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Innovative Finanzierungsformen im Licht des Aufsichtsrechts

Eine rechtliche Analyse der Mikrofinanzierung und des Crowdlending als Finanzierungsformen für KKMU-Unternehmen und Existenzgründung in Deutschland

von Fernando Ortega (Autor:in)
©2020 Dissertation 214 Seiten

Zusammenfassung

Das Spannungsfeld zwischen bestehenden Regelungsstrukturen und der Entstehung innovativer Finanzierungsformen gibt Anlass, sich mit der Bedeutung der finanzmarktaufsichtsrechtlichen Ziele im Hinblick auf die praktische Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in der Kreditwirtschaft auseinanderzusetzen. Der Autor befasst sich mit der Frage, ob die Etablierung der Mikrofinanzierung und der Online-Kreditvermittlungsplattformen, auch Crowdlending genannt, als innovative Finanzierungsformen die Schutzzwecke der Finanzmarktaufsicht beeinträchtigten. Dabei erfasst er insbesondere die Genehmigungspflicht nach § 32 KWG. Nach einer Würdigung des jeweiligen Vertragsverhältnisses und unter Berücksichtigung einer am Zweck der Rege-lungen orientierten Auslegung kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass das Crowdlending im Gegensatz zur Mikrofinanzierung bei der Fremdkapitalver-gabe im KKMU- sowie im Existenzgründungssektor die Schutzgüter der Finanz-marktaufsicht nicht berührt.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungen
  • Erster Teil Grundlagen der Mikrofinanzierung und Online-Kreditvermittlungsplattformen (Crowdlending) als innovative Finanzierungsformen in Deutschland
  • 1. Kapitel: Einleitung und Gang der Untersuchung
  • 2. Kapitel: Der geförderte Mikrofinanzierungsmarkt für Existenzgründung und KKMU-Unternehmen als innovative Finanzierungsform
  • A. Mikrofinanz im Rahmen der ordnungspolitischen Ziele
  • I. Innovationswirtschaft
  • II. Nachhaltigkeit
  • III. Unternehmergeist (Entrepreneurship)
  • IV. „Financial Inclusion“
  • B. Definition von „Mikrokredit“ und „Mikrofinanzierung“
  • C. Bedarf und Adressaten (Zielgruppen)
  • I. Kleinstunternehmen
  • II. Existenzgründung
  • D. Die Förderprogramme für Mikrofinanzierung der regionalen Investitions- und Aufbaubanken
  • E. Das Förderprogramm des „Mikrokreditfonds Deutschland“ und die sog. „Mikrofinanzinstitute-MFI´s“
  • I. Mikrokreditfonds
  • II. Kreditinstitut
  • III. Förderbank
  • IV. „MFI`s“
  • 3. Kapitel: Die Online-Kreditvermittlungsplattformen (Crowdlending) als innovative Finanzierungsform für Existenzgründung und kleinste, kleine und mittlere Unternehmen – KKMU
  • A. Als etabliertes FinTech-Geschäftsmodell
  • B. Als eine Variante des Crowdfunding
  • C. Erscheinungsformen
  • I. Echtes Crowdlending
  • II. Unechtes Crowdlending
  • III. P2P-Crowdlending
  • IV. P2B-Crowdlending
  • D. Der deutsche Markt für Crowdlending
  • I. Kreditkonditionen
  • 1. Bei P2P-Crowdlending
  • 2. Bei P2B-Crowdlending
  • II. Marktteilnehmer
  • 1. Plattform-Betreiber und ggf. Zweckgesellschaft
  • 2. Kreditnehmer
  • 3. Kapitalanleger
  • 4. Kreditinstitut
  • 4. Kapitel: Innovative Finanzierungsformen im Lichte der Schutzgüter der Finanzmarktaufsicht
  • A. Allgemeine Ziele der Finanzmarktaufsicht
  • B. Schutzfunktionen im Rahmen der finanzmarktaufsichtsrechtlichen Ziele
  • I. Funktionsschutz
  • 1. Gewährleistung der Funktionsfähigkeit der Bankwirtschaft
  • 2. Finanzsystemstabilität
  • a. Erkennung und Vermeidung systemischer Risiken
  • b. Volkswirtschaftliche Funktionen der Finanzintermediation
  • II. Anleger- und Einlegerschutz
  • C. Finanzierungsschwierigkeiten im KKMU-Sektor und Existenzgründungsbereich als Kreditfunktionsstörung
  • D. Die Kreditfunktion bezüglich des Crowdlending als innovative Finanzierungsform
  • I. Crowdlending in Bezug auf die Funktionen der Finanzintermediation
  • II. Crowdlending und die Optimierung der Kapitalallokation
  • E. Die Gesetzeszwecke des § 32 Abs. 1 S. 1 KWG und die innovativen Finanzierungsformen
  • Zweiter Teil Aufsichtsrechtliche Analyse des geförderten Modells zur Mikrofinanzierung durch Mikrofinanzinstitute – MFI´s in Deutschland
  • 1. Kapitel: Die bankrechtliche Genehmigungsbedürftigkeit der Tätigkeit der „MFI´s“
  • A. Erfordernis des Betreibens bei einzelnen Bankgeschäften
  • I. Das Kreditgeschäft i.S.v. § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 KWG
  • 1. Definition und Tatbestandsvoraussetzungen
  • 2. Einzelfall: Erbringen erlaubnispflichtiger Tätigkeiten über den Umfang einer erteilten Erlaubnis nach § 34c GewO hinaus
  • II. Das Garantiegeschäft i.S.v. § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 KWG
  • 1. Definition und Tatbestandsvoraussetzungen
  • 2. Einzelfall: Die hinterlegten Sicherheiten und die „First-Loss-Haftung“
  • B. Erfordernis der Gewerbsmäßigkeit
  • I. Auf Dauer angelegt
  • II. Gewinnerzielungsabsicht
  • C. Erfordernis eines in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetriebs
  • D. Der Erwerb der Institutseigenschaft i.S.d. § 1 Abs. 1b KWG
  • E. Die Freistellung von den aufsichtsrechtlichen Anforderungen nach § 2 Abs. 4 KWG
  • F. Ergebnis zur Genehmigungsbedürftigkeit der „MFI´s“
  • 2. Kapitel: Das Vorliegen einer Auslagerung (Die „MFI´s“ als „Auslagerungsunternehmen“)
  • A. Die Annahme einer Zweigstelle
  • B. Auslagerungsbegriff
  • C. Auslagerungsfähigkeit
  • D. Ergebnis zur Auslagerung
  • 3. Kapitel: Rechtsfolgen
  • A. Rechtsfolgen beim von den „MFI´s“ unerlaubten Betreiben von Bankgeschäften
  • I. Aufsichtsrechtliche Folgen (Eingriffsbefugnisse der BaFin)
  • 1. Maßnahmen nach § 37 Abs. 1 S. 1 KWG
  • 2. Maßnahmen nach §§ 44 ff. KWG
  • II. Die Strafbarkeit nach § 54 KWG
  • III. Zivilrechtliche Folgen
  • 1. Die Nichtigkeit nach § 134 BGB wegen Verstoßes gegen § 32 KWG
  • 2. Verstoß gegen ein Schutzgesetz i.S.v. § 823 Abs. 2 BGB
  • B. Rechtsfolgen wegen unzulässiger Auslagerung
  • I. BaFin-Intervention beim beteiligten Kreditinstitut
  • II. Maßnahmen beim Verstoß gegen § 25a KWG und das MaRisk-Rundschreiben
  • C. Verbraucherschutzrechtliche Folgen
  • I. Unangemessene Benachteiligung im Sinne des § 307 BGB
  • II. Zurückverlangen der Kreditbearbeitungsgebühren nach § 812 BGB
  • III. Verstöße gegen Kreditwürdigkeitsprüfungspflicht
  • 1. Gemäß §§ 505a, 505b u. 505d BGB
  • 2. Gemäß § 18a KWG
  • 4. Kapitel: Zusammenfassung und Bewertung
  • Dritter Teil Aufsichtsrechtliche Analyse des Crowdlending als innovative Finanzierungsform für Existenzgründung und KKMU in Deutschland
  • 1. Kapitel: Vertragliche Ausgestaltung des unechten Crowdlending-Geschäftsmodells
  • 2. Kapitel: Die Genehmigungsbedürftigkeit beim unechten Crowdlending
  • A. Genehmigungsbedürftigkeit des Plattform-Betreibers bzw. der Zweckgesellschaft
  • I. Betreiben von Bankgeschäften bzw. Erbringung von Finanzdienstleistungen (KWG)
  • 1. Erfordernis des Betreibens bei einzelnen Bankgeschäften bzw. Erbringung von Finanzdienstleistungen
  • a. Einlagengeschäft (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG)
  • b. Kreditgeschäft (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 KWG)
  • c. Anlagevermittlung (§ 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 1 KWG)
  • 2. Zwischenergebnis
  • II. Gewerbsmäßige Erbringung gewerblicher Tätigkeiten (GewO)
  • 1. Darlehensvermittlung (§ 34c Abs. 1 Nr. 2 GewO)
  • 2. Finanzanlagevermittlung (§ 34f Abs. 1 S. 1 Nr. 3 GewO)
  • 3. Zwischenergebnis
  • III. Aufklärungs- und Informationspflichten nach der FinVermV
  • 1. In der vor dem 01.08.2020 geltenden Fassung
  • 2. In der ab dem 01.08.2020 geltenden Fassung (Umsetzung der MiFID II-Vorgaben)
  • IV. Keine Prospekt- und Kurzinformationsblattpflichten des Plattform-Betreibers nach vermögensanlagerechtlicher Regulierung
  • 1. Die Problematik der Befreiung nach § 2 Abs. 1 Nr. 7 lit. d) VermAnlG
  • a. Die Zustimmung des Darlehensnehmers
  • b. Die Überprüfungspflicht der Investitionsbeträge zwischen dem 10.7.2015 (Inkrafttreten des KASG) und dem 7.5.2016
  • 2. Ergebnis zu Prospekt- und Kurzinformationsblattpflichten des Plattform-Betreibers nach vermögensanlagerechtlicher Regulierung
  • V. Ergebnis zur Genehmigungsbedürftigkeit der Plattform-Betreiber bzw. Zweckgesellschaften
  • 1. Ergebnis
  • 2. Eigene Bewertung
  • a. Funktionsschutz
  • b. Anlegerschutz
  • c. Verbraucherschutz
  • B. Genehmigungsbedürftigkeit der Tätigkeit der Investoren
  • I. Erfordernis des Betreibens bei einzelnen Bankgeschäften bzw. der Erbringung von Finanzdienstleistungen
  • 1. Kreditgeschäft
  • a. Definition und Tatbestandsvoraussetzungen
  • b. Einzelfall: Die Rückzahlungsansprüche der Investoren
  • 2. Factoring
  • II. Erfordernis der Gewerbsmäßigkeit
  • 1. Dauerhaftigkeit
  • 2. Crowdlending als Verwaltung eigenen Vermögens der Investoren
  • III. Erfordernis eines in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetriebs
  • IV. Ergebnis zur Genehmigungsbedürftigkeit der Investoren
  • 1. Ergebnis
  • 2. Eigene Bewertung
  • a. Funktionsschutz
  • b. Verbraucherschutz
  • C. Genehmigungsbedürftigkeit der Tätigkeit des Kreditnehmers
  • I. Erfordernis des Betreibens bei einzelnen Bankgeschäften bzw. des Betreibens des Einlagegeschäfts (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG)
  • II. Ergebnis zur Genehmigungsbedürftigkeit der Tätigkeit des Kreditnehmers
  • 3. Kapitel: Der Vorschlag der EU-Kommission für eine Crowdfunding-Verordnung v. 8.3.2018
  • A. Ziel und Rechtfertigung
  • B. Anwendungsbereich
  • C. Zulassungs- und Aufsichtsregime
  • D. Bewertung des VO-Entwurfs
  • I. Anlegerschutz
  • II. Verbraucherschutz
  • Vierter Teil Zusammenfassung der Ergebnisse in Thesen
  • A. Mikrofinanzierung durch Mikrofinanzinstitute – MFI´s in Deutschland
  • B. Unechtes Crowdlending als innovative Finanzierungsform für Existenzgründung und KKMU in Deutschland
  • C. Übergreifende Gesamtergebnisse
  • Literaturverzeichnis

Details

Seiten
214
Jahr
2020
ISBN (PDF)
9783631832868
ISBN (ePUB)
9783631832875
ISBN (MOBI)
9783631832882
ISBN (Paperback)
9783631824542
DOI
10.3726/b17551
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2020 (September)
Schlagworte
Mikrofinanzierung Crowdlending Genehmigungsbedürftigkeit Schutzgüter Finanzmarkt Aufsichtsrecht Finanzierungsform KKMU-Unternehmen Kreditvermittlung Vermittlungsplattform
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2020. 214 S.

Biographische Angaben

Fernando Ortega (Autor:in)

Fernando Ortega hat Jura an der Universidad Autónoma de Bucaramanga – UNAB in Kolumbien studiert und absolvierte ein Aufbaustudium (LL.M.) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wo auch seine Promotion als DAAD-Stipendiat erfolgte. Er war im Bereich KKMU-Finanzierung, Finanzdienstleistungen sowie Aufsichts- und Vertragsrecht tätig. Als Forschungsschwerpunkt befasst er sich mit regulatorischen Rahmenbedingungen für innovative Finanzierungsformen.

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