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Mönche im Krieg

Das Leben der Seitenstettner Mönche im Zweiten Weltkrieg anhand von Rundbriefen und Kriegstagebüchern

by Robert Fischer (Author)
©2026 Monographs 170 Pages
Series: Wissenschaft und Religion, Volume 35

Summary

Während des Zweiten Weltkriegs wurden auch Mönche zu Soldaten. Der vorliegende Band dokumentiert die Einberufung und das Soldatenleben dreier Mönche aus dem Benediktinerstift Seitenstetten in Niederösterreich anhand ihrer Tagebücher. In diesen Tagebüchern werden ihre Erlebnisse während des Fronteinsatzes hautnah beschrieben. Eine wesentliche Quelle waren neben den Tagebüchern die im Klosterarchiv vorhandenen Rundbriefe, die einen sehr wichtigen Beitrag zur Erfassung der Ereignisgeschichte, im und außerhalb des Klosters, in den Kriegsjahren von 1939 bis 1945 leisten.
Allen drei Mönchen gemeinsam ist ihre Anpassungsfähigkeit sowie ihr Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein und nicht zuletzt ihre Empathie für die Zivilbevölkerung in den Kriegsgebieten. Ebenfalls gemein war allen drei ihre tiefe Gläubigkeit und ihre Abneigung gegen den Bolschewismus. Der Band erlaubt uns einen tieferen Einblick in den Kriegsalltag an der Front und in die Chronologie der Ereignisse.

Table Of Contents

  • Abdeckung
  • Titelblatt
  • Copyright-Seite
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Vorwort
  • Einleitung
  • Kapitel 1 Korrespondenz in Form von Rundbriefen zwischen Kloster und eingerückten Mönchen 1939–1945
  • 1. Kurze Übersicht der Ereignisse von 1939 bis 1945 im Kloster Seitenstetten
  • 2. Die Rundbriefe
  • 2.1. Berichte von der Weltkirche
  • 2.2. Einsätze der einberufenen Mönche
  • 3. Bedeutung der Rundbriefe für die eingerückten Mönche
  • 4. Zusammenfassung
  • Kapitel 2 Drei eingerückte Ordensleute – ihre Tagebücher – ihre Charaktere
  • 1. P. Meinrad Raimund Lueger
  • 1.1. P. Meinrad Lueger als Sanitäter im Krieg – Einsatzorte
  • 1.1.1. Der Russlandfeldzug 1941/1942
  • 1.1.2. Neuaufstellung der 44. Infanterie-Division in Antwerpen 1943
  • 1.1.3. Einsatz in Südtirol und Italien 1943
  • 1.1.4. Der Feldzug in Italien 1943/1944
  • 1.1.5. Kämpfe und Rückzug in Ungarn 1944/1945
  • 1.1.6. Letzter Einsatz in Österreich 1945
  • 1.2. Charakterbild von P. Meinrad Lueger
  • 2. P. Raphael Walter Schörghuber
  • 2.1. P. Raphael als Funker bei der 2. Panzergruppe Guderian – Einsatzorte im 2. Weltkrieg
  • 2.1.1. Russlandfeldzug 1941/1942 – Schlacht von Bialystok-Minsk
  • 2.2. Das Charakterbild von P. Raphael Schörghuber
  • 3. P. Joseph Karl Reiter
  • 3.1. P. Joseph Karl Reiter als Sanitäter beim technischen Bataillon 17, 11. Armee – Einsatzorte
  • 3.1.1. Sanitätsausbildung in der Rossauer Kaserne Wien
  • 3.1.2. Verlegung der Kompanie nach Frankreich
  • 3.1.3. Verlegung an die Ostfront 1941
  • 3.1.4. Rückmarsch nach Westen 1943
  • 3.2. Charakterbild P. Josef
  • Kapitel 3 Abschlussbemerkungen
  • Literaturverzeichnis
  • Quellen
  • Sekundärliteratur

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Beispiel eines Rundbriefes von Prior P. Norbert Strasser, StSA, Karton 59 K, Faszikel Korrespondenzen, Rundbrief (RB 61) vom 1. Juni 1944

Abb. 2: P. Meinrad Lueger bei seiner Primizmesse am 10. Juli 1939, StSA, Faszikel Fotos P. Meinrad Lueger

Abb. 3: Russlandfeldzug – die Marschroute der 44. Inf.-Division, Dettmer, die 44. Inf. Division, 58–59

Abb. 4: Italienfeldzug 1943 – Lageplan, Dettmer, die 44.Infanterie – Division, 127

Abb. 5: Ungarnfeldzug 1944/45 – Lageplan, Dettmer, die 44.Infanterie – Division, 132

Abb. 6: P. Raphael Schörghuber als Kooperator in St. Michael, StSA, Faszikel Fotos P. Raphael Schörghuber

Abb. 7: P. Raphael Schörghuber in der typischen Uniform der Panzerdivisionen, StSA, Faszikel Fotos P. Raphael Schörghuber

Abb. 8: P. Raphaels Funk-Kommandowagen, StSA, Faszikel Fotos P. Raphael Schörghuber

Abb. 9: P. Joseph Karl Reiter als Pfarrer in Mauer-Öhling, StSA, Faszikel Fotos P. Joseph Reiter

Tab. 1: Neuregelung der Gebetszeit ab 8. April 1943

Tab. 2: Statistik der Heeresbilanz für Welt- und Ordensklerus vom 1. Mai 1943

Abkürzungsverzeichnis

Militärische Abkürzungen

Abtlg. =  Abteilung

EK I =  Eisernes Kreuz I. Klasse

EK II =  Eisernes Kreuz II. Klasse

Feldpostnr. =  Feldpostnummer

Fkm. =  Funkmelder

Fw. =  Feldwebel

Gen.Obst =  Generaloberst

Gefr. =  Gefreiter

Gren.Div. =  Grenadier Division

Inf.-Div. =  Infanterie-Division

Kd. =  Kommando

Komp. =  Kompanie

Ltn. =  Leutnant

Obstlt. =  Oberstleutnant

Ogf. =  Obergefreiter

OKH =  Heeresoberkommando

Pz.Brig. =  Panzerbrigade

San. =  Sanität

Schz.Div. =  Schützendivision

Uffz. =  Unteroffizier

Stabsoffz. =  Stabsoffizier

Allgemeine Abkürzungen

RB =  Rundbrief

StSA =  Stiftsarchiv Seitenstetten

AT-StAS =  Stiftsarchiv neu

TB =  Tagebuch

Vorwort

Ziel und Aufgabe dieser Arbeit ist es, einen Einblick in das Leben eingerückter „Seitenstettner-Mönche,“ sowie in das Leben im Kloster während des zweiten Weltkrieges zu geben. Ermöglicht wird dieser Einblick, durch die im Stiftsarchiv vorhandenen Rundbriefe. Solche Rundbriefe wurden regelmäßig vom Kloster an die „Priestersoldaten“1 und die eingerückten Laienbrüder ausgesandt. Sie stellten sehr wichtige Informationsquellen für alle an der Front eingesetzten Mönche dar. Nicht nur Nachrichten aus dem heimatlichen Kloster, auch die gesammelten Nachrichten von den einzelnen eingerückten Brüdern wurden an alle eingerückten Mönche weitergeleitet. Das Stift war die Nachrichtendrehscheibe, welche überwiegend vom Prior P. Norbert Strasser am Laufen gehalten wurde. Zusätzlich zu den vorhandenen Rundbriefen sind im Stiftsarchiv die Kriegstagebücher von drei eingerückten Mönchen aufbewahrt. Diese Tagebücher erlauben uns einen tieferen Einblick in den Kriegsalltag an der Front. Alle Tagebücher wurden in Kurrent verfasst und transkribiert. Mit Hilfe der Inhalte konnten Charakterbilder der drei Mönche erstellt werden.

Einleitung

Im Reichskonkordat vom 20. Juli 1933, Artikel 6, sicherte man allen Weltgeistlichen und Ordensleuten die Befreiung von nicht standesgemäßen öffentlichen Verpflichtungen zu. So sollten sie nicht Schöffen, Geschworene oder Mitglieder von Finanzgerichten sein müssen. Die Befreiung von der Wehrpflicht von Geistlichen und Priesteramtskandidaten wurde nicht eigens erwähnt. Die Politik wollte eine totale Enthaltung des Klerus. Ein Geheimanhang zum Reichskonkordat regelte das Thema „Priestersoldaten in der Wehrmacht“. Unterschrieben wurde dieses geheime Papier einerseits vom deutschen Vizekanzler Franz von Papen und andererseits vom Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII.2

Der Text dieses Geheimanhanges lautete:

Details

Pages
170
Publication Year
2026
ISBN (PDF)
9783631947470
ISBN (ePUB)
9783631947487
ISBN (Hardcover)
9783631947463
DOI
10.3726/b23461
Language
German
Publication date
2026 (May)
Keywords
Mönche Krieg Tagebücher Rundbriefe
Published
Berlin, Bruxelles, Chennai, Lausanne, New York, Oxford, 2026. 170 S., 9 s/w Abb., 2 Tab.
Product Safety
Peter Lang Group AG

Biographical notes

Robert Fischer (Author)

Robert Fischer ist nach mehreren Jahrzehnten in führender Position bei verschiedenen Pharmafirmen mittlerweile im Ruhestand. Er ist promovierter Botaniker und promovierter Religionswissenschaftler. Sein Spezialgebiet liegt in der Kirchengeschichte, im Besonderen in der Erforschung der österreichischen Ordensgeschichte.

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