstehung des Vergütungsanspruchs
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeit
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Entstehung des Vergütungsanspruchs
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeit
  • 5. Verbindlichkeiten aus der Verwaltung der Insolvenzmasse
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Begründung von Masseverbindlichkeiten
  • bb) Nichtigkeit insolvenzzweckwidriger Handlungen
  • cc) Abgrenzung zu Handlungen im eigenen Interesse
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Begründung von Masseverbindlichkeiten
  • (1) Möglichkeit der Begründung von Masseverbindlichkeiten
  • (2) Anknüpfungshandlungen
  • (3) Kompetenzverteilung
  • (4) Kompetenzen des Sachwalters
  • (5) Kompetenzen des Schuldners
  • (6) Kompetenzüberschreitungen
  • (7) Organschaftliche Vertretung des Schuldners
  • (8) Rechtsgeschäftliche Vertretung des Schuldners
  • bb) Nichtigkeit insolvenzzweckwidriger Handlungen
  • cc) Abgrenzung zu Handlungen im eigenen Interesse
  • (1) Wille des Schuldners
  • (2) Schutzwürdiges Vertrauen auf Haftung des freien Vermögens
  • (3) Schutzwürdiges Vertrauen auf Haftung der Insolvenzmasse
  • dd) Zustimmungsvorbehalt
  • (1) Antragsberechtigung
  • α) Antragsberechtigung der Gläubiger
  • β) Anordnung von Amts wegen
  • (2) Gegenstand des Antrags
  • α) Bestimmtheit des Umfangs
  • β) Begrenztheit des Umfangs
  • (3) Bindungswirkung des Antrags
  • (4) Entscheidung des Insolvenzgerichts
  • (5) Folgen fehlender Zustimmung
  • (6) Erteilung der Zustimmung
  • 6. Verbindlichkeiten aus gegenseitigen Verträgen
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Aufnahme von Verträgen
  • bb) Fortgeltung von Verträgen
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Aufnahme von Verträgen
  • (1) Möglichkeit zur Begründung von Masseverbindlichkeiten
  • (2) Kompetenzen des Schuldners
  • (3) Kompetenzen des Sachwalters
  • (4) Abgrenzung zu Handlungen im eigenen Interesse
  • (5) Zustimmungsvorbehalt
  • bb) Fortgeltung von Verträgen
  • 7. Verbindlichkeiten aus einer Bereicherung der Insolvenzmasse
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Bereicherung nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens
  • bb) Unmittelbare Bereicherung der Insolvenzmasse
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Bereicherung nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens
  • bb) Unmittelbare Bereicherung der Insolvenzmasse
  • 8. Unterhalt des Schuldners
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Anspruchsberechtigung
  • bb) Ermessen der Gläubigerversammlung
  • cc) Höhe des Unterhalts
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Anspruchsberechtigung
  • bb) Ermessen der Gläubigerversammlung
  • cc) Höhe des Unterhalts
  • (1) Zweistufige Ermittlung des Unterhalts
  • (2) Berechnung der bescheidenen Lebensführung
  • (3) Anpassung an bisherige Lebensverhältnisse
  • α) Gewährung von Anreizen
  • β) Obergrenze durch Kostenvergleich mit Regelinsolvenzverfahren
  • γ) Obergrenze durch liquide Mittel
  • dd) Verhältnis zu den §§ 100 und 101 InsO
  • IV. Durchsetzung von Masseverbindlichkeiten
  • 1. Haftungsmasse
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Befriedigung aus bereinigter Insolvenzmasse
  • bb) Pfändungsfreies Vermögen
  • cc) Freigabe von Vermögen
  • dd) Beschränkte Nachhaftung
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Befriedigung aus bereinigter Insolvenzmasse
  • bb) Pfändungsfreies Vermögen
  • (1) Geltung des Pfändungsschutzes
  • (2) Umfang des Pfändungsschutzes
  • cc) Freigabe von Vermögen
  • (1) Zulässigkeit der Freigabe
  • (2) Voraussetzungen der Freigabe
  • dd) Beschränkte Nachhaftung
  • 2. Rangfolge
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Masseunzulänglichkeit
  • bb) Masselosigkeit
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Masseunzulänglichkeit
  • (1) Voraussetzungen
  • (2) Zuständigkeit für die Anzeige
  • (3) Rechtsfolgen
  • α) Vergütung des Sachwalters
  • β) Unterhalt des Schuldners
  • bb) Masselosigkeit
  • 3. Verfahren
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Gerichtskosten
  • bb) Gebühren und Auslagen von Insolvenzverwalter und Gläubigerausschuss
  • cc) Übrige Masseverbindlichkeiten
  • (1) Parteien
  • (2) Schonfrist
  • (3) Prozesskostenhilfe
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Gerichtskosten
  • bb) Gebühren und Auslagen von Sachwalter und Gläubigerausschuss
  • cc) Übrige Masseverbindlichkeiten
  • (1) Parteien
  • (2) Schonfrist
  • (3) Prozesskostenhilfe
  • V. Haftung für Masseverbindlichkeiten
  • 1. Haftung des Sachwalters
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Haftung gemäß § 61 InsO
  • (1) Rechtshandlung
  • (2) Eintritt von Masseunzulänglichkeit
  • (3) Kein Haftungsausschluss
  • bb) Haftung gemäß § 60 InsO
  • (1) Pflichtverletzung
  • (2) Verschulden
  • (3) Schaden
  • cc) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • dd) Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB
  • ee) Haftung gemäß § 823 Abs. 1 BGB
  • ff) Haftung gemäß § 826 BGB
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Haftung gemäß § 277 Abs. 1 S. 3 InsO iVm § 61 InsO
  • (1) Anordnung der Zustimmungsbedürftigkeit
  • (2) Rechtshandlung
  • (3) Zustimmung
  • (4) Eintritt von Masseunzulänglichkeit
  • (5) Kein Haftungsausschluss
  • α) Grundsatz
  • β) Einholen von Informationen
  • γ) Plausibilitätsprüfung
  • δ) Liquiditätsplan
  • (6) Zusammenfassung
  • bb) Haftung gemäß § 270 Abs. 1 S. 2 InsO iVm § 61 InsO
  • (1) Anwendbarkeit der Vorschrift
  • (2) Rechtshandlung
  • (3) Masseunzulänglichkeit
  • (4) Kein Haftungsausschluss
  • (5) Zusammenfassung
  • cc) Haftung gemäß § 274 Abs. 1 InsO iVm § 60 InsO
  • (1) Anwendbarkeit der Vorschrift
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Verschulden
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • dd) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • ee) Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB
  • ff) Haftung gemäß § 823 Abs. 1 BGB
  • gg) Haftung gemäß § 826 BGB
  • 2. Haftung des Schuldners
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Haftung gemäß § 270 Abs. 1 S. 2 InsO iVm § 61 InsO
  • (1) Anwendbarkeit der Vorschrift
  • α) Grammatikalische Argumente
  • β) Systematische Argumente
  • γ) Historische Argumente
  • δ) Teleologische Argumente
  • ε) Ergebnis
  • (2) Rechtshandlung
  • (3) Eintritt von Masseunzulänglichkeit
  • (4) Kein Haftungsausschluss
  • (5) Haftungsmasse
  • (6) Zusammenfassung
  • bb) Haftung gemäß § 270 Abs. 1 S. 2 InsO iVm § 60 InsO
  • (1) Anwendbarkeit der Vorschrift
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Verschulden
  • (4) Schaden
  • (5) Haftungsmasse
  • (6) Zusammenfassung
  • cc) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Anwendbarkeit der Vorschriften
  • (2) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (3) Pflichtverletzung
  • (4) Vertretenmüssen
  • (5) Schaden
  • (6) Zusammenfassung
  • dd) Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB
  • ee) Haftung gemäß § 823 Abs. 1 BGB
  • ff) Haftung gemäß § 826 BGB
  • 3. Haftung der geschäftsleitenden Organe des Schuldners
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Insolvenzspezifische Haftung
  • bb) Haftung gemäß § 43 Abs. 2 GmbHG und § 93 Abs. 2 AktG
  • cc) Haftung gemäß § 64 GmbHG und §§ 92 Abs. 2, 93 Abs. 2, Abs. 3 Nr. 6 AktG
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Haftung gemäß § 270 Abs. 1 S. 2 InsO iVm §§ 60 und 61 InsO
  • (1) Grammatikalische Argumente
  • (2) Systematische Argumente
  • (3) Historische Argumente
  • (4) Teleologische Argumente
  • (5) Ergebnis
  • bb) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • cc) Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB
  • dd) Haftung gemäß § 823 Abs. 1 BGB
  • ee) Haftung gemäß § 826 BGB
  • ff) Haftung gemäß § 43 Abs. 2 GmbHG und § 93 Abs. 2 AktG
  • (1) Anwendbarkeit der Vorschriften
  • α) Grammatikalische Argumente
  • β) Systematische Argumente
  • γ) Historische Argumente
  • δ) Teleologische Argumente
  • ε) Ergebnis
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • gg) Haftung nach den Grundsätzen der Drittschadensliquidation
  • hh) Haftung aus einem Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
  • ii) Haftung gemäß § 64 GmbHG und §§ 92 Abs. 2, 93 Abs. 2, Abs. 3 Nr. 6 AktG
  • 4. Haftung der Mitglieder des Gläubigerausschusses
  • a) Rechtslage im Regelinsolvenzverfahren
  • aa) Haftung gemäß § 71 InsO
  • bb) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • b) Anpassung an die Eigenverwaltung
  • aa) Haftung gemäß § 270 Abs. 1 S. 2 InsO iVm § 71 InsO
  • bb) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • D. Betrachtung des Insolvenzeröffnungsverfahrens
  • I. Anzuwendende Vorschriften
  • 1. Betrachtung der vorläufigen Eigenverwaltung
  • a) Unanwendbarkeit eigenverwaltungsspezifischer Vorschriften
  • aa) Grammatikalische Argumente
  • bb) Systematische Argumente
  • cc) Historische Argumente
  • dd) Teleologische Argumente
  • ee) Ergebnis
  • b) Anwendbarkeit der allgemeinen Vorschriften
  • aa) Grammatikalische Argumente
  • bb) Systematische Argumente
  • cc) Historische Argumente
  • dd) Teleologische Argumente
  • ee) Ergebnis
  • c) Verdrängung der allgemeinen Kompetenzordnung
  • aa) Grammatikalische Argumente
  • bb) Systematische Argumente
  • cc) Historische Argumente
  • dd) Teleologische Argumente
  • ee) Ergebnis
  • d) Anpassung an eigenverwaltungsspezifische Kompetenzordnung
  • aa) Grammatikalische Argumente
  • bb) Systematische Argumente
  • cc) Historische Argumente
  • dd) Teleologische Argumente
  • ee) Ergebnis
  • e) Ergebnis
  • 2. Betrachtung des Schutzschirmverfahrens
  • a) Anwendbarkeit der allgemeinen Vorschriften
  • aa) Grammatikalische Argumente
  • bb) Systematische Argumente
  • cc) Historische Argumente
  • dd) Teleologische Argumente
  • ee) Ergebnis
  • b) Anpassung an das Schutzschirmverfahren
  • aa) Grammatikalische Argumente
  • bb) Systematische Argumente
  • cc) Historische Argumente
  • dd) Teleologische Argumente
  • ee) Ergebnis
  • c) Ergebnis
  • II. Rechtliche Stellung der Beteiligten
  • 1. Betrachtung der vorläufigen Eigenverwaltung
  • a) Rechtliche Stellung des vorläufigen Insolvenzverwalters
  • b) Rechtliche Stellung des Schuldners
  • aa) Grammatikalische Argumente
  • bb) Systematische Argumente
  • cc) Historische Argumente
  • dd) Teleologische Argumente
  • ee) Ergebnis
  • c) Rechtliche Stellung des vorläufigen Sachwalters
  • aa) Grammatikalische Argumente
  • bb) Systematische Argumente
  • cc) Historische Argumente
  • dd) Teleologische Argumente
  • ee) Ergebnis
  • d) Rechtliche Stellung der geschäftsleitenden Organe des Schuldners
  • aa) Grammatikalische Argumente
  • bb) Systematische Argumente
  • cc) Historische Argumente
  • dd) Teleologische Argumente
  • ee) Ergebnis
  • e) Ergebnis
  • 2. Betrachtung des Schutzschirmverfahrens
  • III. Begründung von Masseverbindlichkeiten
  • 1. Kosten des Insolvenzgerichts
  • 2. Vergütung und Auslagen des vorläufigen Sachwalters
  • a) Rechtslage im regulären Insolvenzeröffnungsverfahren
  • aa) Entstehung des Vergütungsanspruchs
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeit
  • b) Anpassung an die vorläufige Eigenverwaltung
  • aa) Entstehung des Vergütungsanspruchs
  • (1) Anspruchsberechtigung
  • (2) Selbständiger Vergütungsanspruch
  • (3) Zweistufige Ermittlung der Vergütung
  • (4) Berechnung der Regelvergütung
  • α) Vermögenswert
  • β) Regelsatz
  • (5) Anpassung der Regelvergütung
  • (6) Auslagen
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeit
  • c) Anpassung an das Schutzschirmverfahren
  • 3. Vergütung und Auslagen der Mitglieder des vorläufigen Gläubigerausschusses
  • a) Rechtslage im regulären Insolvenzeröffnungsverfahren
  • aa) Entstehung des Vergütungsanspruchs
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeit
  • b) Anpassung an die vorläufige Eigenverwaltung
  • aa) Entstehung des Vergütungsanspruchs
  • (1) Grundsatz
  • (2) Vergütung für die Bestellung des vorläufigen Sachwalters
  • bb) Einordnung als Masseverbindlichkeit
  • c) Anpassung an das Schutzschirmverfahren
  • 4. Verbindlichkeiten aus der Verwaltung der Insolvenzmasse
  • a) Rechtslage im regulären Insolvenzeröffnungsverfahren
  • aa) Bestellung eines vorläufigen starken Insolvenzverwalters
  • bb) Bestellung eines vorläufigen schwachen Insolvenzverwalters
  • cc) Ausnahme für Regressansprüche der Bundesagentur für Arbeit
  • dd) Ausnahme für Forderungen aus Steuerschuldverhältnissen des Schuldners
  • b) Anpassung an die vorläufige Eigenverwaltung
  • aa) Rückschlüsse aus § 270b Abs. 3 InsO
  • (1) Anwendbarkeit von § 270b Abs. 3 InsO
  • (2) Ausschlusswirkung von § 270b Abs. 3 InsO
  • (3) Erst-Recht-Schluss aus § 270b Abs. 3 InsO
  • bb) Erfordernis der Ermächtigung
  • cc) Adressat der Ermächtigung
  • (1) Ermächtigung des Schuldners
  • (2) Ermächtigung des vorläufigen Sachwalters
  • dd) Umfang der Ermächtigung
  • (1) Gesamtermächtigung
  • (2) Einzelermächtigungen
  • ee) Bindungswirkung der Ermächtigung
  • (1) Wahlrecht
  • (2) Schutzwürdiges Vertrauen auf Haftung der künftigen Insolvenzmasse
  • (3) Schutzwürdiges Vertrauen auf Haftung des freien Vermögens
  • ff) Nichtigkeit insolvenzzweckwidriger Handlungen
  • gg) Zustimmungsvorbehalt
  • (1) Gesamtvorbehalt
  • (2) Einzelvorbehalt
  • hh) Ausnahme für Regressansprüche der Bundesagentur für Arbeit
  • ii) Ausnahme für Forderungen aus Steuerschuldverhältnissen
  • jj) Kassenführung durch den Sachwalter
  • kk) Einholung von Sachkunde durch den Sachwalter
  • c) Anpassung an das Schutzschirmverfahren
  • aa) Anspruch auf Ermächtigung
  • bb) Umfang der Ermächtigung
  • cc) Ausnahmen für Regressansprüche der Bundesagentur für Arbeit und für Ansprüche aus Steuerschuldverhältnissen
  • 5. Verbindlichkeiten aus gegenseitigen Verträgen
  • a) Rechtslage im regulären Insolvenzeröffnungsverfahren
  • b) Anpassung an die vorläufige Eigenverwaltung
  • c) Anpassung an das Schutzschirmverfahren
  • IV. Durchsetzung von Masseverbindlichkeiten
  • V. Haftung für Masseverbindlichkeiten
  • 1. Haftung des vorläufigen Sachwalters
  • a) Rechtslage im regulären Insolvenzeröffnungsverfahren
  • aa) Haftung gemäß § 21 Abs. 2 Nr. 1 InsO iVm § 61 InsO
  • (1) Begründung von Masseverbindlichkeiten
  • (2) Eintritt von Masseunzulänglichkeit
  • (3) Kein Haftungsausschluss
  • bb) Haftung gemäß § 21 Abs. 2 Nr. 1 InsO iVm § 60 InsO
  • cc) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • dd) Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB
  • ee) Haftung gemäß § 823 Abs. 1 BGB
  • ff) Haftung gemäß § 826 BGB
  • b) Anpassung an die vorläufige Eigenverwaltung
  • aa) Haftung gemäß § 277 Abs. 1 S. 3 InsO iVm § 61 InsO
  • bb) Haftung gemäß § 21 Abs. 2 Nr. 1 InsO iVm § 61 InsO
  • cc) Haftung gemäß § 270a Abs. 1 S. 2 iVm § 275 Abs. 2 InsO iVm § 61 InsO
  • dd) Haftung gemäß § 270a Abs. 1 S. 2 InsO iVm § 274 Abs. 1 InsO iVm § 60 InsO
  • ee) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • ff) Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB
  • gg) Haftung gemäß § 823 Abs. 1 BGB
  • hh) Haftung gemäß § 826 BGB
  • c) Anpassung an das Schutzschirmverfahren
  • 2. Haftung des Schuldners
  • a) Rechtslage im regulären Insolvenzeröffnungsverfahren
  • b) Anpassung an die vorläufige Eigenverwaltung
  • aa) Haftung gemäß § 270a Abs. 1 S. 2 InsO iVm § 21 Abs. 2 Nr. 1 InsO iVm § 61 InsO
  • (1) Anwendbarkeit der Vorschrift
  • (2) Begründung von Masseverbindlichkeiten
  • (3) Eintritt von Masseunzulänglichkeit
  • (5) Kein Haftungsausschluss
  • (6) Zusammenfassung
  • bb) Haftung gemäß § 270a Abs. 1 S. 2 InsO iVm § 21 Abs. 2 Nr. 1 InsO iVm § 60 InsO
  • cc) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • dd) Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB
  • ee) Haftung gemäß § 823 Abs. 1 BGB
  • ff) Haftung gemäß § 826 BGB
  • c) Anpassung an das Schutzschirmverfahren
  • 3. Haftung der geschäftsleitenden Organe des Schuldners
  • a) Rechtslage im regulären Insolvenzeröffnungsverfahren
  • b) Anpassung an die vorläufige Eigenverwaltung
  • aa) Haftung gemäß §§ 60 und 61 InsO
  • bb) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • cc) Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB
  • dd) Haftung gemäß § 823 Abs. 1 BGB
  • ee) Haftung gemäß § 826 BGB
  • ff) Haftung gemäß § 43 Abs. 2 GmbHG und § 93 Abs. 2 AktG
  • (1) Anwendbarkeit der Vorschriften
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • gg) Haftung gemäß § 64 GmbHG und §§ 92 Abs. 2, 93 Abs. 2, Abs. 3 Nr. 6 AktG
  • (1) Anwendbarkeit der Vorschriften
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • c) Anpassung an das Schutzschirmverfahren
  • 4. Haftung der Mitglieder des vorläufigen Gläubigerausschusses
  • a) Rechtslage im regulären Insolvenzeröffnungsverfahren
  • aa) Haftung gemäß § 21 Abs. 2 Nr. 1a InsO iVm § 71 InsO
  • bb) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • b) Anpassung an die vorläufige Eigenverwaltung
  • aa) Haftung gemäß § 21 Abs. 2 Nr. 1a InsO iVm § 71 InsO
  • bb) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • (1) Inanspruchnahme besonderen Vertrauens
  • (2) Pflichtverletzung
  • (3) Vertretenmüssen
  • (4) Schaden
  • (5) Zusammenfassung
  • c) Anpassung an das Schutzschirmverfahren
  • 5. Haftung des bescheinigenden Sanierungsexperten
  • a) Haftung analog § 21 Abs. 2 Nr. 1 InsO iVm § 60 InsO
  • b) Haftung analog § 274 Abs. 1 InsO iVm § 60 InsO
  • c) Haftung gemäß § 280 Abs. 1 BGB
  • d) Haftung gemäß §§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2 BGB
  • e) Haftung aus einem Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
  • f) Haftung gemäß § 323 Abs. 1 S. 2 HGB
  • g) Haftung gemäß § 839a BGB
  • h) Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB
  • i) Haftung gemäß § 823 Abs. 1 BGB
  • j) Haftung gemäß § 826 BGB
  • E. Zusammenfassung
  • I. Unveränderte Geltung der allgemeinen Vorschriften
  • II. Dogmatische Einordnung der Beteiligten
  • III. Begründung, Durchsetzung und Haftung bezüglich Masseverbindlichkeiten
  • 1. Begründung von Masseverbindlichkeiten
  • 2. Befriedigung von Masseverbindlichkeiten
  • 3. Haftung für Masseverbindlichkeiten
  • Literaturverzeichnis

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A. Einführung

Vorliegende Arbeit widmet sich mit der Eigenverwaltung einem Rechtsinstitut, welches in den vergangenen Jahren zunehmend Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Während für die einen sprichwörtlich der Bock zum Gärtner gemacht wird,1 erhoffen die anderen den Anbruch einer Sanierungskultur nach Vorbild des US-amerikanischen Chapter-Eleven-Verfahrens.2 Ein Blick in die Insolvenzstatistik lässt erkennen, dass sich bislang weder Gegner noch Befürworter durchsetzen konnten. Zwar wurden im Jahr 2014 insgesamt nur 277 Unternehmensinsolvenzen in Eigenverwaltung durchgeführt, was rund 1 % aller Verfahren entspricht.3 Jedoch betrug der Anteil bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von wenigstens 20,00 Mio. EUR bereits 32 %. Bei Unternehmen, die jährlich über 100,00 Mio. EUR Umsatz erzielten, wurde sogar in 35 % aller Fälle auf die Bestellung eines Insolvenzverwalters verzichtet.4 Dies belegt, dass die Eigenverwaltung gerade in Großverfahren an Bedeutung gewonnen hat, ohne jedoch eine dominierende Rolle einzunehmen.

I. Relevanz des Themas

Ein Faktor, der den Erfolg der Eigenverwaltung maßgeblich beeinflusst, liegt in der Begründung und Durchsetzung von Masseverbindlichkeiten. Um diese Behauptung zu untermauern, soll die rechtliche und wirtschaftliche Bedeutung dieser insolvenzspezifischen Klasse von Forderungen kurz erläutert werden.

§ 53 InsO definiert Masseverbindlichkeiten als solche Verpflichtungen des Schuldners, die vorrangig vor den Insolvenzforderungen aus der um Aus- und Absonderungsrechte sowie aufrechenbare Ansprüche bereinigten Insolvenzmasse zu befriedigen sind.5 Aufgrund dieser Vorzugsstellung sowie weiterer Privilegien wie der Durchsetzbarkeit außerhalb des Insolvenzverfahrens6 und der strengen Haftung des Insolvenzverwalters gemäß § 61 InsO erlangen die Massegläubiger ein hohes Maß an Sicherheit, dass sie ihre Forderungen trotz Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit des Schuldners in voller Höhe befriedigen können. In den ←35 | 36→Genuss dieser Vorzüge gelangen jedoch nur solche Gläubiger, von deren Mitwirkung die Durchführung des Insolvenzverfahrens abhängt.7

Zunächst ordnet § 54 InsO die Kosten des Insolvenzverfahrens, also die Gerichtskosten sowie die Vergütung und die Auslagen des (vorläufigen) Insolvenzverwalters und des (vorläufigen) Gläubigerausschusses, als Masseverbindlichkeiten ein. Indem die §§ 26 Abs. 1 S. 1 und 207 Abs. 1 S. 1 InsO die Deckung dieser Kosten zur Voraussetzung für die Eröffnung und Fortführung des Insolvenzverfahrens erklären, verhindern sie, dass die Allgemeinheit damit belastet wird.8 Außerdem stellen die Vorschriften sicher, dass sich hinreichend qualifizierte Personen zum (vorläufigen) Insolvenzverwalter oder zum Mitglied des (vorläufigen) Gläubigerausschusses bestellen lassen, weil die jeweilige Vergütung durch den Rückgriff auf die Insolvenzmasse abgesichert ist.9

Daneben erhebt § 55 Nr. 1 InsO auch Verpflichtungen aus Handlungen des Insolvenzverwalters und aus der sonstigen Verwaltung und Verwertung der Insolvenzmasse in den Rang von Masseverbindlichkeiten. Die Bedeutung dieser Forderungen hängt davon ab, wie das Insolvenzverfahren ausgestaltet wird. Im Rahmen der Zerschlagung gewährleistet § 55 Nr. 1 InsO, dass sich bestimmte Dienstleister wie Rechtsanwälte, Steuerberater, Sachverständige und Auktionatoren bereiterklären, ihre für die Verwaltung und Veräußerung der Insolvenzmasse erforderlichen Leistungen zu erbringen, weil sie im Gegenzug auf die Insolvenzmasse zugreifen dürfen.10 Eine noch weiterreichende Bedeutung erlangen Masseverbindlichkeiten im Rahmen der Sanierung, wo sie dazu beitragen, dass der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden kann.11 So erklären sich Banken nur dann bereit, dem Schuldner Darlehen für Restrukturierungsmaßnahmen und zur Überbrückung von Finanzierungslücken zu gewähren – etwa bis zur Zahlung von Insolvenzgeld durch die Bundesagentur für Arbeit12 – wenn der Darlehensrückzahlungsanspruch vorweg aus der Insolvenzmasse befriedigt werden kann.13 Auch Lieferanten gehen nur dann in Vorleistung, wenn sie hinreichend abgesichert sind.14

Weitere Masseverbindlichkeiten resultieren gemäß § 55 Nr. 2 InsO aus gegenseitigen Verträgen des Schuldners, sofern diese kraft Gesetzes oder auf Verlangen des Insolvenzverwalters fortgeführt werden. Auf diese Weise soll das vertragliche Synallagma zugunsten derjenigen Gläubiger geschützt werden, die an den ←36 | 35→Insolvenzverwalter leisten. Gäbe es diese Gruppe von Masseverbindlichkeiten nicht, bestünde die Gefahr, dass Dauerschuldverhältnisse wie Miet- und Arbeitsverträge, die für die Verwaltung, Verwertung und Sanierung der Insolvenzmasse von Bedeutung sind, rasch gekündigt würden.15

Darüber hinaus erhebt § 55 Nr. 3 InsO Ansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung in den Rang von Masseverbindlichkeiten. Dadurch wird verhindert, dass die Insolvenzgläubiger rechtsgrundlos erlangtes Vermögen nur deshalb vereinnahmen dürfen, weil es zufällig der Insolvenzmasse zugeflossen ist.16 Die Gefahr, bereicherungsrechtliche Ansprüche nicht durchsetzen zu können, würde außerdem potentielle Vertragspartner abschrecken, die mit dem Insolvenzverwalter in geschäftlichen Kontakt treten wollen.

Im Übrigen existieren noch zahlreiche andere Vorschriften, welche die Begründung von Masseverbindlichkeiten regeln und weitere insolvenzspezifische Zwecke erfüllen.17 Zu nennen sind etwa die §§ 55 Abs. 2, Abs. 4, 100, 101 Abs. 1 S. 3, 115 Abs. 2 S. 3, 123 Abs. 2 S. 1, 144 Abs. 2, 169 S. 1, 172 Abs. 1 S. 1, 324 InsO sowie § 27 Nr. 2 ArbnErfG.

Alles in allem wird ersichtlich, dass die Eigenverwaltung nur dann eine echte Alternative zum Regelinsolvenzverfahren darstellen kann, wenn die Begründung und Durchsetzung von Masseverbindlichkeiten ebenso zuverlässig geklärt ist wie im Regelinsolvenzverfahren.18

Vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, die Erkenntnisse, die Rspr. und hL im Rahmen des Regelinsolvenzverfahrens zu Masseverbindlichkeiten gewonnen haben, auf die Eigenverwaltung zu übertragen.

II. These der Arbeit

Ausgangspunkt soll die These sein, dass Masseverbindlichkeiten in der Eigenverwaltung, in der vorläufigen Eigenverwaltung und im Schutzschirmverfahren unter denselben Bedingungen begründet und durchgesetzt werden können wie im Regelinsolvenzverfahren und im regulären Insolvenzeröffnungsverfahren.

Der Grund soll darin gesucht werden, dass in beiden Verfahrensmodi dieselben materiell-rechtlichen und verfahrensrechtlichen Vorschriften zur Anwendung gelangen, wobei diese lediglich an die abweichende Kompetenzordnung des siebten Teils der InsO angepasst werden müssen. So treten der Schuldner und der (vorläufige) Sachwalter in Zuständigkeits-, Vergütungs- und Haftungsfragen als Amtsträger arbeitsteilig an die Stelle des (vorläufigen) Insolvenzverwalters. Die ←37 | 38→geschäftsleitenden Organe des Schuldners bleiben hingegen ihren gesellschaftsrechtlichen Bindungen unterworfen.

III. Gang der Untersuchung

Um diese These zu überprüfen, stellt vorliegende Arbeit zu Beginn die grammatikalischen, systematischen, historischen und teleologischen Grundlagen der Eigenverwaltung dar, damit die Auslegung des siebten Teils der InsO leichter fällt (B.).

In den darauffolgenden Kapiteln werden nacheinander die Verfahrensmodi der Eigenverwaltung (C.), der vorläufigen Eigenverwaltung und des Schutzschirmverfahrens (D.) betrachtet. Dabei soll in einem ersten Schritt jeweils untersucht werden, welche Vorschriften zur Anwendung gelangen (I.). Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse kann anschließend erörtert werden, wie sich der Schuldner, der (vorläufige) Sachwalter und die geschäftsleitenden Organe des Schuldners dogmatisch einordnen lassen (II.), wobei sich der Meinungsstreit jeweils zwischen zwei Eckpunkten bewegt. Einerseits könnte es sich bei den Beteiligten um die Träger privater Ämter handeln. Andererseits könnten die Beteiligten ihren privatrechtlichen Bindungen unterworfen bleiben.

Details

Seiten
290
Jahr
2018
ISBN (PDF)
9783631775271
ISBN (ePUB)
9783631775288
ISBN (MOBI)
9783631775295
ISBN (Paperback)
9783631772188
DOI
10.3726/b14953
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (Dezember)
Schlagworte
Insolvenzrecht Sachwalter Insolvenzschuldner Geschäftsleitende Organe Haftung
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2018. 290 S.

Biographische Angaben

Georg Mitsching (Autor:in)

Georg Mitsching ist nach Abschluss des Studiums der Rechtswissenschaften und des Wirtschaftsrechts an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg nunmehr in Sachsen-Anhalt als Richter tätig. Neben seiner insolvenzrechtlichen Dissertation hat er Aufsätze zum Zivil- und Zivilprozessrecht veröffentlicht.

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Titel: Masseverbindlichkeiten in der Eigenverwaltung