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Moritz Benjowsky – ein (mittel)europäischer Held

Materialien der internationalen wissenschaftlichen Konferenz, Wien, 22.–26. Mai 2019

von Alois Woldan (Band-Herausgeber:in) Katalin Blaskó (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 300 Seiten
Reihe: Wechselwirkungen, Band 25

Zusammenfassung

Die Beiträge dieses Bandes untersuchen das große Erbe, das der Abenteurer und Weltreisende Moritz Benjowsky (1741–1786) in Literatur, Theater und Film vieler europäischer Kulturen hinterlassen hat. Benjowsky ist Autor berühmter Memoiren und Held literarischer Werke in einem. Die Autoren dieses Bandes analysieren Werke über Benjowsky in deutscher, ungarischer, polnischer, slowakischer und russischer Sprache vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, sie untersuchen die Verflechtungen innerhalb dieser Texte und die Bedingungen ihrer Entstehung. Sie zeigen, wie in diesen Texten ein Mythos von Benjowsky geschaffen wird, der auch als nationaler Erinnerungsort von Bedeutung ist. Ethnische Stereotypen in diesen Texten werden aufgezeigt, koloniale Mythen dekonstruiert.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Die Abenteuer Moritz Graf Benjowskys in der Literatur
  • Vom Monolog zum Dialog. Monologische und dialogische Erinnerung historischer Gestalten und Ereignisse in Zentraleuropa
  • Mór Jókais Benyovszky: Imagologische Strukturen im Dienst der Konstruktion eines ungarischen Freiheitshelden
  • Vivat Beňovský! Moritz Benjowsky im Film
  • Wie Franz Sartori den Grafen Moritz August Benjowsky zum „volksthümlichen Heroen und furchtbaren Empörer des österreichischen Gesammt-Reiches“ machte
  • Auf den Spuren von Benjowsky im Wiener Vormärz (und darüber hinaus) und bei Franz Sartori
  • „… so ist der Gewinn für die Erdkunde aus diesen dicken Bänden äusserst gering“. Die zeitgenössische deutschsprachige Rezeption von Benjowskys Memoiren
  • Moritz Benjowsky, Ethnograph der Kamtschatka aus (Selbst)Gefälligkeit
  • Christian August Vulpiusʼ Benjowsky oder Vorspiel auf dem Weimarer Hof-Theater (1792)
  • August v. Kotzebues Graf Benjowsky oder die Verschwörung auf Kamtschatka und dessen Übersetzung ins Polnische durch Jan Nepomucen Kamiński
  • Eine romantische Adelserzählung: Juliusz Słowackis Beniowski
  • Vier polnische Narrationen über Beniowski aus der Perspektive der Mythen Gott und Natur
  • Maurycy Beniowski und der polnische koloniale Diskurs
  • Von Kamtschatka nach Madagaskar. Die sowjetische und tschechoslowakische verkürzte Benyovszky-Rezeption als Reservoir für einen slowakischen postkolonialen Erinnerungsort
  • Graf Moritz Benjowsky: Mythos versus Wirklichkeit
  • Reihenübersicht

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István Fried (Szeged)

Die Abenteuer Moritz Graf Benjowskys in der Literatur

Abstract: This contribution examines Benjowskyʼs adventures, known from his memoirs, in the context of other famous 18th century personalities, such as Giacomo Casanova or Friedrich v. d. Trenck. They were all writers as well and became famous because of their multilingual works transferring autobiographic events into literary fiction. Starting with Benjowskyʼs memoirs, the article shows that these memoirs are in fact a novel composed around a protagonist, who according to André Jolles is also a hero, trickster and shepherd. Such a hero is to be found again in József Gvadányiʼs poem on Benjowsky, which shows traits of the heroic, the comic and the sentimental novel. In this novel the main protagonist has been redoubled: Paul the Destroyer is added to Benjowsky. By doing this, a national perspective (Paul) is set in opposition to a transnational one (Benjowsky). All the voices represented in the poem by different persons (including the author himself) lead to a specific polyphony. Because of these characteristics Gvadányiʼs poem has an affinity to famous 18th century trivial novels, which can be regarded as transnational works.

Keywords: Benjowsky, 18th century personalities, autobiographic novel, André Jolles, József Gvadányi, transnationality

 

An den Anfang meines Vortrags möchte ich zwei Fragen stellen:

1)Was kann der Grund dafür sein, dass im „Jahrhundert der Erleuchtung“ Persönlichkeiten aufgrund ihres Lebenslaufs zu Helden wurden, die als Vorlagen für Abenteuer- und Schelmenromane dienten, nicht aber als Beispiele für die Inkorporationen eines freien Denkens?

2)Die aus den Lebensläufen und Biographien bekannten Geschichten wurden im 19. Jahrhundert nicht nur von der Trivialliteratur verbreitet, auch die literarische Romantik sah in ihnen Figuren, die verewigt werden sollten, sodass sie sowohl die Bühne als auch die Opernbühne eroberten. Was hat große Künstler veranlasst, entweder Helden mit nationalen Charakterzügen oder Helden mit antikolonialer Einstellung darzustellen?

Im Zusammenhang mit diesen Fragen steht die Tatsache, dass man einerseits am Beispiel dieser Figuren Fälle von Transnationalität aufzeigen kann und andererseits die (nicht so) späte Nachwelt mit diesen Figuren die nationale ←13 | 14→Geschichte mit den Mitteln der Belletristik de-nationalisieren wollte. Nicht zuletzt lassen sich die Biographien dieser Helden in einer Art und Weise ergänzen, die es ermöglicht, diese in populäre Gattungen der zeitgenössischen Literatur überzuführen.

Es ist also sinnvoll, sich mit Hilfe dieser beiden Fragen den Biographien und Autobiographien zuzuwenden, die davon ausgehen, dass eine Persönlichkeit (nicht nur in den bürgerlichen Staaten) bemüht sei, Hindernisse, mit denen sie sich konfrontiert sieht, zu beseitigen. Sollte dies aber nicht gelingen, so soll eine Existenz verwirklicht werden, die einerseits die Illusion der Freiheit verspricht (das kann den Ausbruch aus gesellschaftlich akzeptierten Normen bedeuten), und andererseits die Unabhängigkeit von sprachlichen, geographischen, oder sonstigen Determinanten gewährleistet. So können Biographien oder biographische Ereignisse konstruiert werden, in denen die Persönlichkeit aus den Zusammenstößen zwischen gesellschaftlichen Normen und individuellen Wünschen als moralischer Sieger hervorgeht. Ich möchte einige Beispiele anführen, die das zeigen: Moritz Benjowsky1 war nicht der einzige, der sein Schiff zwischen Sprachen, Ländern und Abenteuern hindurch manövrieren wollte, auch wenn sein Lebensziel nicht nur in der Entschlossenheit, sondern auch im Anspruch auf eine Position in der Wissenschaft und im „Fortschritt der Geschichte“ bestand. In diesem Sinne „montierte“ er seine Autobiographie und stützte sich auf die Entdeckungen anderer bzw. baute seine Funktion als Autor aus und schuf damit quasi seinen eigenen empfindsamen Roman. So bot er seinen in der Tat abenteuerlichen Lebenslauf den diversen Nationalliteraturen an.

Ein gut bekannter Vergleichsfall ist der von Casanova, der nicht als Chevalier de Seingalt bekannt werden wollte, sondern mit seinen literarischen Werken dazu beitrug, eine neue Figur zu erschaffen, die von der alten Persönlichkeitsauffassung des 18. Jahrhunderts abwich. Sein wichtigstes Bestreben bestand nicht darin, eine „chronique scandaleuse“ zu hinterlassen, sondern sich als Autor zu etablieren, um mit Persönlichkeiten wie z. B. Voltaire konkurrieren zu können. In diese Reihe lässt sich auch Friedrich Freyherr von der Trenck2 ←14 | 15→stellen: „merkwürdige Geschichte“ steht auf dem Deckblatt seiner Biographie. Als preußischer Soldat, der dann in russische Dienste trat, floh er wenig später vor der Verbannung nach Sibirien nach Wien, bevor er in Danzig auftauchte. Nach zehn Jahren Gefängnis waren die Städte Wien, Aachen und Paris die wesentlichen Stationen seines Lebens, bis Robespierre ihn enthaupten ließ. Knapp ein Jahrzehnt vor der Trenck-Biographie war ein Buch über einen anderen Weltreisenden mit dem Titel „Geschichte des Herrn Andreas Jelky, eines gebornen Ungarn“,3 erschienen.

Neben Casanovas Memoiren tauchten in den 70er und 80er Jahren des 18. Jahrhunderts auch diese Werke im europäischen Buchhandel auf. Es brauchte nicht lang, und andere mehr oder weniger bekannte Autoren legten ihre eigene Version eines abenteuerlichen Lebens vor. Zunächst sind aber jene Varietäten zu bedenken, welchen diese genannten Personen bei der Wahl ihrer Sprache unterlagen.4 Diese widersprechen im Großen und Ganzen jenen nationalhistorischen und mentalitätsgeschichtlichen Kriterien, von denen sich die Autoren der Hoch- und Spätromantik leiten ließen, um diese Weltreisenden ins nationale Pantheon zu erheben. Benjowsky (Benyovszky) stammte aus einer alten ungarischen Adelsfamilie, lernte aber wahrscheinlich noch in seinen Jugendjahren neben der deutschen Sprache auch die slowakische. Während seiner Soldatenzeit in Polen halfen ihm wahrscheinlich seine Slowakisch-Kenntnisse bei der Kontaktaufnahme mit den Polen, und dieselben Sprachkenntnisse ermöglichten ihm während seines Exils in Russland die Verständigung mit den Russen. Mit den polnischen Offizieren sprach er mit großer Wahrscheinlichkeit französisch, was neben dem Deutschen auch in den russischen Adelsfamilien als lingua franca diente. Casanova schrieb in drei Sprachen: neben dem Lateinischen sprach er auch Italienisch und Französisch, und das größere Prestige der französischen Literatur brachte ihn dazu, seine Memoiren auf Französisch zu schreiben. Aus dem Lebenslauf Trencks erfahren wir, dass er mit großer Wahrscheinlichkeit Deutsch und Französisch perfekt beherrschte, als Schriftsteller bediente er sich in erster Linie des Deutschen, und den belletristischen Werken, die über ihn verfasst wurden, können wir entnehmen, dass er auch noch die ungarische Sprache erlernt hatte. Natürlich bedeutet die Mehrsprachigkeit für ←15 | 16→sich allein noch lange nicht die ‚differentia specifica‘ für unsere Helden, denn sie resultiert viel eher aus deren Lebensgeschichte in vielen Ländern.

Sowohl Casanova, als auch Benjowsky und Trenck wollten einen bedeutenden Platz unter ihren Zeitgenossen erwerben. Allerdings verfassten weder Casanova noch Benjowsky ihre Werke in der Sprache jenes Raums, um dessen Anerkennung sie bemüht waren. Ihr Ziel war also nicht eine Erweiterung des Begriffs der sog. Nationalliteratur. Bei ihren Autobiographien handelt es sich um eine Form der Selbsterzählung, die den Ansprüchen der subjekttheoretischen Richtungen des 18. Jahrhunderts und dem Gedanken der Befreiung des Individuums genügen wollte, d.h. der Idee, dass einzelne Individuen, die über die nötige Courage, das nötige Wissen und die nötige Ausdauer verfügen, nicht von einem Regelsystem eingeschränkt und am Erreichen ihrer Ziele gehindert werden können. Auch unser Held akzeptiert die offiziell geltenden Regeln nicht, verleugnet und verneint alle möglichen Arten von Fatalismus und gestaltet sein Schicksal selbst, damit er als Persönlichkeit und Autor von allen akzeptiert wird. Bei Benjowsky wie auch Casanova geht im Prozess des Schreibens die literarische Rekonstruktion einer abenteuerlichen Biographie Hand in Hand mit deren intellektueller Rechtfertigung. Sowohl ein beispielhaftes Leben als auch die Gattung der „Bekenntnisse“ sind ihnen fremd. Sie sind auch keiner bestimmten Weltanschauung oder Ideologie verpflichtet. Trenck vertritt eine antifeudale und antiklerikale Haltung, Benjowsky ein ethnografisches und landeskundliches Bestreben, das über aufklärerische Züge verfügt; Casanova versucht sich neben der Biographie auch in anderen literarischen Gattungen. Die Literaturgeschichte hebt in erster Linie seine Science Fiction-Versuche hervor. Er definiert sich als eine Dichterpersönlichkeit, die als Historiker auf das Geschichtsbild seiner Gegenwart reagiert, und nicht nur lehrreiche Bilder vom Leben der Gesellschaft zeichnet, sondern mit seiner Lebensgeschichte auch unterschiedliche philosophische Tendenzen in Bezug auf das Individuum vereinigt.

Benjowsky ist einer derjenigen, der durch seine Herkunft, seine Abenteuer, Sprachkenntnisse und sein Nachleben in den Literaturen und den an nationalen Stereotypen nicht armen publizistischen und musikalischen Traditionen Ostmitteleuropas aus einer bescheidenen nationalen Umgebung ausbrach. Ihm ist es auch gelungen, sich an erfolgversprechenden Kriegen zu beteiligen und sich als Entdecker, Forscher und Freiheitskämpfer zu „qualifizieren“. Er beeindruckte die Gattungsgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts mit seinen Memoiren, die es in den einzelnen Nationalliteraturen bis zu diesem Zeitpunkt nicht gab. Benjowsky konstruierte eine Ereignisgeschichte, die sich im erweiterten Raum und in der Zeit des Abenteuerromans abspielte. Auf diese ←16 | 17→Weise war es möglich, dass entweder bestimmte Episoden seines Lebens oder dieses zur Gänze in verschiedenen, modischen und wirkmächtigen Gattungen gestaltet wurden. Seine Zeit in Russland konnte sowohl zum Thema eines empfindsamen Rührstücks (August v. Kotzebue5), oder einer Oper (Franz Doppler6) werden, oder auch als publikumswirksames erzählendes Gedicht (József Gvadányi7) bzw. Poem (Juliusz Słowacki8), das die Krise eines romantischen Individuums beschreibt, erscheinen.

Den ungarischen Leser erreichte zunächst die deutsche Übersetzung der auf Französisch geschriebenen Memoiren. Unter den deutschen Übersetzern findet sich z. B. Georg Forster, den wir nicht nur als Revolutionär, sondern auch als Weltreisenden kennen. Seine Übersetzung kann auch als eine Ehrerweisung an den „ungarischen und polnischen“ Grafen verstanden werden. Und nur am Rande bemerkt: Benjowsky hat sich selbst viel früher mit dem Grafen-titel geschmückt, lang bevor ihm dieser verliehen wurde. Wenn wir aus einer entfernten Perspektive auf das Leben Benjowskys blicken (das sein eigentliches „Hauptwerk“ ist, und nicht seine mit zahlreichen Erfindungen angereicherten Memoiren), können wir die „Freiheitsbestrebungen“ einer Person beobachten, die aus ihrer Ära heraustritt. Er ist also nicht die Person, die aus irgendwelchen Gründen das Idyll der Familie verlassen musste, oder ihren Lebensplan zur Verteidigung der Freiheit Polens in der Konföderation von Bar nicht verwirklichen konnte. Auch die Schicksalsfälle in Russland konnten in Benjowsky die Hoffnung auf Heimkehr nicht abtöten, obwohl er die Idee der Gründung einer wirtschaftlichen Mustersiedlung im Sinn hatte. Er ist sowohl der Hauptheld als zum größten Teil auch der Regisseur (so heißt es zumindest in seiner Autobiographie) des von ihm verfassten Abenteuerromans.

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Benjowsky verkörpert den geschickten Strategen, den umsichtigen Verschwörer, den demokratischen Anführer (das ist nicht übertrieben) und auch den sensiblen Menschen. In seinem Charakter sind jedoch weder Veränderungen noch Brüche ersichtlich, er kann sich den unterschiedlichen Situationen sehr gut anpassen und plant zielstrebig seine Flucht. Er verwirklicht diese Flucht auf einem zerbrechlichen Schiff und kehrt nach Europa zurück. Benjowsky entwirft ein Bild von sich selbst, das ihn in Madagaskar als einen gutmütigen Führer, weisen Planer und verständnisvollen Menschen darstellt, der auch von den Einheimischen akzeptiert werden kann. In Wirklichkeit können wir in seinen Memoiren (und auch in deren Bearbeitungen) literarische Grundtypen erkennen. Aus dem Schelmenroman9 übernahm er die Abenteuer, aus dem Abenteuerroman die Art und Weise, wie man Gefahren seitens der Natur und der Menschen überwinden kann, und der empfindsame Roman gab ihm Ideen zu den gefühlvollen Szenen, insbesondere mit der wahrscheinlich von ihm geschaffenen Figur der Afanasja. Hier sei auf einen Essay von André Jolles verwiesen: „Jede Wanderung durch die Literatur führt uns wieder auf den Ritter, den Hirten und den Schelm zurück. Wohl hat diese und jene Zeit eine besondere Vorliebe für den einen oder den andern von dreien – die übrigen fehlen jedoch nie ganz. Sie gehören sozusagen zum bleibenden Inventar der Literatur.“10 Jolles operiert nicht mit starren Kategorien, an anderer Stelle weist er darauf hin, dass es sich hier zwar um permanente Figuren handelt, die aber nicht statisch und unveränderlich sind: „Der irrende Ritter kann große Ähnlichkeiten mit dem Schelm, aber auch mit dem Hirten aufweisen. Der Schelm besitzt häufig sehr ritterliche Züge. Von Hirten zum Ritter ist es oft nur ein Schritt.“11

Jolles’ anregende Erläuterungen stellen eine Art Arbeitshypothese dar. Es steht außer Zweifel, dass die Autoren, die auf der Basis von Benjowskys Memoiren literarische Werke schufen (auch wenn sie nicht nur auf diese, sondern auch auf andere, vergleichbare Texte Bezug nahmen), gerade auf diese drei Heldentypen zurückgegriffen haben, um zum Beispiel den Abenteuer- oder den empfindsamen Roman um den Helden zu organisieren. Kotzebue wählte die bewährte dramatische Form und das Rührstück, um seinen Benjowsky zu ←18 | 19→gestalten. Liebe, Eifersucht, Aufrichtigkeit, Rache und Verrat sind die wichtigsten Merkmale, und die letzte Szene enthält eine Versöhnung. Es sei darauf hingewiesen, dass Kotzebue stark an der Geschichte Mitteleuropas interessiert war: mit seinen Dramen nach tschechischen, ungarischen (und russischen) Stoffen hat er dem deutschen Zuschauer diese weniger bekannte Geschichte nahegebracht. József Gvadányi unternahm mit seinem zweiteiligen erzählerischen Gedicht den Versuch eines Schelmen- und Abenteuerromans in gebundener Form. Damit die Handlung noch glaubwürdiger erscheint, nahm er seine eigene Person ins Werk hinein. Er erzählt, wie er sich mit den Helden seiner Erzählung traf, wie diese Personen die Handlung erlebten, und bezieht sich auf seine wesentlichste Quelle, auf die deutsche Übersetzung von Benjowskys Memoiren.

Słowackis Poem, als „powieść narodowa“ („nationale Erzählung“) bezeichnet, kämpft einerseits mit dem Dilemma, ob ein solches Poem zu Ende geführt werden könnte und sollte. Andererseits will der Autor nicht auf die Nähe zum europäischen Archetyp des unbefriedigten Helden, sowie auf abenteuerliche Einzelheiten verzichten, sodass er diese, quasi aus Visionen gewobene polnische Variante schuf. Schon in seinem Drama Mazepa (1840)12 bestätigte Słowacki den souveränen Umgang mit dem „westlichen Kanon“ des Dramas (Shakespeare und Victor Hugo). Auch in seinem Beniowski geht Słowacki eher in die Richtung von Goethe und Byron, indem er orientalische Elemente (Aufenthalt des Helden am Hof des Giraj Khan auf der Krim) miteinbezieht.

In allen erwähnten Werken gibt es das Heroische, das Idyllische in der Liebesgeschichte und das Abenteuer, das einen Bezug zur Figur des Schelms ermöglicht, der alle Gefahren überwindet und sich aus jeder Situation retten kann. Dieselben Eigenschaften hatten dazu geführt, dass die Benjowsky-Geschichte ziemlich rasch ihren Weg in die volkstümliche Literatur fand,13 und andererseits die Volksbücher die Erinnerung an Benjowsky weiter aufrechterhielten. Christian August Vulpius14 nutzte die Institution des Weimarer Hoftheaters, ←19 | 20→um diesen Stoff auch einem anderen Publikum nahe zu bringen. Als Folge davon brachte ihm sein Roman über den Räuberhauptmann Rinaldo Rinaldini noch bis ins 20. Jahrhundert großen Erfolg. Im 19. Jahrhundert wurde der Benjowsky-Stoff auf beiden Linien weiterverbreitet: man fand sowohl das Heldenideal der nationalen Romantik wie auch den entschlossenen Abenteurer der Populärliteratur in ihm wieder. Natürlich holte auch unseren Helden letztendlich sein Schicksal ein: nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts begann die wissenschaftliche Forschung die Tatsachen über Benjowsky und seine Memoiren klar zu stellen, der Held wurde „de-heroisiert“. Parallel dazu aber trat er als Hauptperson von Jugendromanen in Erscheinung und fand in Fernsehserien begeisterte Anhänger. Diese vielfältigen Bearbeitungen sind in jedem Fall zu berücksichtigen.

Auf die Opernbühne kam Benjowsky nur selten, es gibt eine französische Oper und einige Parodien darauf, und mit Hilfe von deren Übersetzung ins Ungarische kam auf Basis eines deutschsprachigen Librettos eine deutsch-ungarische Oper zustande, das Werk von Franz Doppler.15 Es weist die Charakteristika sekundärer, romantisierender Kunstlieder auf, das Libretto folgt genau dem Drama von Kotzebue. Die Autobiographie ist auch dieses Mal eine Selbsterzählung, eine Art Selbstschöpfung, die Neubelebung des eigenen Lebens,16 das in erster Linie aus modischen zeitgenössischen literarischen Produkten schöpft. Das erzählte Geschehen bot den Autoren neu zu überdenkende literarische Grundtypen an, sodass jeder von ihnen seine eigene Version, seine eigenen Heldenvorstellungen, mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Geschichte, weiterkonstruieren und weiterkombinieren konnte. Die Tatsache, dass Kotzebue über die Bühne zu seinen Zuschauern sprach, brachte es mit sich, dass sein Benjowsky in der ungarischen mündlichen Tradition weiterlebte.

Auch József Gvadányis Benyovszky erlebte mehrere Auflagen und hatte das Glück, dass das Werk eine größere Leserschicht erreichte, die einige Episoden bewahrte, andere etwas verändert weitererzählte, solange bis (in der ungarischen Literatur) Mór Jókai die Aufgabe auf sich nahm, die Geschichte dieser von ihm geschätzten Person in authentischer Weise zu rekonstruieren. Auch seinen Vornamen (ursprünglich: Móric) hat Jókai Benjowsky zu verdanken. Die große Verbreitung eines Romans (in unterschiedlichen Versionen) bei ungarischen, slowakischen, polnischen und deutschen Lesern weist auf den gewaltigen literarischen Triumph des Helden, der auch hier die drei Grundtypen ←20 | 21→umfasst. Als Folge dessen bietet die Geschichte Benjowskys den Lesern aus unterschiedlichen Schichten unterschiedliche Identifikationsmöglichkeiten, was zu verschiedenen Lesarten führt. Die Lesart „Abenteuer- oder Schelmenroman“ kann die moralische Belehrung oder die romantische Geschichte entweder verstärken oder abschwächen. Diese Lesart kann aber auch Sympathien für ein außergewöhnliches Leben wecken.17 Und gerade die Schilderung der Wanderungen durch entfernte Länder oder Regionen kann ein Argument gegen einen beschränkten Raum und eine stark normierte Welt sein. József Gvadányis erzählendes Gedicht veranschaulicht, wie die Geschichte des mit moralischen Regeln brechenden Schelms mit einer Erzählung verbunden werden kann, wo der Held sich an die vorgeschriebenen Regeln hält, und zwar in der Art und Weise, dass die jeweiligen Geschichten nicht verdrängt werden, sondern einander verstärken.

Gvadányi schrieb erzählende Gedichte, die ausdrücklich zur leichteren Unterhaltung gedacht waren, und sein Werk kennt zwei Arten von Helden- und Handlungstypen. Was den ersten Typ betrifft, finden wir ausführliche Geschichten von Paul dem Zerstörer (Rontó Pál), der sich an Schelmenstreichen, Verrätereien und Unrechtmäßigkeiten beteiligt, während er die wirkliche Geschichte (Schlachten zur Zeit Maria Theresias) aus einer untergeordneten Perspektive betrachtet. Auf seiner Reise nach Polen trifft er den als idealen Helden beschriebenen Moritz Benjowsky, und diese Begegnung sowie die spätere gemeinsame Geschichte verbindet die beiden Erzählungen. Das gibt dem Erzähler die Gelegenheit, beide Geschichten zu relativieren: eine „Besserung“ Pauls des Zerstörers findet nur bedingt statt, weil er jene „Ordnung“, die von seinem „Herrn“ vertreten wird, nicht akzeptieren kann, als er gerade dessen Befreiung organisiert. Zugleich werden die heimatlichen Werte, wie z. B. das Lob ungarischer Speisen und Essgewohnheiten gegenüber ausländischen Sitten, weiterhin von Paul vertreten. Benjowsky behält seine „europäischen“ Bindungen bei, und Paul rügt ihn wegen seiner Freimaurertätigkeit (ganz im Sinn des Erzählers der Geschichte). Benjowsky muss sich wegen seiner konspirativen Tätigkeiten Paul gegenüber erklären. Auch Gvadányis Benjowsky-Geschichte lässt das Repertoire der europäischen literarischen Empfindsamkeit (herzzerreißende Szenen mit Selbstaufopferung, Vergebung und aufrichtigem Geständnis) nicht außer ←21 | 22→Acht, was von Pauls prosaischem, immer nur auf den nächsten Tag bedachtem Verhalten ausgeglichen wird. Gvadányi weicht nicht von dem ab, was er in der deutschen Übersetzung von Benjowskys Memoiren gelesen hat. Es gibt einige Schwierigkeiten bei der Umformulierung in Verse: wenn er alles erzählen möchte, wird die Geschichte (die ohnehin schon sehr weitläufig ist) unerträglich lang. Das löst der Autor auf die Weise, dass er an einigen Stellen die Ereignisse zusammenfasst und in Prosa formuliert.

Gvadányi zeigt sich als treuer Untertan der Habsburger, ist aber eigentlich ein Fürsprecher der Interessen des ungarischen Adels. In seinen Werken hebt er die Bedeutung ungarischer Kleidungsstücke, Traditionen und der Sprache hervor, im Gegensatz zu einer Entfremdung von nationalen Traditionen und Bräuchen. So verblüffend es auch klingen mag, er vertritt ähnliche Gedanken, wie sie in J. J. Rousseaus an Polen adressiertem Verfassungsentwurf zu finden sind. Sowohl Paul als auch Benjowsky erinnern sich in Versform an das heimische Leben. Sie haben Probleme mit den sog. „Entarteten“, Personen, die fremde Gewohnheiten kritiklos übernommen haben, als sie im Sinne der Erinnerungspolitik der Adelsrepublik Rückschau halten. Gvadányi erlebte persönlich die Mehrsprachigkeit dieser Adeligen, wovon die im Lebenswerk vorhandenen makkaronistischen Verse zeugen.18 Solche Spuren gibt es auch im Text, dort wo die Geschichte von Benjowsky und Paul geschildert wird. In erster Linie finden wir solche Zeilen in den Äußerungen Pauls: „Ich habe von den Slowaken diese Wörter gehört: Lopatka, Pivo, Brintza, Szmola und auch diesen Namen, Katka“, aber polnisch-ungarische und französisch-ungarische Zeilen verfälschen diese Einschübe (an manchen Stellen sind Fußnoten mit Erklärungen eingefügt). Die Einbeziehung von Sprichwörtern und Redensarten ist ebenso für diese Erzählweise typisch, wie die volkstümliche Erklärung von biblischen und mythologischen Anspielungen.

Die Interpretation seiner Weltanschauung legt der Erzähler aber nicht in Benjowskys Mund. Die als französisch angesehenen Ideologien der Epoche werden sowohl von Paul als auch vom Erzähler verurteilt. So werden Philosophen für ihre „falschen“ Systeme verachtet, und Paul spricht wütend von deren Libertinage; an anderen Stellen vergleicht er Benjowskys Gegner mit jenen Menschen, die nicht mit der Führung des Moses einverstanden waren. Die Bewohner einer besuchten Insel werden gelobt, weil „ihre Philosophie naturgemäß war“, im Unterschied zu anderen, die mit dem Lichte der ←22 | 23→Aufklärung die Menschen blenden. Dennoch gibt es bei Benjowsky manche Züge aus dem schwärmerischen Charakter des Don Quijote (in Madagaskar wird er von einem Franzosen einmal sogar so genannt), und zusammen mit Paul bildet er im Werk tatsächlich das Duo von Don Quijote und Sancho Pansa.

Diese Tatsache wird auch durch zweierlei Arten von Meinungen über denselben Vorfall, oder von den bisweilen unterschiedlichen Verhaltensweisen der beiden Personen bestätigt. Pauls urtümliche Kritik dringt manchmal zu Benjowsky durch, der wiederum Paul wegen seiner Kurzsichtigkeit des Öfteren warnt. Aus diesen Fällen lässt sich schließen, dass es Divergenzen in ihren Weltanschauungen gibt. Die Auffassung des Helden und des Schelms, die Abwägung der Handlungsmöglichkeiten, bringt die Unterschiede zwischen Abenteuer- und Schelmenroman oder in seltenen Fällen die Einsicht in die Unterschiede einer duplex veritas zu Tage. Die Konflikte treten aber eher dann hervor, wenn es um Taktiken und Strategien zur Bewältigung kürzer- oder längerfristiger Pläne geht.

Im ersten Teil von Gvadányis Gedicht ist Paul der Protagonist, während Benjowsky überhaupt nicht erscheint. Im zweiten Teil wird die Gattung modifiziert, sodass Benjowskys Person und Lebensweg dominiert. Paul erhält in diesem Rahmen auch eine Rolle, und die Erzählweise ändert sich vor allem durch die zwei Arten des „Horizonts“ (so lässt auch die bisweilen ermüdende, chronikartige Monotonie der Geschichte ein wenig nach). Paul korrigiert die nach Benjowskys Ansicht phantastischen Ideen und Vorstellungen nicht, sondern hat eine prosaischere Sichtweise, sodass er die Geschehnisse nüchterner, aber zugleich auch in einer kleinkarierten Weise sieht und von daher deren Vor- und Nachteile aufzeigt. Gvadányi führt mehrere, sprachlich differenzierte Stimmen ein: die Benjowskys, Pauls, Afanasjas, der Verschwörer, Verräter und nicht zuletzt die des Erzählers, der mit Fußnoten weiterhilft und als Übersetzer mitwirkt. Auf diese Weise wird die Erzählung polyphon präsentiert, unterschiedliche Redeweisen werden nebeneinandergestellt. Wir können die Entstehung der Dialoge nicht nachvollziehen, sondern nur die parallel geführten, selten in Einklang gebrachten „Stimmen“ feststellen, deren Zusammenklang vom Erzähler verwirklicht wird, indem er ständig die Anweisungen im Text befolgt. Gvadányis Werk übernimmt aus Benjowskys Memoiren fast alle Möglichkeiten des Romanhaften, alle jene Varianten des Geschehens, die aus der Geschichte der bereits erwähnten drei Grundtypen Benjowskys und seiner „Mitwirkenden“ resultieren.

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Juliusz Słowacki gelingt es in seiner mehrmals umgearbeiteten epischen Dichtung Beniowski,19 die abweichenden Stimmen miteinander zu konfrontieren und somit die Sichtweise der Nationalliteratur und der sog. „Weltliteratur“ zu verbinden. In Słowackis Werk steht nicht, wie bei Gvadányi, die Handlung im Vordergrund. In der Geschichte des romantischen Helden sind die Stimmen viel differenzierter. Die unterschiedlichen Schauplätze, wo die Ereignisse ausgetragen werden, erlauben uns eine Lesart, die auf der Deutung von Symbolen basiert. Gvadányi will demgegenüber, obwohl auch er unterhalten möchte, moralische Inhalte vermitteln, deren enge Perspektiven im Gegensatz zur „dargestellten Wirklichkeit“, die die Handlung nach den Memoiren organisiert, stehen.

Gvadányi möchte, wie schon erwähnt, die Wahrhaftigkeit seiner Erzählung auf diese Art vermitteln, dass er nicht nur mitten im Geschehen stehe und Paul seit längerem kenne, sondern in Tyrnau (heute Trnava, Slowakei, ungarisch Nagyszombat) auch Benjowsky getroffen habe. Von diesem Treffen erhält der Leser Informationen in Prosa, die Memoiren dienen dazu als authentische Ergänzung. Der „Verfasser“ des Werkes wird zum Darsteller, aber das hat keine Konsequenzen, er verwendet eher die Rhetorik der captatio benevolentiae, um die Leser zu überzeugen. Trotzdem gibt es die Doppelgeschichte von Paul und Benjowsky, in die noch weitere Geschichten einbezogen werden, die sich sehr gut in die Romanform einfügen lassen (ungeachtet der Abfassung in Versen, die auf den Geschmack der ungarischen Leserschaft zugeschnitten ist). Es handelt sich hier um eine weit verbreitete Form des Romans, wie z. B. den Reiseroman, den Staatsroman, der auch Züge der Utopie haben kann. Aus Benjowskys Memoiren können diese in der Belletristik gebräuchlichen Modelle herausgelesen werden, sie lassen sich mit Werken sehr unterschiedlicher Autoren (wie z. B. Voltaire oder Haller) vergleichen. Auf diese Weise wurde, wenn auch nicht direkt an den Hauptdarsteller gebunden, Benjowskys Lebensbericht in die Romanform transferiert. So erhält der Leser Informationen über die Geschichte eines Helden, eines Schelms und eines Hirten in Form eines belletristischen Werkes.

All das entsprach in bester Weise der Populär- und Trivialliteratur des 18. Jahrhunderts, die auf Basis der rationalen Denkweise der Aufklärung eine kritische Distanz zur Selbsterschaffung von Menschen und Welten einnehmen wollte. In dieser populären Literatur ergänzen sich einerseits eine ←24 | 25→handlungsintensive Geschichte und andererseits philosophische Erläuterungen, die den Lebenswandel, die Regierung und die sozialen Verhältnisse betreffen. Die Reisen in weit entfernte Länder, die auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführenden Gefahren und Abenteuer in nicht oder nur wenig bekannten Welten, konfrontierten die braven Reisenden mit unterschiedlichen Vorfällen, die sie dazu bewogen, all das neu zu überlegen, was sie über den Staat, die Gesellschaftsordnung, bestimmte Persönlichkeiten, den Gegensatz von Natur und Zivilisation wussten, oder was ihnen aus philosophischen Debatten und literarischen Berichten bekannt war. Benjowskys Autobiographie gerät, gewollt oder ungewollt, in Konfrontation mit der aufgeklärten Philosophie des 18. Jahrhunderts und mit den verschiedenen Formen des Romans bzw. der epischen Dichtung. Sowohl aufgrund ihrer Handlung wie auch der „wissenschaftlichen“ Beschreibungen konnten die Memoiren unterschiedliche Leserkreise ansprechen. Noch dazu versorgte das Werk den französischen Leser (in Übersetzungen auch den englischen und deutschen) mit Nachrichten aus Gebieten, die ihm nicht ganz unbekannt waren: das polnische Königtum war Zielscheibe der französischen Diplomatie, die polnisch-russischen Gegensätze und Polens Teilungen hatten das Interesse Europas geweckt. Dazu kam die Herkunft des Haupthelden, sein Dasein zwischen Sprachen und Kulturen, seine abenteuerliche und empfindsame Autobiographie, die sich von all dem unterschied, was die Franzosen, Engländer und Deutschen aus ihren Lektüren kannten. Autoren, die Autobiographien benutzten, von Vulpius bis Kotzebue, von Gvadányi bis Słowacki oder Jókai, haben erkannt, dass diese Gattung zahlreiche Möglichkeiten für abenteuerliche und empfindsame Geschichten bietet. Man hatte auch verstanden, wie die „Leerstellen“ dieser Geschichte aufgefüllt und an den Erwartungshorizont der Zeitgenossen angepasst werden konnten. Es ist gut möglich, dass es auch eine Art von Antwort auf die eingangs gestellten Hypothesen gibt, nämlich die transnationale Deutung und Interpretation der Benjowsky-Geschichte.

Literaturverzeichnis

Csorba, Zoltán: Gvadányi József élete és munkái. Megyei Könyvtár: Miskolc 1975.

Fried, István: „Mehrsprachigkeit und Kulturbeziehungen in Ostmitteleuropa des 18. und 19. Jahrhunderts“. In: Ungarn-Jahrbuch 22 (1996), S. 97–109.

Biographische Angaben

Alois Woldan (Band-Herausgeber:in) Katalin Blaskó (Band-Herausgeber:in)

Katalin Blaskó ist Hungarologin und Germanistin, sie ist an der Universität Wien als Sprachlektorin (Sprachenzentrum) und als Lehrbeauftragte (Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft, Abteilung Finno-Ugristik) tätig. Ihr Forschungsinteresse gilt der Kulturgeschichte des Habsburgerreiches, insbesondere des Königreichs Ungarn im 18. und 19. Jahrhundert. Alois Woldan, Slawist und Komparatist, war Professor für Ost-Mitteleuropastudien an der Universität Passau und Professor für Slawische Literaturen an der Universität Wien. Zu seinen Forschungsgebieten zählen die polnische und ukrainische Literatur sowie die Literatur im ehemaligen Galizien.

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Titel: Moritz Benjowsky – ein (mittel)europäischer Held