Show Less
Restricted access

Confrontations au national-socialisme dans l'Europe francophone et germanophone (1919-1949)/ Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus im deutsch- und französischsprachigen Europa (1919-1949

Volume 3: Les gauches face au national-socialisme/Band 3: Die Linke und der Nationalsozialismus

Series:

Edited By Michel Grunewald, Olivier Dard and Uwe Puschner

Quelle fut la perception et l’interprétation du national-socialisme comme idéologie et comme pratique du pouvoir dans l’Europe francophone et germanophone entre le début des années 1920 et la fin des années 1940? Telle est la question au centre de la série de six volumes inaugurée en 2017 et qui propose une typologie des regards et des savoirs relatifs au national-socialisme et des interprétations suscitées par celui-ci à travers l’analyse systématique de monographies, de journaux et de revues représentatifs de l’opinion et des milieux intellectuels des pays intéressés. Le présent volume, troisième de la série, s’intéresse aux positions adoptées par les différents courants et partis de gauche. Il propose des études relatives à des interprétations du national-socialisme ainsi que d’autres centrées sur la vision de ce mouvement politique diffusée par une série de périodiques représentatifs.

Wie werden Ideologie, Etablierung und Herrschaft des Nationalsozialismus in den deutsch- und französischsprachigen Räumen Europas vom Beginn der 1920er bis zum Ende der 1940er Jahre wahrgenommen, bewertet und erklärt? In sechs systematisch angelegten Bänden, der erste erschien 2017, werden diese Fragen anhand einer exemplarischen Auswahl von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften ebenso untersucht wie die unterschiedlichen Deutungen des Nationalsozialismus in seiner Epoche und den unmittelbaren Jahren nach seinem Ende. Im Zentrum des dritten Bandes steht die Linke in ihren unterschiedlichen ideologischen Ausprägungen. Die Beiträge sind den verschiedenen Interpretationen des Nationalsozialismus in diesem politischen Spektrum gewidmet, insbesondere auch aus der Perspektive repräsentativer Zeitschriften dieses Milieus/dieser Milieus.

Show Summary Details
Restricted access

Rudolf Hilferdings Widerstand gegen den Nationalsozialismus (Bernd Zielinski)

Extract

← 78 | 79 →

Rudolf Hilferdings Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Bernd ZIELINSKI*

Rudolf Hilferding wurde am 10. August 1877 in Wien als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Nach dem Abschluss des Gymnasiums studierte er Medizin an der Universität Wien. Parallel dazu befasste er sich bereits mit Nationalökonomie und insbesondere Finanzwirtschaft.1 Schon während seiner Studienjahre kam er mit der österreichischen sozialdemokratischen Bewegung in Kontakt. Nachdem führende deutsche Sozialdemokraten auf sein herausragendes Talent als Theoretiker aufmerksam geworden waren, konnte er eine Tätigkeit als marxistisch orientierter Dozent für Nationalökonomie an der Reichsparteischule der SPD in Berlin aufnehmen. Später wurde er unter anderem Redakteur des Vorwärts. In seiner aufsehenerregenden Arbeit Das Finanzkapital von 1910 hatte Hilferding die These aufgestellt, der moderne Kapitalismus sei einerseits von einer Tendenz zur Aufhebung der Konkurrenz durch Kartelle, Trusts und Monopole und andererseits von neuartigen Beziehungen zwischen Bankkapital und Industriekapital geprägt.2 Die Banken spielten als Kreditgeber und Aktionäre eine immer größere Rolle für die Industrieunternehmen und hätten selbst ein primäres Interesse an der Unternehmenskonzentration. Hilferding entwickelte auf der Grundlage seiner Thesen zum Finanzkapital eine Imperialismustheorie, nach der er die Staatsapparate in den imperialistischen Ländern im Kern als ausführende Organe der Kapitaleigner ansah. Durch Schutzzollpolitik, Kolonialismus und militärische Eroberung garantierte demnach der Staat die Funktionsbedingungen des Finanzkapitals, dessen ideologische Fundamente in Nationalismus, Rassismus und Militarismus bestanden. ← 79 | 80 →

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges lehnte Hilferding...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.