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Das Medizinalwesen im Königreich Westphalen in Vorstellung und Wirklichkeit

von Daniel Benjamin Weisenstein (Autor:in)
Dissertation 252 Seiten

Zusammenfassung

Das Königreich Westphalen (1807–1813) ist vielfach als ein ‹Modellstaat› beschrieben worden, in dem vor allem verwaltungs- und gesellschaftspolitische Modernisierungen mit zum Teil durchaus nachhaltiger Wirkung erfolgt sind. Die Studie untersucht vor diesem Hintergrund das bislang kaum berücksichtigte Medizinalwesen. Nach der Charakterisierung der Ausgangsstellung bei Gründung dieses künstlichen Staatsgebildes wird die weitere Entwicklung des Gesundheitswesens analysiert. Dabei geht der Autor auch der Frage nach, in wie weit die französischen Verhältnisse als Anleihe und Orientierung für eine in Aussicht gestellte Medizinalreform dienten und welche Dringlichkeit medizinische und staatliche Vertreter ihr beimaßen. Die Publikation zeigt, welche Intentionen verfolgt wurden und in welchem Maße Modernisierungen im Gesundheitswesen tatsächlich stattgefunden haben.
Die Ambivalenz zwischen aktiver Neugestaltung in einigen Bereichen des Gesundheitswesens bei gleichzeitiger Verzögerung und Verschleppung einer umfassenderen Reform werden im Kontext der politischen und ökonomischen Entwicklung des Königreichs gedeutet.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titelseite
  • Impressum
  • About the autor
  • About the book
  • Widmung
  • Danksagung
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • I Errichtung, Aufrechterhaltung und Niedergang eines Modellstaates
  • I.1 Verwaltung
  • I.2 Innere Verhältnisse
  • II Einführung in das Medizinalwesen
  • II.1 Die medizinische Polizei
  • II.2 Einblicke in das französische Gesundheitswesen nach der Französischen Revolution
  • II.3 Die französische Medizin unter Napoleon Bonaparte
  • II.3.1 Zwei-Klassen-Medizin
  • II.3.2 Die Pariser Hôpitaux
  • II.3.3 Medizin im Krieg
  • II.3.4 Bilanz des französischen Gesundheitswesens unter Napoleon
  • III Chancen für eine Medizinalreform im Modellstaat Westphalen? Ausgangslage, Vorstellungen und Ziele
  • III.1 Anfrage des Dr. Gebhardi zu Witzenhausen
  • III.2 Vorstellungen des Chirurgen Garnier
  • III.3 Der Wunsch eines anonymen Autors auf Beibehaltung der Medizinalkollegien
  • III.4 Vorstellungen des J. F. Niemann, Präsident des Medizinalkollegiums Halberstadt
  • III.5 Reflexionen des Dr. Ficker zu Paderborn
  • III.6 Standpunkte des Medizinalkollegiums zu Magdeburg
  • III.7 Vorstellungen des Medizinalkollegiums zu Kassel
  • IV Gesundheitswesen in der Praxis: Strukturelle Anpassungsschwierigkeiten
  • IV.1 Physikatsdurchtrennungen und Besoldungskomplikationen
  • IV.2 Die Sorgen der Medizinalkollegien
  • V Fortschrittliche Elemente in der Medizinalpolitik der Westphalenzeit
  • V.1 Die Pocken und die Anfänge ihrer Prävention mittels Vakzination
  • V.2 Die Beförderung der Vakzination im Königreich Westphalen
  • V.3 Von den Hospitälern
  • VI Fazit: Die vereitelte Reform im Gesundheitswesen der Westphalenzeit
  • VII Anhang
  • VII.1 Politische Ereignisse im Vorfeld der Gründung des Königreichs Westphalen
  • VII.2 Einblicke in das französische Gesundheitssystem vor der Französischen Revolution
  • VII.3 Zusammenfassung des Schreibens des Dr. Gebhardi im Februar 1808
  • VII.4 Zusammenfassung des Schreibens des Chirurgen Garnier im April 1808
  • VII.5 Zusammenfassung des Schreibens des J. F. Niemann vom 23.03.1809
  • VII.6 Zusammenfassung des Schreibens des Präfekten des Elbe-Departements vom 04.07.1809 mit den Ausarbeitungen des Dr. Weinschenck
  • VII.7 Die Komitees zur Verbreitung der Kuhpockenimpfung im Elbe- Departement
  • VII.8 Aufruf zur Impfung durch den Kuhpockenausschuss zu Paderborn
  • VII.9 Die vom Centralausschuss zur Beförderung der Kuhpockenimpfung im Fulda-Departement vorgeschlagenen Schemata der Register und Formulare zur Pockenimpfung
  • VII.10 Vergleich der Zahl geborener und geimpfter Kinder im Königreich Westphalen im Jahr 1809
  • Abbildungsverzeichnis
  • Tabellenverzeichnis
  • Literaturverzeichnis
  • Archivalien
  • Primär- und Sekundärliteratur
  • Internetquellen
  • Personen-, Orts- und Sachregister

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Einleitung

Wenn ein Arzt eine Lebertransplantation durchführen möchte, so muss er wissen, wo die Leber im humanen Körper zu finden ist, wie sie aussieht, mit welchen Strukturen sie in Verbindung steht und was für eine Funktion sie im menschlichen Organismus einnimmt. Ohne dieses Wissen liefe er Gefahr, dem Patienten eine Niere oder die Milz auszutauschen. Nicht anders kann es mit dem Königreich Westphalen sein. In einem Bericht über das Medizinalwesen im Königreich Westphalen muss an erster Stelle dessen geographische Lage und Geschichte geklärt werden. Wie falsch wäre doch die Annahme, die Arbeit würde sich ausschließlich auf den östlichen Teil des gegenwärtigen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen beziehen. Der Name Westfalen wird als Stammesbezeichnung erstmals in den Metzer Annalen im Jahre 775 erwähnt, wo die „Westfali“ als dritter Teil des Sachsenvolkes (tertia pars Saxonum) genannt wurden.1 Am Ende des 12. Jahrhunderts wurde Westfalen als Raum zwischen Weser als Ostgrenze, Rhein bzw. Ruhr bzw. Wupper als Westgrenze, dem hessischen Mittelgebirge als südliche Begrenzung und dem Land der Friesen als nördliche Grenzmarke beschrieben.2 Es ist ein Faktum, dass der Großteil des Staatsgebietes des in der vorliegenden Arbeit behandelten Königreichs Westphalen, welches zugleich die erste konstitutionelle Monarchie auf deutschem Boden darstellt3, östlich der Weser lag und in seiner Ausdehnung Gebietsteile von sieben heutigen Bundesländern einbezog.4 Neben u. a. hessischen, sächsischen, hannoverschen und braunschweigschen Gebieten setzte sich das Königreich Westphalen zur Hälfte aus ehemals preußischen Landesteilen zusammen.5

Das Ende dieses Staatsgebildes, welches im Zuge der im Anschluss an die Französische Revolution erfolgten kriegerischen Auseinandersetzungen 1807 ←13 | 14→konstruiert worden war, jährte sich 2013 zum 200. Male. Napoleon hatte dieses neue politische Gebilde als Modellstaat konzipiert. Tatsächlich beinhaltete die Verfassung Westphalens nach dem Vorbild Frankreichs u. a. die Freiheit der Person, die Gleichheit vor dem Gesetz und die Religionsfreiheit.6 Die Abschaffung der Binnenzölle und ein an Frankreich angelehntes Maß-, Münz- und Gewichtssystem sollten einen geschlossenen Wirtschaftsraum entstehen lassen.7 Napoleon Bonaparte, der seinen jüngsten Bruder Jérôme in der Hauptstadt Kassel als König einsetzte, wollte liberale Reformen einführen, um den Bürgern Westphalens die Vorzüge seiner Herrschaft gegenüber jener der ehemaligen Landesherren vor Augen zu führen.8 So war in der Konzeption und der Ausführung, etwa in der Verwaltungsreform, durchaus ein Modernisierungsschub zu verzeichnen. Die Errungenschaften des Modellstaates gingen jedoch Hand in Hand mit den Aufgaben des Satellitenstaats Westphalen. Die Staatsverschuldung durch die zu zahlenden Kriegskontributionen, die Ausgaben für Verpflegung und Ausrüstung der Soldaten sowie die durch Napoleons Domänenpolitik verminderten Steuereinkünfte konnte auch durch Zwangsanleihen nicht mehr behoben werden.9 Die erhöhten Steuerabgaben und das „Verbluten“ westphälischer Soldaten in Napoleons Feldzügen verstärkten die Antipathie der Bevölkerung gegenüber der Fremdherrschaft. Schon vor dem politischen Zusammenbruch war das Königreich Westphalen demnach finanziell und ideologisch am Ende. Der im November 1813 nach Kassel zurückgekehrte Kurfürst Wilhelm I. stellte in seinem ehemaligen Land die alten Zustände, also jene vor Errichtung des Königreichs Westphalen, wieder her.10

Die historische Forschung hat sich intensiv mit verschiedenen Bereichen der westphälischen Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft beschäftigt. Das ←14 | 15→Medizinalwesen im Königreich Westphalen ist allerdings bislang nur sehr vereinzelt thematisiert worden.11 Hierzu sollte diese Arbeit einen Beitrag leisten.

Zuerst gilt es, die Ausgangssituation in diesem künstlichen Staatsgebilde zu erfassen und zu charakterisieren. Hierbei geht es um die Strukturen des Gesundheitswesens in den einzelnen Territorien und die Frage ihrer Vergleichbarkeit. Die Veränderung der politischen Landkarte führte auch im Königreich Westphalen zu Anpassungen und Vereinheitlichungen im Inneren. Stellte Frankreich den Bezugspunkt für weite Teile des Staatsaufbaus und des öffentlichen Lebens dar, so gilt es, auch im Bezug auf das Gesundheitswesen nach den französischen Strukturen zu fragen, die möglicherweise als Vorbild für eine Reform in Westphalen dienen konnten. Auf der Basis dieser Vorarbeiten soll sich die Studie dann den Entwicklungen in Westphalen selbst widmen. Es wird zu klären sein, welche Dringlichkeit einer Medizinalreform beigemessen wurde, welche Intentionen im Bereich des Gesundheitswesens verfolgt wurden, und in welchem Maße Modernisierungen tatsächlich stattgefunden haben. Auch hier werden Differenzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit auszumitteln sein. Kurz gesagt: Es stellt sich die Frage, inwieweit es bei den neuen politischen und soziokulturellen Gegebenheiten modernisierende Änderungen im Königreich Westphalen gegeben hat. Ein weiteres Ziel der Studie ist es, für die aktive Gestaltung in einigen Bereichen, die Verzögerung und Verschleppung von Reformen in anderen Bereichen Erklärungen zu finden.

Um die geschichtliche Einordnung zu gewährleisten, befindet sich im Anhang der vorliegenden Arbeit als Ergänzung ein überschaubarer Abriss der napoleonischen Geschichte in vorwestphälischer Zeit, welcher die wichtigsten historischen Ereignisse auf dem Weg zur Errichtung des Königreichs Westphalen aufzeigen soll.12

Am Beginn steht die Darstellung der Verwaltungsstrukturen und inneren Verhältnisse im Königreich Westphalen, damit das Medizinalwesen im Kontext der staatlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse bewertet werden kann. Außerdem dient die Ausarbeitung dem Überblick über die in den Akten zum Medizinalwesen korrespondierenden Verwaltungsebenen und Personen. Die Ausführungen sollen ebenfalls die Hegemonialabsichten des französischen Imperators Napoleon beleuchten und den Stellenwert des westphälischen ←15 | 16→Königreichs in seinen Eroberungsplänen unterstreichen. Erst, wenn die politischen bzw. wirtschaftlichen Voraussetzungen klargestellt sind, unter welchen eine Organisation des Medizinalwesens im Königreich Westphalen stattfinden konnte, können gewisse gesundheitspolitische Aspekte, Entscheidungen und Ausführungen besser verstanden und im gegebenen Zusammenhang bewertet werden. Dies ist der Grund, weshalb erst darauf folgend die eigentliche medizinhistorische13 Thematik dieser Arbeit aufgegriffen wird. Hierfür erfolgt zuerst eine Einführung, welche u. a. den Begriff der „Medizinalpolizei“ im historischen Zusammenhang erläutern und Einblicke in das französische Gesundheitswesen unter Napoleon geben soll. Dann richtet sich der Blick in besonderem Maße auf das Medizinalwesen im Königreich Westphalen. Hier soll geklärt werden, welche Bestrebungen es bezüglich des Gesundheitswesens von Seiten des Staates und des medizinischen Standes gab, ob sogar eine Medizinalordnung implementiert wurde und inwiefern modernisierende Elemente im Gesundheitswesen Einzug hielten. Es soll dabei auch ein Einblick in den medizinischen Alltag erfolgen, um abzugleichen, ob bzw. wie die Intentionen der Akteure auch real umgesetzt wurden, welche Probleme es gab und in welcher Intensität diese gelöst wurden. Den Abschluss der Arbeit bildet eine zusammenfassende Bewertung des westphälischen Medizinalwesens.

Für diese Arbeit wurden Archivalien aus dem Hessischen Staatsarchiv Marburg exploriert. Dieses ist heute das zuständige Regionalarchiv für Kassel und verwahrt demnach Akten der ehemaligen Hauptstadt sowie der Departements Fulda und Werra, die sich hauptsächlich über das Gebiet des einstigen Kurfürstentums Hessen-Kassel erstreckten. Zudem stützen sich die folgenden Ausführungen zum großen Teil auf Archivgut, das im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK) in Berlin-Dahlem lagert. Dort befinden sich die departementübergreifenden Akten der obersten Landesbehörden Westphalens und die der mittleren- und unteren Behörden der östlichen Departements des Königreichs, namentlich Elbe, Saale, Harz und Oker. Weiterhin gehen die Ausführungen auch in geringem Maße auf Erkenntnisse zurück, die aus Material des Staatsarchivs Bückeburg (STABU) gewonnen wurden. Dokumente unterer regionaler Behörden des Aller-, Weser- und Leinedepartements werden im Rahmen dieser Arbeit nicht berücksichtigt.

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Schließlich wurden zahlreiche deutsch-, englisch- und französischsprachige Schriften ausgewertet, welche weitere Perspektiven ermöglichten, Zusammenhänge aufdeckten und diese einordnen halfen.

Da das Kurfürstentum Hessen ebenfalls Teil des Königreichs Westphalen war, fügt sich diese Dissertation auch in die regionale Medizingeschichte in Hessen ein.

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1 Vgl. ENGEL, G.: Politische Geschichte Westfalens, Köln 1968, S. 33.

2 Vgl. AUBIN, H.: Geschichtliche Grundzüge des Raumes Westfalen, Dortmund 1966, S. 16.

3 Vgl. SEVERIN-BARBOUTI, B.: Gesellschaft im Umbruch. Wirtschafts- und Sozialreformen im Königreich Westphalen, in: HEDWIG, A.; MALETTKE, K.; MURK, K. (Hrsg.): Napoleon und das Königreich Westphalen. Herrschaftsystem und Modellstaatpolitik, Marburg 2008, S. 141 f.

4 Vgl. HASSEL, G.: Das Königreich Westphalen vor seiner Organisazion, Braunschweig 1807, S. 4 ff.

5 Zu der Entstehung und genauen Zusammensetzung des Königreichs Westphalen sowie der neuen Verwaltungsgliederung siehe Kapitel I der vorliegenden Arbeit.

6 Vgl. KNÖPPEL, V.: Verfassung und Rechtswesen, in: BURMEISTER, H. (Hrsg.): König Jérôme und der Reformstaat Westphalen, Hofgeismar 2006, S. 21–37, S. 32.

7 Vgl. BERDING, H.: Aufklären durch Geschichte: ausgewählte Aufsätze, Göttingen 1990, S. 223.

8 Vgl. HEDWIG, A.: Das Königreich Westphalen unter Jérôme Bonaparte, in: HEDWIG, A.; MALETTKE, K.; MURK, K. (Hrsg.): Napoleon und das Königreich Westphalen, 2008, S. 9–17, S. 11.

9 RHODIUS, B.; BÖHM, W.: Das Geld im Königreich Westphalen. Eine Betrachtung über die Geldverhältnisse in napoleonischer Zeit, in: BURMEISTER, H. (Hrsg.): König Jérôme und der Reformstaat Westphalen, 2006, S. 289–338, S. 321.

10 ERDEL, E.: Der westphälische Domänenstreit, in BURMEISTER, H. (Hrsg.): König Jérôme und der Reformstaat Westphalen, 2006, S. 379–390, S. 381.

11 SAHMLAND, I.: Kontinuitäten und Diskontinuitäten. Das Medizinalwesen im Königreich Westphalen, in: FLEMMING, J.; KRAUSE-VILMAR, D. (Hrsg.): Fremdherrschaft und Freiheit, Kassel 2009, S. 151–173.

12 Siehe Anhang 1.

13 Die Geschichte der Medizin ist stets mit den jeweils historischen Zuständen verknüpft, welche die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse mit einbeziehen.

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IErrichtung, Aufrechterhaltung und Niedergang eines Modellstaates

Die Geburtsstunde des Königreichs Westphalen lag in der Unterzeichnung der Friedensverträge von Tilsit, die am 7. und 9. Juli 1807 zwischen Zar Alexander I. bzw. König Friedrich Wilhelm III. und Napoleon Bonaparte geschlossen wurden.14 Napoleons jüngster Bruder Jérôme wurde als Souverän des neuen Staates von den Vertragspartnern anerkannt. Der schon am 1. November 1806 aus Kassel geflohene Kurfürst Wilhelm I. wollte weder den neuen Musterstaat noch den Verlust seines Landes tolerieren, wobei ihm letztendlich nichts anderes geblieben war als die Flucht auf dänisches Gebiet.15 Er bezeichnete später den neuen Herrscher in seinem Tagebuch abwertend als „Kartenkönig von Westfalen“.16 Die Konstitution des Königreichs Westphalen wurde am 15. November 1807 in Fontainebleau festgelegt und am 7. Dezember in Kassel in Kraft gesetzt. In einem Begleitschreiben zur Verfassung sprach Napoleon von einer für deutsche Völker ungeahnten Freiheit durch eine liberale Regierungsform. An seinen Bruder Jérôme schrieb er weiterhin:

„Diese Art zu regieren wird eine mächtigere Schranke gegen Preußen sein als die Elbe, als alle Festungen und der Schutz Frankreichs. Welches Volk wollte denn unter die preußische Willkürherrschaft zurückkehren, wenn es einmal die Wohltaten einer liberalen Regierung gekostet hat?“17

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Welchen Wert eine solche Machtpolitik für Napoleon hatte, zeigt sich auch in der Ernennung der Verwaltungsbeauftragten für das Königreich Westphalen.

Biographische Angaben

Daniel Benjamin Weisenstein (Autor:in)

Daniel B. Weisenstein studierte Humanmedizinstudium an der Philipps-Universität Marburg mit Aufenthalt an der Universität Basel. Seine Approbation als Arzt erhielt er 2012. Er arbeitet in einem großen Akutkrankenhaus in Trier.

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