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Formen und Funktionen von Paradigmen

von Katja Politt (Autor:in)
©2022 Dissertation 340 Seiten

Zusammenfassung

Traditionell sind Paradigmen vor allem Gegenstand der Morphologie. Als allgemeines Beschreibungskonzept lassen sie sich jedoch auf Grammatikbeschreibung im Allgemeinen übertragen. Derartige grammatische Paradigmen bilden die Grundlage einer konsequent funktionalen Beschreibung grammatischer Kategorien und deren Oppositions- und Relationsstrukturen. Anhand der Kategorie Modus des Deutschen wird dieses funktionale Beschreibungskonzept empirisch überprüft und weiterentwickelt. Das so entwickelte Konzept erlaubt es, grammatische Kategorien als Zielstrukturen von Grammatikalisierungsprozessen präzise – und basierend auf ihren inhärenten Relationsstrukturen – abzubilden.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • 1 Zielsetzung und Aufbau
  • 1.1. Ziele der Arbeit
  • 1.2. Aufbau der Arbeit
  • 2 Paradigmen
  • 2.1. Zur Begriffsgeschichte
  • 2.2. Morphologische Paradigmen
  • 2.2.1. Analytische vs. synthetische Formen
  • 2.2.2. Regularität und Suppletion
  • 2.2.3. Derivationsparadigma
  • 2.2.4. Zwischenfazit
  • 2.3. Implikativität
  • 2.4. Konstruktionen und Schemata
  • 2.4.1. Konstruktionen
  • 2.4.2. Schemata
  • 2.4.2.1. Phonematisch-morphologische Schemata
  • 2.4.2.2. Konstruktionale Schemata
  • 2.4.3. Paradigmen als konstruktionale Schemata
  • 2.5. Grammatische Paradigmen
  • 2.5.1. Die Rolle grammatischer Paradigmen in der Grammatikalisierung
  • 2.5.2. Oppositionen und Relationen
  • 2.5.3. Obligatorik
  • 2.5.4. Die interne Ordnung von Paradigmen
  • 2.5.5. Grammatische Paradigmen und Netzwerke
  • 2.5.6. Domain General Processes
  • 2.5.7. Tempus als grammatisches Paradigma
  • 2.5.8. Modus als grammatisches Paradigma
  • 2.6. Zwischenfazit: Was ist ein Paradigma?
  • 3 Paradigmatische Oppositionen – am Beispiel der Kategorie Modus
  • 3.1. mag
  • 3.1.1. volitives mag
  • 3.1.2. illokutionsbezogenes mag
  • 3.1.3. epistemisches mag
  • 3.2. dürfte
  • 3.2.1. deontisches dürfte
  • 3.2.2. epistemisches dürfte
  • 3.3. Faktoren der Lesartwahl bei Modalverben
  • 3.3.1. Merkmale des Subjekts
  • 3.3.1.1. Formale Realisierung
  • 3.3.1.2. Belebtheit und Definitheit
  • 3.3.2. Merkmale des Verbalkomplements
  • 3.3.2.1. Semantik und Aspektualität
  • 3.3.2.2. Tempus und Diathese
  • 3.3.2.3. Präfigierung
  • 3.3.3. Merkmale der erweiterten Verbalszene
  • 3.3.3.1. Modalisierte Kontexte
  • 3.3.3.2. Textsorte
  • 3.3.3.3. Negation
  • 3.3.3.4. Irrelevanzkonditionale
  • 3.3.3.5. Frag en
  • 3.3.3.6. Satztyp
  • 3.4. Zwischenfazit: mag und dürfte
  • 4 Datengrundlage
  • 4.1. Aufbau des Korpus
  • 4.2. Annotationsparameter
  • 4.2.1. Merkmale des Subjekts
  • 4.2.1.1. Form des Subjekts
  • 4.2.1.2. Belebtheit des Subjekts
  • 4.2.1.3. Definitheit des Subjekts
  • 4.2.2. Merkmale des Verbalkomplements
  • 4.2.2.1. Lemma und formale Realisierung des verbalen Komplements
  • 4.2.2.2. Tempus des verbalen Komplements
  • 4.2.2.3. Diathese des verbalen Komplements
  • 4.2.2.4. Präfigierung des verbalen Komplements
  • 4.2.3. Merkmale von dürfte und mag
  • 4.2.3.1. Numerus und Person
  • 4.2.3.2. Lesart des Modalverbs
  • 4.2.4. Merkmale der erweiterten Verbalszene
  • 4.2.4.1. Textsorte
  • 4.2.4.2. Polarität des Satzes
  • 4.2.4.3. Satzstruktur
  • 4.2.4.4. Fragen
  • 4.2.4.5. Irrelevanzkonditional
  • 4.2.4.6. Haupt- oder Nebensatz
  • 4.2.4.7. Modalpartikeln und Modalwörter
  • 4.2.4.8. Zweites Modalverb im Kontext
  • 5 Analyse
  • 5.1. Einzelne Parameter
  • 5.1.1. Subjekt
  • 5.1.1.1. Form des Subjekts
  • 5.1.1.2. Belebtheit des Subjekts
  • 5.1.1.3. Definitheit des Subjekts
  • 5.1.1.4. Subjektsparameter: Zusammenfassung
  • 5.1.2. Verbalkomplement
  • 5.1.2.1. Form des Verbalkomplements
  • 5.1.2.2. Tempus und Diathese des Verbalkomplements
  • 5.1.2.3. Präfigierung
  • 5.1.2.4. Verbalkomplement: Zusammenfassung
  • 5.1.3. Erweiterte Verbalszene
  • 5.1.3.1. Satzstruktur
  • 5.1.3.1.1. Fragen
  • 5.1.3.1.2. Irrelevanzkonditionale
  • 5.1.3.1.3. Haupt- oder Nebensatz
  • 5.1.3.2. Textsorte
  • 5.1.3.3. Kontext
  • 5.1.3.3.1. Modalpartikeln und Modalwörter
  • 5.1.3.3.2. Zweites epistemisches Modalverb im Kontext
  • 5.1.3.3.3. Polarität des Satzes
  • 5.1.3.4. Erweiterte Verbalszene: Zusammenfassung
  • 5.1.3.5. Formale Realisierung von dürfte und mag
  • 5.1.3.5.1. Person
  • 5.1.3.5.2. Numerus
  • 5.1.3.5.3. Formale Realisierung von dürfte und mag : Zusammenfassung
  • 5.1.4. Zwischenfazit: Einzelne Parameter
  • 5.2. Distinktive Kollexemanalyse
  • 5.2.1. Distinktive Kollexemanalyse: einfacher Infinitiv
  • 5.2.2. Distinktive Kollexemanalyse: Infinitiv Perfekt Aktiv
  • 5.2.3. Infinitiv Perfekt Vorgangspassiv
  • 5.3. Random Forests und Trees
  • 5.3.1. Epistemisches dürfte
  • 5.3.2. Epistemisches mag
  • 5.3.3. Gewichtung der Parameter
  • 6 Die funktionale Strukturierung des Subparadigmas ‚phorische Nichtfaktizität‘
  • 6.1. Funktionale Eigenschaften von dürfte und mag
  • 6.2. Das Subparadigma ‚Phorische Nichtfaktizität‘
  • 7 Fazit und Ausblick
  • 8 Anhang
  • I. Kollexemanalyse: Distinktive Kollexeme einfacher Infinitiv dürfte
  • II. Kollexemanalyse: Distinktive Kollexeme einfacher Infinitiv mag
  • III. Conditional Inference Tree
  • Literatur
  • Abbildungsverzeichnis
  • Tabellenverzeichnis
  • Reihenübersicht

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1 Zielsetzung und Aufbau

Das Konzept des Paradigmas kann innerhalb der Grammatikschreibung, insbesondere im Bereich der Morphologie, auf eine lange Tradition zurückblicken. Für zahlreiche Grammatiktheorien wird die Existenz von Paradigmen als Beschreibungselement und relevante Größe a priori angenommen. Das dabei vorausgesetzte Verständnis von Paradigma ist häufig mit dem eines Flexionsparadigmas gleichzusetzen. Während einige Modelle Paradigmen als „epiphenomenon without theoretical significance“ (Müller 2002: 113) ansehen, sind sie besonders für die Modellierung von Grammatikalisierungprozessen (vgl. Diewald 2008) ein zentrales Werkzeug. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, inwiefern sich Paradigmen tatsächlich als Beschreibungsinstrument grammatischer Strukturen über die Morphologie hinaus eignen. Sind sie womöglich, wenn einige Grammatiktheorien ohne sie auskommen, rein theoretische Konstrukte ohne kognitive Relevanz? Neuere Arbeiten (u.a. Diewald 2009, 2020; Nørgård-Sørensen et al. 2011; Politt 2019) stellen erste Ansätze vor, paradigmatische Beschreibungen auf grammatische Teilbereiche außerhalb der Morphologie auszudehnen und sie sogar als Grundstruktur jeglicher Grammatik zu postulieren. Die vorliegende Arbeit greift diese Ansätze auf und legt ihren Schwerpunkt auf die Ausdifferenzierung des Begriffs „Paradigma“ aus morphologischer und nicht-morphologischer Sicht. Mithilfe vornehmlich konstruktions- und schemabasierter Theorien wird das Konzept grammatischer Paradigmen ausgearbeitet und hinsichtlich seiner notwendigen und hinreichenden Bedingungen definiert. Dieses Konzept wird dann in einem zweiten Schritt anhand eines konkreten Beispiels aus der grammatischen Kategorie Modus hinsichtlich seiner empirischen Belegbarkeit getestet.

1.1. Ziele der Arbeit

Die vorliegende Arbeit versteht sich aus diesem Grunde weder als rein empirisch noch als rein theoretisch orientiert. Vielmehr ist es das Ziel, ein bestimmtes theoretisches Konzept – das der grammatischen Paradigmen – auszuleuchten, es mit angrenzenden Theorien zu vergleichen und es auf seine Passung mit diesen zu überprüfen. Das setzt voraus, dass nicht von vorneherein ein fixer theoretischer Rahmen angenommen werden kann, innerhalb dessen sich diese Arbeit ausschließlich bewegt, auch wenn dann am Ende natürlich eine einheitliche theoretische Basis gewählt wird. Es werden unterschiedliche ←13 | 14→theoretische Konzepte beleuchtet und angeschnitten. Deren Auswahl reicht von generativ geprägten morphologischen Theorien zur konstruktionsgrammatischen Adaption von Grammatikalisierung. Dies erscheint notwendig, um den Rahmen, in dem sich grammatische Paradigmen als Beschreibungseinheit verorten lassen, nicht direkt zu sehr einzuengen. So können zudem Ähnlichkeiten und Unterschiede zu angrenzenden Theorien aufgezeigt werden, die dabei helfen, das primär diskutierte theoretische Konzept besser zu verstehen. Keine Theorie existiert unabhängig von ihren Nachbartheorien und sie ist nur so gut wie ihr Erklärungswert. Neben der Diskussion der Berührungspunkte grammatischer Paradigmen mit anderen theoretischen Konzepten steht daher im zweiten Teil der Arbeit die empirische Überprüfung dieses Erklärungspotentials im Vordergrund. Daher fokussiert sich der empirische Teil dieser Arbeit darauf, die Konzeption auf der Basis eines schriftsprachlichen Korpus zu überprüfen. Als ‚Sandbox‘, in deren Rahmen dies stattfindet, wurden zwei epistemische Modalverben des Deutschen gewählt. Diese bilden einen geeigneten Anknüpfungspunkt an die theoretischen Überlegungen, da ihre Zugehörigkeit zur grammatischen Kategorie Modus in der Forschung und im theoretischen Diskurs immer noch einen strittigen Punkt darstellt. Das im ersten Teil der Arbeit ausgearbeitete Paradigmenkonzept kann, so die These, dabei helfen, die kategoriale Zugehörigkeit der epistemischen Modalverben und ihre Grammatikalisierungspfade zu beschreiben und zu modellieren.

1.2. Aufbau der Arbeit

Die Arbeit gliedert sich wie folgt: In Kapitel 2 wird der traditionelle Paradigmenbegriff beleuchtet. Kapitel 2.1 befasst sich mit der Begriffsgeschichte, die erste Einblicke in mögliche Erweiterungen des Paradigmenkonzepts auf an die Morphologie angrenzende Bereiche der Grammatik erlaubt. In Kapitel 2.2 werden der traditionelle morphologische Paradigmenbegriff betrachtet und Problembereiche bei der Integration analytischer, synthetischer und suppletiver Formen sowie bei der Beschreibung von Derivation diskutiert. Kapitel 2.3 beschäftigt sich mit dem für die weitere Ausarbeitung eines erweiterten Paradigmenbegriffs zentralen Konzept der Implikativität. Für grammatische Paradigmen unabdingbar ist zudem der Vergleich mit den Konzepten der Konstruktionen, Schemata und Frames, womit sich Kapitel 2.4 beschäftigt.

Aufbauend darauf präsentiert Kapitel 2.5 schließlich bisherige Überlegungen zu grammatischen Paradigmen und stellt deren zentralen Eigenschaften vor. Zwei grammatische Kategorien, Tempus und Modus, werden beispielhaft als derartige paradigmatische Strukturen beschrieben. Besonders eingehend ←14 | 15→wird dabei die grammatische Kategorie Modus betrachtet, die die Grundlage für die spätere empirische Überprüfung des Paradigmenkonzepts darstellt. Deren Unterkategorie der phorischen Nichtfaktizität wird in Kapitel 3 als beispielhafte paradigmatische Opposition präsentiert und zwei ihrer Mitglieder, epistemisches mag (Kapitel 3.1) und epistemisches dürfte (Kapitel 3.2), hinsichtlich ihrer funktionalen Ausprägungen untersucht. Typische Kontextfaktoren, die mit dem Auftreten epistemischer Lesart dieser beiden Modalverben korrelieren, werden in Kapitel 3.3 herausgearbeitet und dienen als Grundlage für die spätere Annotation der Daten.

In Kapitel 4 wird die Datengrundlage der späteren Analyse vorgestellt. Nach einer Beschreibung des Korpus (Kapitel 4.1) folgt eine ausführliche Darstellung der einzelnen Annotationsparameter, die auf den Kontextfaktoren der epistemischen Lesart basieren, anhand von Beispielen aus dem Korpus (Kapitel 4.2). Kapitel 5 widmet sich der Analyse der Daten. Dabei werden zunächst die Assoziationen der Parameter mit den beiden epistemischen Modalverben überprüft (Kapitel 5.1), um dann anschließend in Kapitel 5.2 das Zusammenwirken der Parameter zu untersuchen. Typische Kontexte für die Verwendung der beiden Möglichkeiten der phorischen Nichtfaktizitätsmarkierung können so identifiziert werden und die Parameter hinsichtlich ihrer Wichtigkeit für die Wahl eines der beiden epistemischen Modalverben gewichtet werden (Kapitel 5.3). In Kapitel 6 werden die Ergebnisse der Analyse genutzt, um die funktionale Strukturierung der Unterkategorie phorische Nichtfaktizität neu zu konzeptionalisieren. Das Kapitel 7 fasst die zentralen Ergebnisse der einzelnen Kapitel dieser Arbeit zusammen und diskutiert Anknüpfungspunkte in empirischer und theoretischer Hinsicht.

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2 Paradigmen

„Le tout vaut par ses parties, les parties valent aussi en vertu de leur place dans le tout.“1

de Saussure (1916: 177)

In diesem Kapitel soll die Heterogenität des Begriffs des Paradigmas beleuchtet werden. Nach einer einleitenden kurzen etymologischen Auseinandersetzung mit dem Terminus (2.1) folgt eine Beschreibung der Konzepte des Paradigmas als Flexionsparadigma (2.2), die Auseinandersetzung mit der Frage, ob in ein solches auch analytische Formen integriert werden sollten (2.2.1) und wie es sich mit der Existenz von Paradigmen innerhalb des Teilbereiches der Derivation verhält (2.2.3). Das für die Differenzierung verschiedener Paradigmenbegriffe zentrale Konzept der Implikativität wird in Abschnitt 2.3 erläutert. Auf der Basis dieser Überlegungen wird das Verständnis eines Paradigmas als Konstruktion und dessen Nähe zum Schema-Begriff der kognitiven Linguistik erarbeitet (2.4). Aufbauend darauf ist es abschließend möglich, den Begriff des grammatischen Paradigmas zu skizzieren und auszubauen (2.5).

2.1. Zur Begriffsgeschichte

Paradigmen sind zumeist als Sammlungen von Beispielen bestimmter grammatischer, meist flexionsmorphologischer Strukturen bekannt. Für ihre Eigenschaft als exemplarische Aufstellung von Formen ist ihr Name passend, der auf lateinisch paradīgm zurückgeht. Dieses hat wiederum griechisch parádeigma als Wurzel, welches in der Ursprungsbedeutung ‚als Beispiel hinstellen‘ bedeutet (Kluge 2012: 682).2 Eine beispielhafte Darstellung der Formen eines Lexems auf diese Weise bietet Tabelle 1 für griechisch παράδειγμα (parádeigma):

Tabelle 1: Formen des Lexems παράδειγμα (griech. ‘Paradigma’)

Singular

Plural

Nominativ

παράδειγμα

παραδείγματα

Genitiv

παραδείγματος

παραδειγμάτων

Akkusativ

παράδειγμα

παραδείγματα

Vokativ

παράδειγμα

παραδείγματα

←17 | 18→Diese Darstellung der Formen von Lexemen als Gesamtheit weist bereits auf einen zentralen Punkt hin, der in der vorliegenden Arbeit wiederholt aufgegriffen werden wird. Zusammenhänge zwischen den einzelnen Formen sind ausschlaggebend für die Beschreibung ihrer Gesamtheit. (vgl. Lieb 2005: 1616).3 Jede Form eines Paradigmas lässt sich in dieser Darstellungsweise auf Basis der anderen Formen, die dem Paradigma zugehörig sind, ableiten. Systematizitäten können durch die überblicksartige Darstellungsform anschaulich offengelegt werden.

In dieser Ursprungsbedeutung wird der Begriff noch verwendet.4 So kann das Flexionsparadigma eines Verbs exemplarisch für die Formbildung einer gesamten Klasse angeführt werden. Diese Verwendung ist auch als Wortart(en)paradigma bekannt. Ein solches Paradigma steht beispielhaft für die Flexion einer gesamten Klasse, z.B. die der schwachen Verben. Lieb bezeichnet dies als Variante des paradigm for, also des Paradigmas eines Lexems als Beispiel für die gesamte Klasse:

x is a (occasionally, the) paradigm for all y in z, where “y” ranges over entities such as lexical words or ‘lexemes’ and z is a class of such entities; meaning, very roughly: x is an example of, or a (the) pattern for, all y in z with respect to the way in which any form of any y in z may be obtained, taking into account its function.

Lieb (2005: 1613) [Hervorh. i. Orig.]

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Im Gegensatz dazu steht das paradigm of, das zwar die Gesamtheit aller Formen eines Lexems darstellt, aber nicht als exemplarisch für die Formbildung der ganzen Klasse angesehen wird.

Details

Seiten
340
Jahr
2022
ISBN (PDF)
9783631874943
ISBN (ePUB)
9783631874950
ISBN (Hardcover)
9783631874479
DOI
10.3726/b19526
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2022 (April)
Schlagworte
Modalverben Konstruktion Obligatorik Grammatik Modus Korpuslinguistik
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2022. 340 S., 16 farb. Abb., 21 s/w Abb., 24 Tab.

Biographische Angaben

Katja Politt (Autor:in)

Katja Politt studierte Germanistik und Anglistik für das Lehramt an Gymnasien sowie Angewandte Sprachwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Promoviert hat sie an der Leibniz Universität Hannover, wo sie auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsgebiet Deutsche Gegenwartssprache tätig ist. Ihre Forschungsschwerpunkte sind grammatische Paradigmen, Modalität, Korpuslinguistik und Grammatikalisierung.

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