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Helvetische Merkwürdigkeiten

Wahrnehmung und Darstellung der Schweiz in der Kunst- und Kulturgeschichte seit dem 18. Jahrhundert

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Edited By Edgar Bierende, Sibylle Hoiman, Anna Minta and Matthias Noell

Dieser Band versammelt die Beiträge der Tagung «Helvetische Merkwürdigkeiten. Wahrnehmung und Darstellung der Schweiz in der Kunst- und Kulturgeschichte seit dem 18. Jahrhundert». Im Zentrum der Beiträge stehen bildliche und narrative Entwürfe, die von jeher das Bild der Schweiz prägten. Diese Entwürfe, so genannte helvetische ‘Merkwürdigkeiten’, werden aus Sicht der Kunst- und Kulturgeschichte vorgestellt und untersucht. Viele der Bilder und Texte avancierten in der Eigen- wie auch in der Fremdwahrnehmung zu Trägern einer nationalen Identität: Sie wurden zum kulturellen Erbe der Eidgenossenschaft stilisiert und darüber hinaus zu Idealen der westlichen Welt verklärt. Das Spektrum der unterschiedlichen Vorstellungs- und Bildwelten umfasst verschiedene Kunstgattungen, darunter Architektur, Malerei, Grafik, Gartenkunst, Flachschnitzerei und Glasmalerei. In den Beiträgen werden die Artefakte und Phänomene bezüglich ihrer Konstruktionen hinterfragt und unter verschiedenen Aspekten – etwa im Kontext von Erinnerungskulturen, Identitätskonstruktionen, Historiografien, Inventarisierungen, Sammlungspolitik, Ausstellungskonzeptionen und Denkmalinszenierungen – diskutiert. Ziel dieser Untersuchungen ist es, Strukturen und Strategien offen zu legen, die seit dem 18. Jahrhundert zu den vermeintlich authentischen, typischen und letztlich nationalen Bildwelten der Schweiz führten.

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CHRISTIAN FÉRAUD Salomon Gessner als Vedutenstecher: Die Landschaften für den Helvetischen Calender, 1780–1788 63

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Salomon Gessner als Vedutenstecher: Die Landschaften für den Helvetischen Calender, 1780–1788 Christian Féraud Stellung im Werk Salomon Gessner (1730–1788) beschritt als Landschaftsmaler verschiedene Wege, die zwei Zeitgenossen kurz nach seinem Tod anzeigten. Das Bild des „grossen Idyllen-Mahlers“, das Christoph Meiners (1747–1810) zeichnete,1 deutet den einen Weg an, auf den anderen weist der Berner Grafikkenner Berchtold Friedrich Haller (1753 – nach 1821) hin, indem er Gessner als herausragenden Vedutenstecher beschrieb, der sogar Ludwig Hess (1760– 1800) und Johann Heinrich Meyer (1768–1827) übertreffe.2 Haller bezog sich in seinem Urteil auf die kleinformatigen Schweizer Landschaften, die Gessner für die ersten neun Jahrgänge des Helvetischen Calenders (1780– 1788) geschaffen hatte.3 Die 52 Radierungen, die Gessner bis auf wenige Ausnahmen nach Vorlagen anderer Künstler stets im Querformat ausführte,4 zeigen mehrheitlich die Alpen: Die Motive reichen von Gletschern im Hoch- gebirge über halsbrecherische Passagen in Felswänden hinab in Bergtäler zu spektakulären Wasserfällen. Gessners Auftritt als Vedutenstecher im letz- ten Jahrzehnt seines Lebens geht einher mit der Blütezeit seines maleri- schen Schaffens.5 Die Wege des Idyllenmalers und des Vedutenstechers über- 1 Christoph Meiners, Briefe über die Schweiz, Teil 3, Berlin 1790, S. 46. 2 Berchtold Friedrich Haller, Kunstnachrichten aus der Schweiz. In einem Schreiben an den Herausgeber des Museums, in: Museum für Künstler und Kunstliebhaber 3 (1791), St. 14, S. 3–48, hier S. 3. 3 Der zierliche Almanach misst 10 x 5 x 2 Zentimeter. Die Landschaften in...

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