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Kunst und Kulturtransfer zur Zeit Karls des Kühnen

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Edited By Norberto Gramaccini and Marc C. Schurr

Die glanzvolle Herrschaft der Burgunderherzöge bedeutete einen Höhepunkt in der europäischen Kulturgeschichte. Ereignisse wie die Schlacht bei Murten und die Schlacht von Nancy beeinflussten das kulturelle Selbstverständnis insbesondere der Schweizer, Niederländer und Belgier. Zusätzlich wurde das burgundische Erbe durch die Heirat des späteren Kaisers Maximilian mit Maria von Burgund kulturell, materiell und politisch zu einem Grundpfeiler der Habsburger Monarchie. Bis heute wird das kulturelle Gedächtnis der Europäer davon geprägt.
Dieser Band zeigt diese Zusammenhänge aus der Perspektive der Kunstwissenschaften und der Kulturtransferforschung auf. Die Autorinnen und Autoren präsentieren in ihren Beiträgen die regionalen und überregionalen Verflechtungen des gesamteuropäischen Kunstschaffens in den verschiedensten Gattungen im 15. Jahrhundert. Ausgewählte Fallstudien beschäftigen sich mit dem aussergewöhnlichen Reichtum der künstlerischen Produktion, aber auch mit den vielfältigen Dimensionen des kulturellen Austauschs am burgundischen Hof und in seinem weiteren Umfeld. Die Beiträge im vorliegenden Band basieren auf den Vorträgen der internationalen Tagung vom Juli 2008 in Bern und sind in deutscher, französischer oder englischer Sprache verfasst.

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I. Karl der Kühne und die Kunst 13

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13 I. Karl der Kühne und die Kunst 14 15 Bildnisse Karls des Kühnen Renate Prochno Ein verbindliches Portrait Karls des Kühnen, sozusagen die Ikone seiner selbst, existiert nicht.1 Das erstaunt umso mehr, als Karl einen ausgeprägten Sinn für die Inszenierung seiner selbst hatte, wie es sich z. B. in seinem ausgefeilten Hofzeremoniell mit seiner Person als Zentrum manifestiert. Seine drei Vorgän- ger zeigten durchaus Interesse und eine gewisse Strategie, um ihr Bildnis der Nachwelt zu überliefern. Doch Karl sorgte weder zu Lebzeiten für sein Grab- mal, noch beauftragte er einen Maler mit einem „offiziellen“ Bildnis; es ist kein Portrait von seinen Hofmalern Pierre Coustain und Jean Hennecart belegt. Damit konnte das Bild Karls – Bild auch im Sinne historischer Vorstellung – immer wieder neu erfunden werden.2 Dies gilt für Portraits Karls, die zu seinen 1 Zur älteren Literatur zu seinen Portraits siehe Comblen-Sonkes, Micheline: Portraits peints et dessins, in: Cockshaw, Pierre (catalogue-rédaction): Charles le Téméraire. Exposition organisée à l’occasion du cinquième centenaire de sa mort (Bibliothèque royale Albert Ier, Bruxelles, 3.12.1977–28.1.1978), Bruxelles 1977, 40–58; Rouzet, Anne: Miniatures, médailles, gravures etc, in: ebd., 59–67. Bartier, John: Le mécénat de Charles le Téméraire, in: Cinq-centième anniversaire de la bataille de Nancy (Actes du colloque organisé par l’Institut de recherche régionale en sciences sociales, humaines et économiques de l’Université de Nancy II, Nancy 22–24 septembre 1977) (= Annales de l’Est, M...

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