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Symphonie der Worte

Musikalisierung von Fiktion in ausgewählten Werken Irène Némirovskys

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Eva Franziska Pemmerl

Das umfangreiche Werk der in Auschwitz umgekommenen Autorin Irène Némirovsky erlebt seit der posthumen Veröffentlichung ihres unvollendeten Romanepos Suite française sowie dessen prompter Auszeichnung mit dem Prix Renaudot eine internationale Renaissance. Die detaillierten Romanentwürfe und Projektskizzen aus dem handschriftlichen Nachlass der bereits zu Lebzeiten gefeierten  Schriftstellerin bedeuten einen Glücksfall für die Forschung, dokumentieren sie doch im Detail Némirovskys intensive Auseinandersetzung mit intermedialen Schreibexperimenten. Wie vor ihr Marcel Proust, James Joyce und Thomas Mann, entdeckte sie die Musik als vielseitiges Modell für die Konzeption und Gestaltung ihres Schreibens. Keine geringere als Beethovens fulminante 5. Symphonie stand Pate für Suite française – das Werk orientiert sich damit in Form und Struktur, aber auch in assoziativen außermusikalischen Inhalten an einer der bedeutendsten Kompositionen der klassischen Musik. Das Buch zeigt auf, mit welchen rhetorischen, narrativen und strukturellen Mitteln es Némirovsky gelingt, die jeweilige musikalische Vorlage in den literarischen Text zu übersetzen, und ermöglicht somit völlig neue Einblicke in das Hauptwerk der Autorin.
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Vorbemerkung

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Im vorliegenden Buch werden sowohl publizierte Werke als auch bisher unveröffentlichte Archivquellen aus Irène Némirovskys schriftstellerischem Nachlass literaturwissenschaftlich analysiert. Letztere beinhalten u. a. Arbeitsjournale, Skizzen, Typoskripte und Tagebucheinträge. Die Seiten der überwiegend handschriftlich abgefassten Dokumente sind nicht immer laufend durchnummeriert; nicht selten verschieben sich die Seitenzahlen durch nachträglich eingefügte Blätter. Aus diesem Grund wird in diesem Buch nach einer eigenständigen Paginierung zitiert, die nicht immer mit der handschriftlichen übereinstimmt, sondern sich aus der Reihenfolge ergibt, in der die Papiere im Archiv des Institut Mémoires de l’édition contemporaine (IMEC) geordnet sind. Im Anhang, der online auf der Peter-Lang-Website einsehbar ist, finden sich meine Abschriften der musikrelevanten Passagen aus den Archivquellen; auf die meisten davon wird im Laufe des Buchs Bezug genommen. Nur ein kleiner Teil davon liegt aktuell veröffentlicht vor (primär in den „Annexes“ von Suite française unter dem Titel „Notes manuscrites d’Irène Némirovsky sur l’état de la France et son projet Suite française, relevées dans son cahier“).

In den meisten Forschungsarbeiten wird eine genaue Quellenangabe von Némirovskys Notizen unterlassen; in diesen Fällen stehen die übernommenen Passagen in Anführungszeichen ohne nachfolgende Anmerkung. Soweit möglich, habe ich mich bemüht, diese Angabe beim Zitieren aus solchen Texten nachträglich zu ergänzen, was mir jedoch aufgrund der Extensität des Fonds bei wenigen Ausnahmen nicht gelang.

Da es sich bei den Manuskripten um pers...

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