One of the most profound moments for an academic publisher is when we lose one of our authors. Their work is a lasting legacy, a reminder of the career and passion they dedicated their lives to. For us, as their publishers, we become the caretakers of that legacy.
This responsibility becomes even more significant when a project is still in production. Fortunately, we often have the honour of working with the author’s family or co-authors to ensure their work continues to reach the global research community.
This is the case with a forthcoming trio of titles: Hope and Despair, Wounded Nostalgia, and The Madness That Is Also in Us—English translations of works by the renowned psychiatrist Eugenio Borgna.
Eugenio Borgna, who passed away the 4th of December 2024, aged 94, was the most prominent Italian psychiatrist of his time. His works have made mental illness comprehensible to the readership and removed the boundaries created by misconception and fear. In his writing he makes acceptable what the society instinctively rejected as different and dangerous. His written work is a complement to Franco Basaglia’s psychiatric revolution.
We are proud to be able to publish these translated texts and continue to raise awareness of Eugenio Borgna’s work and the difference he made in making mental illness better understood.
Each title will feature a preface and we share a small snippet of these here.
“I write as an editor for the publishing house that is bringing Borgna into English for the first time, with a trilogy composed of Hope and Despair, Wounded Nostalgia, and The Madness That Is Also in Us. Again here, one need only glance at the titles to grasp the author’s aims: as a phenomenologist, opposed to any form of biological reductionism of psychiatric disorders and backed by direct clinical experience, the intention is to make madness understandable, acceptable, “normalize” it, in today’s parlance, by demonstrating readers its proximity to us all.”
Ilaria de Seta
“Of Eugenio Borgna, we appreciate his objectivity and composure, the measure that gives his texts, never caustic or brutal, the hushed tone of quiet reflection. Yet this moderation conceals a great radicalism. If there is such a thing as an intimately relational psychiatry, based on listening, “humanistic” and anti-authoritarian, this is precisely the psychiatry to associate with Borgna”.
Michele Dantini
“Eugenio Borgna is, equally with Franco Basaglia, the most important Italian psychiatrist. If Basaglia gave psychiatric patients back their freedom (with his reform that led to the passage of Law 180 in Italy in 1978), Borgna gave psychiatry back its soul.”
Stefano Redaelli
In seiner Rezension auf KlimabildungSalzburg.org bespricht der Artikelautor Hans Holzinger Werner Mittelstaedts neuesten Titel „Transformation und Ambivalenz. Steht die Welt vor dem Kollaps? Kurskorrektur oder Klimakatastrophe Mit einem Vorwort von Ernst Ulrich von Weizsäcker“:
„Werner Mittelstaedt zählt zu den Vertretern einer kritischen Zukunftsforschung in der Tradition von Robert Jungk. In seinem aktuellen Buch „Transformation und Ambivalenz“ steht die Klimakrise im Fokus. Diese sieht er aktuell als größte Gefahr für die Menschheit, wie der Untertitel des Bandes „Kurskorrektur oder Klimakatastrophe“ anzeigt. Mittelstaedt widmet sich zunächst den beiden Begriffen des Buchtitels. Unter Transformationen seien die „vielen winzigen bis sehr großen Veränderungsschritte auf praktisch allen Ebenen menschlichen Handelns zu verstehen“ (S. 15). Ihre Realisierung impliziere einen fundamentalen gesellschaftlichen Wandel, der die Lebenswirklichkeiten der Menschen fast überall auf der Erde umgestalten werde. Der Autor spricht von einem „Epochenumbruch“ (S. 16), den nicht nur Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie, sondern „möglichst viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Umfeldern“ (ebd.) zu gestalten hätten.
Was hat dies mit Ambivalenz zu tun? „Wir wollen etwas verändern, aber scheuen uns, dafür etwas zu tun oder zu unterlassen.“ (S. 18) Dies gelte, so Mittelstaedt, nicht nur für einzelne Menschen, sondern das Handeln ganzer Länder oder Staatengemeinschaften, die die Ambivalenz der Bürger und Bürgerinnen widerspiegeln, wie etwa die bislang 27 Klimakonferenzen der Vereinten Nationen seit 1995 zeigen würden: „Seitdem hat sich die Erwärmung beschleunigt und die Schäden in der Biosphäre und für die Menschen durch die Klimakrise werden Jahr für Jahr größer, weil praktisch nichts erreicht wurde.“ (S. 19) Wir seien gefangen im Fortschrittsversprechen und der Wachstumsgläubigkeit: „Durch das enorme Wirtschaftswachstum im noch jungen 21. Jahrhundert wurde das gesamte Erdsystem stärker als jemals zuvor im Anthropozän belastet.“ (S. 50) Mittelstaedt spricht hier von einem „drohenden Wachstumsdilemma“ (S. 73), denn das bestehende Wachstumsparadigma sei alles andere als nachhaltig, wenn das Wachstum aufgrund von zunehmenden Klimakatastrophen jedoch einbreche, drohten „soziale Unruhen und politische Krisen nie gekannten Ausmaßes“ (ebd.). Der Rechtsruck und die Proteste in Europa durch die Gas- und Energiekrise hätten einen kleinen Vorgeschmack darauf geliefert. Eine Megakrise wäre auch unter dem Einsatz klugen Handelns und allergrößter Disziplin der meisten Menschen nicht mehr zu lindern.
Im Zentrum der globalen Transformation steht die Umstellung der Energieversorgung. Auch hier habe der Krieg Putins gegen die Ukraine die Krisenhaftigkeit unseres Energiesystems deutlich gemacht, so Mittelstaedt. Flüssiggas (LNG) sei davor nur als Ergänzung, etwa für LKW-Treibstoff, verwendet worden. Im Zuge der Gas-Krise sei dieses aber zum Ersatz für russisches Gas geworden – mit problematischen ökologischen Folgen: „LNG aus den USA mit hohem Fracking-Anteil ist mehr als 6-mal und das aus Australien rund 7,5-mal klimaschädlicher als Pipeline-Gas aus Norwegen.“ (S. 93)
Mittelstaedt fordert ein neues „Aufstiegs-Narrativ“ (S. 134), das Klimaschutz in allen Bereichen und Berufen ins Zentrum stellt. Und er plädiert für ein neues „Fortschritts-Narrativ“ (S. 135). Dieses müsse vermitteln, dass gesellschaftlicher Fortschritt sich nur noch erzielen lasse, „wenn Menschen ein neues Verständnis im Umgang mit der Biosphäre und der Begrenztheit der Erde entwickeln und danach handeln“ (ebd.) Da kommt die „neue Aufklärung“ von Ernst U. v. Weizsäcker ins Spiel, der ein Vorwort zum Buch verfasst hat.
Einschätzung: Werner Mittelstaedt vermittelt die Dringlichkeit der Umsteuerung und zitiert zahlreiche Fakten, die diese untermauern. Seine Vorschläge zur Transformation sind pragmatisch und reformorientiert. Sie reichen vom Stopp der Flächenversiegelung über den Ersatz von Kunststoffen durch biobasierte Ersatzstoffe bis hin zu Tempolimits auf Straßen und auf den Weltmeeren sowie einer deutlichen Verteuerung des Flugverkehrs. Auch eine faire Verteilung des Wohlstands und die Begrenzung der Reichen mit ihrem gigantischen CO2-Fußabdruck wird angesprochen. Heftig kritisiert werden die neuen Militarisierungsschritte, die ökologisch desaströs seien und für die Transformation nötige Ressourcen verschlingen. Der Autor setzt auf strukturelle Veränderungen und damit auf eine Zähmung des Kapitalismus – die Systemfrage stellt das Buch so nicht. Deutlich wird, dass der Wandel auch unserer Denkmuster und kulturellen Bilder von Fortschritt notwendig ist, wie die 95 neuen Wertorientierungen und Handlungsmuster am Ende des Buches nochmals vor Augen führen. Ein Buch, das einmal mehr die Dringlichkeit der Umsteuerung aufzeigt.“
Der Artikel wurde am 01. März 2024 von Hans Holzinger auf klimabildungsalzburg.org unter dem folgenden Link veröffentlicht https://klimabildungsalzburg.org/2024/03/01/werner-mittelstaedt-transformation-und-ambivalenz/
Mehr Informationen zu „Transformation und Ambivalenz. Steht die Welt vor dem Kollaps? Kurskorrektur oder Klimakatastrophe Mit einem Vorwort von Ernst Ulrich von Weizsäcker“ von Werner Mittelstaedt erhalten Sie unter dem folgenden Link https://www.peterlang.com/document/1358981
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