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Verdis Welten

Neuinterpretation der Werke im Spiegel der Tonarten

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Peter Gisi

Verdi bevorzugt C-Dur häufig für die Maskierten und Demaskierten, A-Dur für Autoritäten und B-Dur für erotische Hochgefühle; er porträtiert die Unschuld gerne in E-Dur und die Auseinandersetzungen von Bass und Baritongestalten in f-Moll/F-Dur. Ausgehend von solchen Auffälligkeiten, führt Peter Gisi die Leserschaft am roten Faden der zwölf Tonartenpaare durch das Gesamtwerk des Komponisten und vermittelt ungewohnte Einsichten in typische Verdi-Themen wie Urangst, Wut, Heimatliebe, Aussenseitertum, Vergänglichkeit, Entrückung. Bis anhin wenig Erforschtes – etwa die Symbolik von Feuer, Wasser, Kerker, Sturm – findet dabei gebührende Beachtung.
Das 2001 bis 2012 entstandene Buch ist eine Hommage zu Verdis 200. Geburtstag. Es kann auch als Opern- und Konzertführer benutzt werden und erweist sich «als wahres Füllhorn für alle ‘Kenner und Liebhaber’, aber auch für den spezialisierten Verdi-Forscher. Unser Wissen um bisher kaum erkannte Zusammenhänge wird durch die vorliegende Untersuchung auf ein völlig neues Niveau gehoben.» (Prof. Dr. Anselm Gerhard).

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Zum Geleit 5

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Zum Geleit Ob sich bestimmten Tonarten jeweils charakteristische Ausdrucksberei- che zuordnen lassen, ist eine immer wieder gestellte und gleichzeitig äus- serst heikle Frage. Aufgrund der Kenntnis der historischen Zusammen- hänge wird heute niemand mehr glauben, dass sich solche Zuordnungen für eine ganze Epoche oder gar ein ganzes Jahrhundert festschreiben las- sen, zu widersprüchlich sind einschlägige Formulierungen sogar in gleich- zeitig entstandenen musiktheoretischen Schriften. Dennoch finden sich immer wieder Versuche, die entsprechenden Charakteristika aus einer relativ beliebig herausgegriffenen Quelle – besonders beliebt scheinen Christian Friedrich Daniel Schubarts in den 1780er Jahren geschriebenen, aber erst 1806 veröffentlichten Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst – ‚abzuziehen‘ und dann auch auf Kompositionen anzuwenden, die eine Generation später und an einem anderen Ort entstanden sind. Vor allem aber wird in entsprechenden Abhandlungen viel zu oft deduktiv – mit Rückschlüssen von normativen Formulierungen der Theoretiker auf kon- krete Kompositionen – verfahren. Peter Gisi hat einen anderen, den in- duktiven Weg gewählt. Er durchmisst systematisch die von Giuseppe Verdi in seinem Werk verwendeten Tonarten und zieht aus der sorgfältigen In- terpretation der entsprechenden Beispiele seine zum Teil weitreichenden Schlüsse. Wenn prominente Wissenschaftler die Meinung vertraten, bei Verdi lohne diese Kategorie nicht der Untersuchung, beweist das vorlie- gende Buch auf jeder Seite das Gegenteil. Wer die ebenso genau begrün- deten wie anregenden Ausführungen Gisis gelesen hat, kann keinen Zweifel mehr daran haben, dass Verdi regelmässig, wenn auch sicher nicht immer systematisch für den Ausdruck ähnlicher Affekte charakteristische...

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